Seitdem die Förderung immer weiter gekürzt wird, hat die Solarenergie an Reiz verloren.
Solarboom 2.0?
Dennoch gehen Experten davon aus, dass die Branche vor einem neuen Boom steht - auch wegen der Hausbatterien. «Dank neuer Technologien wie den Speichern, werden Photovoltaik-Anlagen in Zukunft noch interessanter», sagt Torsten Henzelmann, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Der Anteil des Sonnenstroms am Energieverbrauch in der EU werde bis 2030 auf 14 Prozent steigen - viermal mehr als 2013. In Deutschland soll der Anteil noch weit darüber liegen. Schon heute sorgt die Sonne laut BSW hierzulande für etwa sechs Prozent des Stroms.
Der Ausbau des Ökostroms hat den früher vor allem auf Kohle- und Atomkraft setzenden Energieriesen wie E.ON und RWE stark zugesetzt. Das Überangebot an Strom lässt die Grosshandelspreise - und damit ihre Gewinne - purzeln. Der Druck dürfte bei einem Batterie-Boom noch mehr steigen. «Die Konzerne werden neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen», sagt Henzelmann. RWE bietet seit 2013 seine eigenen Batterien an, bald soll ein neues Produkt auf den Markt kommen. «Noch ist der Markt für uns speziell, aber wir sehen Wachstumspotenzial», sagt eine Sprecherin des Konzerns.
Keine Angst vor China
Deutsche Mittelständler wittern das nächste grosse Geschäft, nachdem die einst boomende Solarindustrie nach China abgewandert ist. Die Marktforscher von IHS Cera schätzen, dass der globale Markt für Speicher bis 2017 auf 19 Milliarden Dollar wächst. Bislang gibt es in Deutschland - dem mit Abstand grössten Markt - rund 25'000 Geräte.
Der Chef der Dresdner Solarwatt, Detlef Neuhaus, rechnet damit, dass sich diese Zahl jedes Jahr in etwa verdoppelt. Erklärtes Ziel der Firma, die BMW-Erbe Quandt 2012 aus der Insolvenz führte und die nun mit einer Batterie «Made in Germany» einen Neuanfang versucht, ist die Marktführerschaft. Vor den Chinesen hat Neuhaus keine Angst: «Je komplexer das Produkt ist, desto mehr kann man punkten mit deutschem Ingenieurs-Knowhow.»
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