HANDELSBLATT, Sonntag, 12. März 2006, 18:19 Uhr
Pharma
Merck gibt Gebot für Schering ab
Die deutsche Pharmabranche steht vor einer Neuordnung: Der Darmstädter Merck-Konzern will den Berliner Wettbewerber Schering übernehmen und hat ein Bar-Angebot für die Aktionäre angekündigt. In Berlin betrachtet man die Summe als viel zu niedrig.
HB BERLIN. Schering teilte am Sonntag in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, man sei am Wochenende von Merck-Repräsentanten unterrichtet worden, dass jedem Schering-Aktionär pro Anteilsschein 77 Euro in bar geboten würden. Der Vorstand sei jedoch der Meinung, dass dieses Angebot Schering selbst und seine Zukunftsaussichten „erheblich“ unterbewerte. Schering wies darauf hin, dass es mit Merck vorher nicht über eine Übernahme verhandelt habe und das Angebot folglich unaufgefordert abgegeben wird.
Auch Schering-Chef Hubertus Erlen versicherte, es habe keine Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben. Erlen sagte dem Handelsblatt: „Das Angebot ist nicht im Interesse unserer Aktionäre und reflektiert nicht den wahren Wert von Schering“. Im Gegensatz zu Schering behauptet die Zeitschrift „Manager-Magazin“, die Führungsspitze von Merck sei mit dem Schering-Vorstand und mit Schering-Aufsichtsratsschef Giuseppe Vita im Gespräch. Merck werde bei der Transaktion von der Deutschen Bank und Goldman Sachs beraten, Schering von Morgan Stanley.
Nach Informationen des „Manager-Magazins“ wollen die rund 130 Familiengesellschafter des Merck-Konzerns ein Paket von gut 20 Prozent ihrer Anteile über die Börse verkaufen, um die Schering-Übernahme zu stellen. Die erwarteten Erlöse daraus plus Barmittel von zwei Milliarden Euro sollten für die Übernahme eingesetzt werden. Schering hat derzeit einen Marktwert von rund 13 Milliarden Euro.
Um Schering hatte es in der Vergangenheit immer wieder Übernahmegerüchte gegeben. Das Unternehmen hatte argumentiert, gegen eine Übernahmen spreche die hohe Spezialisierung des Konzern etwa auf Verhütungsmittel. So gebe es kaum Synergieeffekte bei einer Übernahme. Auf der anderen Seite stünden Kartellhürden zwischen einem Kauf durch ein Unternehmen, das sich etwa ebenfalls auf Verhütungsmittel konzentrieren.
Pharma
Merck gibt Gebot für Schering ab
Die deutsche Pharmabranche steht vor einer Neuordnung: Der Darmstädter Merck-Konzern will den Berliner Wettbewerber Schering übernehmen und hat ein Bar-Angebot für die Aktionäre angekündigt. In Berlin betrachtet man die Summe als viel zu niedrig.
HB BERLIN. Schering teilte am Sonntag in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, man sei am Wochenende von Merck-Repräsentanten unterrichtet worden, dass jedem Schering-Aktionär pro Anteilsschein 77 Euro in bar geboten würden. Der Vorstand sei jedoch der Meinung, dass dieses Angebot Schering selbst und seine Zukunftsaussichten „erheblich“ unterbewerte. Schering wies darauf hin, dass es mit Merck vorher nicht über eine Übernahme verhandelt habe und das Angebot folglich unaufgefordert abgegeben wird.
Auch Schering-Chef Hubertus Erlen versicherte, es habe keine Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben. Erlen sagte dem Handelsblatt: „Das Angebot ist nicht im Interesse unserer Aktionäre und reflektiert nicht den wahren Wert von Schering“. Im Gegensatz zu Schering behauptet die Zeitschrift „Manager-Magazin“, die Führungsspitze von Merck sei mit dem Schering-Vorstand und mit Schering-Aufsichtsratsschef Giuseppe Vita im Gespräch. Merck werde bei der Transaktion von der Deutschen Bank und Goldman Sachs beraten, Schering von Morgan Stanley.
Nach Informationen des „Manager-Magazins“ wollen die rund 130 Familiengesellschafter des Merck-Konzerns ein Paket von gut 20 Prozent ihrer Anteile über die Börse verkaufen, um die Schering-Übernahme zu stellen. Die erwarteten Erlöse daraus plus Barmittel von zwei Milliarden Euro sollten für die Übernahme eingesetzt werden. Schering hat derzeit einen Marktwert von rund 13 Milliarden Euro.
Um Schering hatte es in der Vergangenheit immer wieder Übernahmegerüchte gegeben. Das Unternehmen hatte argumentiert, gegen eine Übernahmen spreche die hohe Spezialisierung des Konzern etwa auf Verhütungsmittel. So gebe es kaum Synergieeffekte bei einer Übernahme. Auf der anderen Seite stünden Kartellhürden zwischen einem Kauf durch ein Unternehmen, das sich etwa ebenfalls auf Verhütungsmittel konzentrieren.