![]()
| Gastkommentar Mehr Chancen durch Aktiensparen im Club Von Bruno Hidding, freier Finanzjournalist |

15. Februar 2005 „Viele Köche den Brei verderben” -was für das Essen zutreffen mag, gilt nicht beim Geldanlegen. Zumindest dann nicht, wenn man es richtig anfaßt. Ganz im Gegenteil, ein sinnvolles Miteinander kann dazu führen, daß Privatanleger gerade bei Aktienanlagen ihre Rendite verbessern.

Gemeint ist die gemeinschaftliche Anlage mit monatlichen Sparbeiträgen in Form eines nicht kommerziellen Investmentclubs. Die einzelnen Sparbeiträge können unterschiedlich ausfallen, nur sollte ein Club nicht von zwei oder drei Haupteinzahlern majorisiert werden. Diese Clubs, so berichten Banker und Clubmitglieder auf den speziellen Privatanlegerseiten der Deutschen Börse - siehe auch "Investment Club Corner " -, sind wieder im Kommen und verzeichnen steigende Mitgliederzahlen.
Dahinter dürfte nach manchen Enttäuschungen an den Aktienmärkten in den vergangenen Jahren bei vielen Privatanlegern die Einsicht stehen, daß das Poolen von Geld und von Knowhow auch bessere Anlagestrategien ermöglicht. Eine disziplinierte Gemeinschaft beeinflußt auch die eigenen Entscheidungen. Ferner kann das spezifische Knowhow jedes Einzelnen optimal in die gemeinschaftliche Anlagepolitik eingebracht, und Länder- oder Branchenbeobachtungen können geteilt werden.
Größere Beträge - bessere Streuung - größere Chancen
Die aus den regelmäßigen Einzahlungen der Clubmitglieder zustande kommenden größeren Anlagebeträge ermöglichen zudem eine bessere Risikostreuung. Denn größere Volumina erleichtern es, weltweite Chancen zu nutzen. In meist monatlichen Treffen wird die Anlagestrategie beraten und entschieden, was ge- oder verkauft werden soll. Research-Aufgaben werden verteilt, so wird sukzessive ein breites Club-Spezialwissen aufgebaut. All das sollte mittel- bis langfristig zu rentablen Anlageergebnissen führen.
Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings eine straffe Clubführung und die aktive Mitarbeit der einzelnen Anleger. Ferner muß die Konstruktion des Clubs stimmen, damit nicht eventuell seitens der Steuerbehörden eine gewerbliche Vermögensverwaltung konstruiert wird. In diesem und vielen anderen Punkten leistet der von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz seit Jahrzehnten ständig aktualisierte Club-Leitfaden eine gute Starthilfe. Interessenten können sich bei der Schutzvereinigung auch nach Clubs in ihrer Nähe erkundigen. Letztlich zählt natürlich auch, daß die oft als trocken empfundene Beschäftigung mit Finanzanlagen in der Gemeinschaft Gleichgesinnter einen gewissen Spaßfaktor erhält
Text: @cri
Bildmaterial: Hidding


