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MediGene kaufen
11.07.2006 16:23:27
| Kulmbach (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Biotech-Report" empfehlen die Aktie von MediGene (ISIN DE0005020903/ WKN 502090) zu kaufen. Gerüchten zufolge, habe das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Cephalon Zukäufe in Europa angekündigt. Alain Aragues, Europa-Vorstand, habe mitgeteilt, Jahresumsätze in Höhe von 400 Mio. USD zukaufen zu wollen und den Umsatzanteil in Europa bis 2008 von aktuell 15 auf 40 Prozent zu steigern. Die Amerikaner würden dabei auch mögliche Übernahmekandidaten in Deutschland sondieren, bevorzugt aus dem Bereich der Onkologie, in dem Cephalon auch selbst tätig sei. MediGene dürfte damit ganz oben auf der Liste von Cephalon stehen. Zumal das in Martinsried bei München ansässige Unternehmen momentan günstig zu haben sei. Eine Gewinnwarnung wegen der Verzögerung einer Medikamentenzulassung in den USA habe mächtig auf den Kurs gedrückt. Demnach werde MediGene aktuell gerade einmal mit 117 Mio. Euro an der Börse bewertet. Kurzfristig könnte die Übernahmefantasie den Titel in Schwung bringen. Aber egal ob Übernahme oder nicht, die MediGene-Aktie ist auf dem aktuellen Niveau ein Kauf, so die Experten von "Biotech-Report". Risikobereite Anleger würden einige Stücke einsammeln. |
Gruß Moya 
Gruß Moya 
Im zweiten Quartal erwirtschaftete Medigene einen operativen Verlust vor Steuern und Zinsen von fünf Millionen Euro. Gerechnet hatten die Beobachter mit einem Verlust von 4,2 Millionen Euro. Der Umsatz fiel mit drei Millionen Euro geringer aus als der Verlust. Zugleich bestätigte das Unternehmen am Mittwoch die im Juni reduzierte Jahresprognose mit einem operativen Verlust von zehn bis 15 Millionen Euro und einem Umsatz von 20 bis 25 Millionen Euro.
Medigene begründete die schlechten Zahlen mit der Verschiebung der Zulassung für die Genitalwarzensalbe Polyphenon durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. Dadurch verschiebe sich auch eine millionenschwere so genannte Meilensteinzahlung durch den US-Vermarktungspartner Bradley Pharmaceuticals auf nächstes Jahr.
Keine gute Nachrichten sind dies, vor allem ist die Bilanz ziemlich schlecht. Trotzdem stieg der Aktienkurs zunächst deutlich an. Der Analystenkommentar dazu: Die Firma habe mit Polyphenon einen potenziellen echten Blockbuster im Programm, da sei "viel Platz für Fantasie".
Jahrelang "viel Platz für Fantasie"
Dass bei Medigene viel Platz für Fantasie sei, konnte man in den vergangenen sechs Jahren sehr häufig in den Analystenkommentaren lesen. Aber so richtig Fantasie hatten die Anleger offenbar nur im ersten Monat nach dem Börsengang im Jahr 2000. Damals schoss die Aktie, getrieben durch die allgemeine Euphorie, von etwas über 60 Euro auf 120 Euro hoch.
Der lange Abstieg auf Raten begann sofort danach. Innerhalb eines Jahres verlor Medigene mehr als 90 Prozent seines Wertes. Danach keimte wieder Hoffnung, doch in diesem Jahr alleine sackte Medigene von neun auf unter sechs Euro ab und ist damit einer der schwächsten TecDax-Werte.
Polyphenon-Abhängigkeit
Dass Medigene es bisher nicht geschafft hat, an der Börse auf einen grünen Ast zu kommen, hat vor allem einen Grund. Das Geschäft beruht auf ganz wenigen Produkten. Bei Medigene sind es im Prinzip gerade mal zwei. Zum einen besagtes Polyphenon, das noch nicht auf dem Markt ist, und zum anderen das Krebsmedikament Eligard, das bereits verkauft wird.
Damit ist Medigene zwar das einzige deutsche Biotechunternehmen, das schon ein Medikament herstellt, allerdings sind die daraus erwirtschafteten Umsätze zu klein, um die hohen Kosten aufzufangen.
Polyphenon könnte sich, wenn alles glatt geht, zu einem kleinen Blockbuster für die Firma entwickeln. Genitalwarzen, gegen die das Medikament eingesetzt werden soll, sind weit verbreitet. In den USA und Europa leiden etwa 900.000 Menschen an diesen durch Viren ausgelösten Hauttumoren. Medigene erwartet einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro durch Polyphenon.
Spielverderber FDA
Aber bis jetzt geht noch längst nicht alles glatt. Und die Nachrichten, die Medigene in regelmäßigen Abständen zum aktuellen Stand des Zulassungsprozesses von Polyphenon verfasste, hatten in der Regel erratische Auschläge beim Aktienkurs zur Folge.
Im Juli 2005 beispielsweise ging es um besorgniserregende Ergebnisse bei der klinischen Forschung. Die Aktie fiel um 27 Prozent. Anfang dieses Jahres gab Medigene bekannt, dass ein US-Partner die Polyphenonsalbe in den USA vertreiben soll. Die Aktie stieg um 9 Prozent. Ende Juni meldete Medigene, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA den Zulassungsprozess für Polyphenon um 90 Tage bis Ende Oktober verlängert. Die Aktie brach um zwölf Prozent ein.
Die Abhängigkeit von diesem einen Medikament beeinflusst nicht nur den Aktienkurs äußerst heftig, sondern zwang das Unternehmen auch, empfindliche Prognoseänderungen vorzunehmen. Durch die FDA-Entscheidung verschob sich die fest eingeplante Meilensteinzahlung durch den amerikanischen Vertriebspartner. Dadurch erwartet Medigene nicht mehr ein ausgeglichenes Ergebnis in diesem Jahr, sondern einen Verlust zwischen zehn und 15 Millionen Euro. Das ist gut die Hälfte des erwarteten Jahresumsatzes.
Analysten halten Medigene die Treue
Die Börse ist ehrlich. Der Entwicklung des Aktienkurses von Medigene (seit Januar mehr als ein Drittel Verlust) entspricht in etwa der gefühlten Attraktivität des Unternehmens. Kein Fortschritt beim Zulassungsprozess bei Polyphenon, seit Jahren Millionenverluste, wenige Millionen Euro Umsatz durch ein einziges Medikament, immer wieder Rückschläge.
Die Anleger sind skeptischer geworden, was die immer noch vollmundigen Ankündigungen angeht. Viele Analysten jedoch halten Medigene schon seit Jahren die Treue. Mit Blick auf das Kursniveau, die grandiosen Aussichten der Genitalwarzensalbe und den Bemühungen, die Kosten in den Griff zu kriegen, empfehlen sie Medigene immer wieder zum Kauf.
Gruß Moya
Auf die Pipeline achten"
Die Medigene-Aktie hat seit Anfang 2005 die Hälfte ihres Wertes verloren. Jüngst sorgte die Verschiebung einer Medikamentenzulassung für Unmut. Im Interview erklärt Medigene-Chef Peter Heinrich, warum er die Strategie seines Unternehmens für richtig hält.
boerse.ARD.de: Die Performance ihres Unternehmens hat den Anlegern in den letzten eineinhalb Jahren keine besondere Freude gemacht. Der Aktienkurs entwickelte sich sogar deutlich schlechter als der von anderen im TecDax notierten Biotech-Unternehmen, beispielsweise von GPC Biotech oder Morphosys. Woran liegt das?
Heinrich: Der jüngste Kursrückgang ist damit begründet, dass es bei der Zulassung unseres zweiten Medikamentes eine leichte Verzögerung gab. Das hatte etwas Verwirrung ausgelöst. Die Anleger konnten das nicht so leicht einschätzen. Die Verzögerung von drei Monaten ist in unseren Augen nicht so dramatisch, sie war aber verantwortlich für den Abfall des Börsenkurses.
boerse.ARD.de: Die Verzögerung der Zulassung von Polyphenon durch die Gesundheitsbehörde in den USA hat aber die Anleger enorm verunsichert und den Aktienkurs sehr unter Druck gesetzt. Ihre Firma erwartet jetzt einen Verlust in diesem Jahr, da sich die Meilensteinzahlung des Vertriebspartners Bradley Pharmaceuticals auf nächstes Jahr verschiebt. Ist Medigene vom amerikanischen Markt so stark abhängig?
Gruß Moya
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