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Profitable Sparte soll verkauft werden
ThyssenKrupp trennt sich von Industriedienstleistungen
Die größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp baut sein Servicegeschäft um. Der Dax-Konzern kündigte an, den Bereich Industrial Services innerhalb des nächsten Jahres zu verkaufen. Betroffen hiervon seien Geschäftsbereiche mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und 23.000 Mitarbeitern.
Allein in Deutschland sind 12.000 Beschäftigte betroffen. Bei dem Tochterunternehmen handelt es sich um einen der größten Industriedienstleister in Deutschland und Europa. Sein Angebotsspektrum reicht von der Wartung und Instandhaltung von Maschinen bis zum Zusammenbau von Fahrzeugkomponenten für die Autoindustrie.
Zum Verkauf stehende Sparte "hochprofitabel"
Im gesamten Segment Services setzte ThyssenKrupp im vergangenen Geschäftsjahr 2006/07 mit 43.000 Mitarbeitern rund 16,7 Milliarden Euro um und erzielte ein Vorsteuer-Ergebnis von 704 Millionen Euro. Die positive Entwicklung des Segments setzte sich auch in diesem Geschäftsjahr fort, erklärte der Konzern. Auch der nun zum Verkauf stehende Bereich Industrial Services sei "hochprofitabel". Er sei jedoch mit Abstand die kleinste Einheit in dem Segment und habe die geringsten Synergien zum Kerngeschäft. Damit sei er bei einem anderen Eigentümer besser aufgehoben.
Verbleibende Bereiche werden ausgebaut
Der ThyssenKrupp- Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz sagte auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Düsseldorf, der Services-Bereich Special Products werde im Gegenzug deutlich ausgebaut. Dieser Bereich umfasst das Handels-Geschäft mit Walzstahl, Rohren und Rohstoffen sowie die Bau- und Gleistechnik.
Strategischer Partner gesucht
Die Sparte soll zudem durch die Aufnahme eines Partners gestärkt werden, so Schulz. Dieser strategische Investor, der über Kenntnisse in den Wachstumsregionen Asien und mittlerer Osten verfügen solle, könne eine Beteiligung von 30 bis 40 Prozent übernehmen. Konzernvorstand Edwin Eichler kündigte an, mittelfristiges Ziel für die Services-Sparte sei ein Umsatz von 20 Milliarden Euro und ein Vorsteuer-Ergebnis von rund einer Milliarde Euro. Der gesamte Konzern erzielte im Jahr 2007 mit über 190.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 51,7 Milliarden Euro.
Gruss Ice
Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)