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Wissenschaftlich bewiesen: Sex kann reich machen. |
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Dienstag, 15. Juni 2004
Geld allein bringt keine Liebe...
...umgekehrt aber schon
Sex ist offenbar ein Vermögen wert. Ginge es nach einer neuen US-Studie kann man sein Haushaltsgeld quasi nebenbei aufbessern. Die Untersuchung berechnete erstmals das Glück, das die Liebe Frauen und Männern im Bett beschert, in harte Währung um. Demnach heimst ein Paar umgerechnet 49.000 Dollar (rund 40.000 Euro) jährlich ein, wenn es sich statt einem Mal vier oder mehrere Male einander hingibt. Das Ergebnis resultiert aus einer komplizierten Rechnung, die so genannte Glückseinheiten in Dollar aufrechnet. Es stützt sich auf die zentrale Erkenntnis der Studie: Nichts macht Erwachsene – gleich welchen Geschlechts und Alters – so glücklich wie die körperliche Annäherung.
In einer transkontinentalen Zusammenarbeit werteten die beiden Autoren, David Blanchflower vom Dartmouth College in Hanover (US-Bundesstaat New Hampshire) und Andrew Oswald von der Universität Warwick in Großbritannien, die Daten einer Studie mit 16.000 erwachsenen Amerikanern aus. Ihre Arbeit mit dem Titel "Geld, Sex und Glück " wurde dem US-Wirtschaftsforschungsamt in Cambridge, Massachusetts, zur Verfügung gestellt.
Sie kommt zu dem selben Schluss, zu dem der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Daniel Kahnemann bereits bei einer Untersuchung von Frauen in Texas gekommen war. Nach der Aktivität im täglichen Leben befragt, die ihnen das größte Wohlbehagen bringe, entschied sich die Mehrheit der 909 berufstätigen Frauen für Sex.
"Der Einfluss des Liebeslebens auf das Glück ist statistisch klar belegbar", so die Autoren, "und groß". Auf der Liste der Spaß bringenden Tätigkeiten rangiert – gemäß Blanchflower und Co. - die Anfahrt ins Büro auf dem letzten Platz.
Entgegen aller Annahmen habe am meisten überrascht, dass Geld seinem Besitzer nicht mehr Liebe verschafft. Gut betuchte Leute hätten demzufolge genauso oft Sex wie ihre ärmeren Mitmenschen. Ebenso erstaunlich verhalte es sich mit der Anzahl der Liebespartner. 90 Prozent der Befragten, ob begütert oder dem Hungertuch näher, waren mit einer einzigen Person in der Bettstatt zufrieden. Männer, die sich ihre Abenteuer bei den Leichten Mädchen holten, waren deutlich unzufriedener als ihre Geschlechtsgenossen.
"Nach unseren Daten zu urteilen, ist das Liebesleben der Amerikaner weit weniger dramatisch als von Fernsehen und anderen Medien vorgespielt", fassen die beiden Experten zusammen. Dass verheiratete Paare mehr Schäferstündchen haben als Singles, Geschiedene oder Witwer, war zu erwarten. Alle zusammen kommen laut Blanchflower und Oswald im Mittel auf zwei bis drei Liebesnächte monatlich. Nur jeder Zehnte unter Vierzig hatte im Jahr vor der Befragung vier und mehr Mal Sex pro Woche. Allerdings gingen ebenso viele gänzlich leer aus. Auch Homosexuelle bildeten in dieser Hinsicht keine Ausnahme.
Einzig die Bildung macht einen Unterschied, wenn auch einen bemerkenswerten. Der Analyse zufolge haben Männer mit dem höchsten Bildungsniveau etwas spärlicher Sex als weniger Intellektuelle. Hochgebildete Frauen in den USA sind sehr selektiv in der Partnerwahl und wechseln den Geliebten oder Ehemann seltener als andere Frauen. Mehr Lust auf Abwechslung haben, wenig überraschend, die ewigen Junggesellen und Männer, die von ihren Ehefrauen getrennt leben.
So long (oder doch besser short?)
Kalli 