Hallo Leute,
der einzige Absturz, der wohl fundamental begründet ist (naja, letztendlich dann doch an fehlenden Stützungskäufen gescheitert).
Was bleibt übrig zu sagen? Ich ziehen meinen Hut vor dem sowjetischen Erfinder-/Reperatur- und Auswenigetwasmachen-Geist; solange im All zu existieren haben die Amis nicht geschafft!!!
Zumindest hat sich da mein altes Raumfahrersprichtwort wieder einmal erfüllt: Hochkommen ist nicht schwer, oben bleiben dagegen sehr.
In diesem Sinne nehme ich Abschied mit einem weinenden, aber auch einem strahlenden Augen, denn wenigstens habe ich die MIR mit eigenen Augen mal kurz über Mainz fliegen gesehen.
Naja, etwas Hoffnung besteht ja immer noch, dass sich die Russen verrechnet haben, und ich evtl. doch noch Trümmerteile vor die Augen bekomme ;-)
S P A C E ige Grüße aus Mainz
M I R M A N
Nachfolgend noch ein Artikel aus der FTD:
ftd.de, Do, 22.3.2001, 8:01, aktualisiert: Do, 22.3.2001, 16:02
Mir: Der letzte Tag im All
Die russische Flugleitung hat am letzten Flugtag der 15 Jahre alten Mir den kontrollierten Absturz der Weltraumstation eingeleitet.
Die Raumstation Mir
Die Flugleitung drehte die Solarsegel der Mir zur Sonne, um genug Batteriestrom für die Steuerung der Bremsmanöver zu gewinnen. Die Raumstation, die seit 1986 106 Kosmonauten und Astronauten beherbergte, soll am Freitag gegen 07.00 Uhr (MEZ) über dem Süd-Pazifik verglühen. Fluggesellschaften wollen das Gebiet in dieser Zeit meiden. Neuseeland warnte die Besatzungen von 27 Thunfischfangbooten in dem Seegebiet.
Eine Sprecherin der Flugleitung sagte: "Sie (die Mir) wurde so positioniert, dass ihre Batterien sich füllen, und das ist das Wichtigste im Moment." Es seien zum Absturz mehrere Schritte nötig, aber alles verlaufe nach Plan. Am Mittwochabend war das Ende der Mir, die der Stolz erst der sowjetischen und dann der russischen Weltraumprogramme war, unwiderruflich geworden: Sie wurde auf eine Flughöhe gebracht, aus der eine Rückkehr in die Umlaufbahn nicht mehr möglich war.
Dreimal Bremsen vor dem Absturz
Der stellvertretende Flugleiter Viktor Blagow sagte, es gebe keine Anzeichen, dass die Mir von ihrer vorgesehen Flugbahn abweichen könnte. Er wollte damit Sorgen zerstreuen, Teile der 130 Tonnen schweren Station könnten auf bewohnte Gebiete fallen. Mit der Zündung von drei Triebwerken will die Flugleitung am Freitag den Absturz einleiten. Um 01.33 Uhr (MEZ) soll die Station erstmals abgebremst werden und dann nochmals um 03.00 Uhr (MEZ) und 06.00 Uhr.
Wenn alles glatt läuft, wird die Station gegen 07.00 Uhr in der Atmosphäre verglühen. Diejenigen Teile mit einer geschätzten Gesamtmasse von 25 Tonnen, die die Reibungshitze überstehen, sollen zwischen 07.20 Uhr und 07.30 Uhr (MEZ) etwa 3600 Kilometer östlich der Südspitze Neuseelands in den Pazifik stürzen. Der berechnete Absturzkorridor weist in Richtung Chile und ist 200 Kilometer breit und 6000 Kilometer lang.
Die Station wird wahrscheinlich in einer Höhe von 110 bis 100 Kilometern zu verglühen beginnen. Die restlichen heißen Trümmer werden dann mit solcher Wucht aufprallen, dass sie zwei Meter dicken Beton durchschlagen könnten. Für Menschen besteht den Experten zufolge aber kaum Gefahr. Den geplanten Absturzkorridor über dem südlichen Pazifik kreuzten nur wenige Schifffahrts- und Fluglinien.
Fluggesellschaften ändern Zeitplan
Dennoch bereiteten Fluggesellschaften in Australien, in Neuseeland und auf den Fidschi-Inseln Verschiebungen ihrer Transpazifik-Flüge in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag vor. Air New Zealand teilte mit, zwei Flüge nach Tahiti und auf die Cook-Inseln würden eine Stunde später abgehen. Auch ein Flug von Sydney nach Los Angeles könnte betroffen sein. Die australische Gesellschaft Quantas plante für einen Flug nach Buenos Aires einen längeren Zwischenaufenthalt in Neuseeland.
Eine 48 Personen große Gruppe amerikanischer und russischer Kosmonauten, Wissenschaftler, Kameraleute und Weltraumfans will von den Fidschi-Inseln aus das Schauspiel des Verglühens der Mir aus nächster Nähe beobachten und filmen. Dafür hat die Gruppe zwei Flugzeuge bereitgestellt, um die abstürzende Raumstation verfolgen zu können.
Warnung an Fischer
Dicht am Geschehen könnten 27 Fischerboote von den amerikanischen Samoa-Inseln sein, die im Absturzgebiet auf Tunfischfang sind. Nach Angaben der neuseeländischen Behörden wurden die Kapitäne der Schiffe auf die potenziellen Gefahren aufmerksam gemacht. Auf hoher See könne aber niemand gezwungen werden, ein bestimmtes Gebiet zu meiden, hieß es in Wellington. Die Entscheidung liege bei den Kapitänen, sie seien aber mehrmals eindringlich auf die Gefahren hingewiesen worden.
In Neuseeland haben sich die Behörden auf drei mögliche Szenarien eingestellt: Im ersten Fall - mit 97 Prozent Wahrscheinlichkeit - gehen die Trümmer im Zielgebiet nieder. Fall zwei rechnet mit einem teilweisen Fehlschlag der Bremsmanöver, sodass die Mir noch einige Tage länger der Erde entgegentrudeln könnte. Im schlimmsten Fall, wenn die Station nicht abgebremst werden könne, wäre ein Absturz nach sieben bis zehn Tagen irgendwo zwischen dem 52. Breitengrad im Norden und dem 52. Breitengrad im Süden möglich.