das kann sehr wohl noch unangenehm werden, und zwar unternehmensspezifisch. die these, dass hier ein massenmord (meine wortwahl) durch einen größenwahnsinnigen narzissten und nihilisten (wortwahl Spiegel, Papierausgabe) verübt wurde, ist mittlerweile hinreichend belegt. außerdem wir wissen wir folgendes:
1) der killer war schon während seiner ausbildung in behandlung, und zwar offenbar wegen selbstmordgefahr, was die ausbildende LH - schule anscheinend wußte. sorry, aber freaks haben im cockpit von passagiermaschinen nichts verloren, und zwar auf dauer. was haben die sich eigentlich bei der übernahme in den pilotendienst gedacht ?
2) der killer war offenbar nicht geheilt, sondern hatte einen vermerk in der lizenz und in seinem medical dahingehend, dass er in besonderer medizinischer behandlung steht. das wußte germanwings natürlich, weil lizenz und medical beim arbeitgeber vorzulegen sind. fit to fly ? warum hat sich germanwings nicht die ärzte nennen lassen, nicht von dem piloten verlangt, dass der arbeitgeber von der ärztlichen verschwiegenheitspflicht befreit wird und nicht verlangt, dass die behandelnden ärzte den arbeitgeber laufend unterrichten, vor allem über krankschreibungen wegen solcher "kleinigkeiten" wegen akuter bipolarer störungen ? ein LH vorstand versteckt sich vor diesem hintergrund in einer pressekonferenz hinter der ärztlichen pflicht zur verschwiegenheit ? lächerlich, peinlich und ein armutszeugnis.
3) die standard - medicals class 1 (profis) und class 2 (privatpiloten) beruhen auf schwerpunktuntersuchungen auf körperliche probleme hin und einer umfangreichen selbstauskunft des piloten. da wird schon mal geschönt, geschummelt und gelogen, weil fliegerärzte bei piloten ungefähr so beliebt sind wie fußpilz - die können einen piloten jederzeit grounden. über die schummelei weiß jeder bescheid, es ist verantwortungslos, falls ein arbeitgeber bei einem piloten mit einer derartigen vorgeschichte keine cross-checks gemacht haben sollte und die entwicklung nicht laufend überwacht haben sollte.
für mich sieht das nach indizien dahingehend aus, dass die organisation des flugbetriebes bei germanwings zu wünschen übrigen läßt - um es mal dezent zu formulieren. bin mal gespannt, ob und wann die erste strafanzeige wegen fahrlässiger tötung und luftverkehrsgefährung gestellt wird. fliegerisch bin ich kein profi, aber doch privatpilot mit einer lizenz für einmot- propellermaschinen. ich muß alle zwei jahre (bald einmal pro jahr) zum fliegerarzt, bin also fliegerisch in theorie und praxis nicht völlig ahnungslos.
quellen:
www.spiegel.de/panorama/...krankheit-a-1026339.html#ref=plista
www.spiegel.de/panorama/...sychischen-problemen-a-1026520.html