Das Eigenkapital ist zum Ende des katastrophalen Geschäftsjahres 2020 auf knapp 1,4 Milliarden Euro zusammengeschmolzen, eine Quote von nur noch 3,5 Prozent der Bilanzsumme nach 24 Prozent im Vorkrisenjahr 2019.
Im Coronajahr 2020 griff Lufthansa zeitgleich zu einem Bilanztrick. Der Konzern verschob die AirTrust AG - in der Schweizer Holding liegen Swiss und Edelweiss - in eine Tochtergesellschaft und deckte dabei Stille Reserven von 5,608 Milliarden Euro auf. Bisher stand die AirTrust nur mit 10 Millionen Euro in den Büchern.
Die 5,6 Milliarden Euro geben den Wert wider, den Lufthansa - gestützt auf Gutachten eines Wirtschaftsprüfers - Swiss und Edelweiss trotz Krise zumisst.
Auf der einen Seite haben Vorstand und Aufsichtsrat die Aktionäre erfolgreich um einen Vorratsbeschluss gebeten, um in den nächsten Jahren bei günstiger Gelegenheit bis zu 5,5 Milliarden Euro neues Eigenkapital aufnehmen zu können.
Mit den neuen Anteilen sollen vorrangig die stillen Beteiligungen des deutschen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) abgelöst werden, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr angekündigt hat. Gleichzeitig erklärte der neue Finanzvorstand Remco Steenbergen aber, dass man erwäge, noch in diesem Quartal 1,5 Milliarden Euro aus der bislang unangetasteten Stillen Beteiligung 1 des WSF abzurufen.
Dieser Teil der Staatshilfe ist für das Unternehmen nicht billig, sondern kostet im laufenden Jahr 4 Prozent und im kommenden Jahr schon 5 Prozent Zinsen. Deutschland, Österreich, Belgien und die Schweiz hatten dem Konzern wegen des Geschäftseinbruchs durch die Pandemie im vergangenen Jahr 9 Milliarden Euro Staatshilfe zugesagt und ihn damit vor dem Untergang bewahrt.
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