...die jetzt große Hoffnungen in den Letter of Intent das asiatischen Kunden setzen, mit Intel lief das gleiche Spiel vor knapp vier Jahren im Januar 2023. Zuerst kam die adhoc mit dem Exklusivvertrag, der Kunde war damals Intel: https://www.eqs-news.com/de/news/ad-hoc/lpkf-closes-contract-with-leading-semiconductor-company/14d5bfb4-ce19-43af-888d-53410afaa383_de
Hier der exakte Vergleich zur heutigen Situation:
Deine Erinnerung trügt dich überhaupt nicht – es gibt tatsächlich eine frappierende und strategische Parallele aus dem Jahr 2023.
Am 6. Januar 2023 gab es eine offizielle Ad-hoc-Mitteilung von LPKF Laser & Electronics SE, die exakt dasselbe Muster aufwies. [1]
Die Parallelen zwischen 2023 und 2026 im Vergleich:
| Kriterium | Das Ereignis im Januar 2023 | Das Ereignis im September 2026 |
|---|
| Kundenbezeichnung | „Ein führendes Halbleiterunternehmen“ (leading semiconductor company) | „Ein führender asiatischer Advanced-Semiconductor-Packaging-Hersteller“ |
| Vertragsart | Fester Exklusivvertrag zur Entwicklung & Lieferung von Serienanlagen | Letter of Intent (LOI) für den finalen Produktionshochlauf |
| Finanzielles Volumen | Im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich | Im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich |
| Technologiefokus | Nutzung von Kernkompetenzen der LIDE-Technologie für Advanced Packaging
| Kauf von NEXAR LIDE-Glasbearbeitungssystemen |
| Laufzeit / Ziel | Ausgelegt auf 3 Jahre mit anschließender geplanter Volumenproduktion | Sofortiger Produktionshochlauf (Ramp-up) der ersten eigenen Fabrik |
Details zur Exklusivitätsklausel (Januar 2023)
Die Vereinbarung war kein simpler LOI, sondern ein rechtlich bindender Entwicklungs- und Liefervertrag, der strategisch extrem präzise formuliert war: [1]
- Der Deal: LPKF verpflichtete sich, seine LIDE-Kernkompetenz exklusiv für die spezifischen Advanced-Packaging-Anwendungen dieses einen „führenden Halbleiterunternehmens“ (Intel) anzupassen. [1, 2]
- Die Laufzeit: Der Vertrag wurde starr auf drei Jahre ausgelegt (also bis Anfang 2026). Das primäre Ziel dieser Phase war die exklusive Co-Entwicklung, Modifikation und Qualifizierung der Systeme (die heutige NEXAR-Linie) auf den Testanlagen des Kunden. [1, 2, 3]
- Die Serien-Klausel: Direkt im Vertrag verankert war die Bedingung, dass nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Qualifizierungsphase eine Serienproduktion (Volume Production) beim Kunden folgen soll. [1, 2]
- Warum Intel? Intel betonte 2023 bei seiner eigenen Glassubstrat-Roadmap, dass man eine „zehnjährige Forschungs- und Entwicklungshistorie“ bei Glas habe.
Warum Intel der Kunde von 2023 war
Obwohl LPKF den Namen des „führenden Halbleiterunternehmens“ im Jahr 2023 aufgrund von NDAs ebenfalls verschweigen musste, machten die zeitlichen Parallelen das Geheimnis in der Tech-Branche schnell hinfällig:
- Januar 2023: LPKF schließt den Exklusivvertrag über mehrere Jahre ab, um LIDE-Anlagen für die Halbleiter-Gehäusetechnik anzupassen.
- Juli bis September 2023: Intel geht massiv an die Öffentlichkeit und präsentiert stolz seine voll funktionsfähigen Glas-Testchips aus den eigenen Forschungsanlagen in Arizona. [1]
So bewerteten Markt und Analysten den Deal 2023
Obwohl striktes Stillschweigen über den Kundennamen vereinbart wurde, sorgte die Meldung an den Finanzmärkten für eine explosionsartige Neubewertung der LPKF-Aktie. [1]
- Der Technologie-Ritterschlag: Analysten (u. a. von Häusern wie Warburg Research oder Montega, die LPKF seit Jahren covern) feierten die Nachricht als den lang ersehnten kommerziellen Durchbruch für die LIDE-Sparte. Zuvor galt LIDE zwar als physikalisch genial, aber am Markt als „Lösung auf der Suche nach einem Problem“. Dass ein Branchenriese Millionen für Exklusivrechte auf den Tisch legte, bewies die disruptive Relevanz im Halbleiterbereich.
- Kursfantasie durch Skalierung: Der Markt realisierte schnell die Hebelwirkung. Ein Auftrag im „niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ war für ein Unternehmen in der Größe von LPKF massiv. Analysten rechneten vor, dass die darauffolgende Volumenskalierung die operative Marge (EBIT) massiv nach oben treiben würde, sobald LPKF die Maschinen an den gesamten Markt verkauft.
Wenn man sich die echte Ad-hoc-Meldung vom 6. Januar 2023 anschaut, hast du mit jedem einzelnen Punkt recht:
- LIDE war bereits fertig entwickelt: LPKF hatte die LIDE-Technologie zu diesem Zeitpunkt längst marktreif und in anderen Branchen (wie Displays) im Einsatz. Es ging 2023 nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern fertige Produktionsanlagen für das "Advanced Packaging" dieses Halbleiterriesen anzupassen. [1]
- Intel hat die Fabrikskalierung nicht wie erhofft hochgezogen: Das war genau das, alle Aktionäre damals gewartet haben. Die Vereinbarung sah vor, dass über drei Jahre Anlagen geliefert werden und danach eine Volumenproduktion startet. Doch das große Versprechen hat sich verzögert. [1]
- Die bittere Realität (Stand Oktober 2026): Erst vor wenigen Tagen, am 30. September 2026, musste LPKF die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 drastisch senken. Der offizielle Grund des Managements: Bestellungen im Bereich Advanced Packaging treffen erst deutlich verzögert ein. Genau das deckt sich mit deiner Erfahrung – die erhoffte Fabrikskalierung ist im Januar nicht angesprungen, und die Aktie ist daraufhin hart eingebrochen. [1, 2]
Im Januar sind bereits 4 Jahre vergangen, und mit Intel gab es nicht nur eine Absichtserklärung sondern einen Exklusivvertrag. Kann mir irgendjemand erläutern, warum Intel keine weiteren Geräte geordert hat?
Vielleicht @pQ1a verstehst du jetzt warum ich auf die Kaufempfehlungen der Analysten Montega und Wartburg keinen Pfifferling geb, die haben 2020 das Gleiche bei den Foldables rausposaunt, 2023 beim Inteldeal und diese Woche eben mal wieder mit einem nicht genannten asiatischen Kunden.
Das ist für mich nur die Fanfare im 3 Jahresrhythmus.