Dr. Doom vergleicht US-Geldpolitik mit Simbabwe
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20. März 2009, 15:55 Uhr
Die USA haben einen gefährlichen Weg eingeschlagen, meint Fondsmanager Marc Faber – besser bekannt als Dr. Doom. Mit der 1150-Milliarden-Geldpritze löst die US-Notenbank keine Probleme. Sie handelt wie das Entwicklungsland Simbabwe. Dort kostet ein Ei heute 100 Milliarden Simbabwe-Dollar.
Dr. Marc Faber
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Börsenanalyst und Fondsmanager Dr. Marc Faber gilt als ausgesprochener Skeptiker
„Quantitative Easing“ ist das neue Schlagwort unter den meisten Notenbanken rund um die Welt. Großartig!? Denn was das bedeutet, ist den wenigsten klar. Damit wird die Geldpolitik von Robert Mugabe in Simbabwe, wo bereits Banknoten im Nominalwert von 100 Milliarden Simbabwe-Dollar im Umlauf sind, unseren westlichen weit entwickelten Gesellschaften übergestülpt. Das wird Folgen haben, denn für die 100 Milliarden bekommt man in Zimbabwe heute drei Eier und morgen nur noch zwei.
Es ist schon bedauerlich und geradezu deprimierend, dass nach rund 5000 Jahren Menschheitsgeschichte, die immer wieder von Hyperinflationsperioden begleitet wurden, unsere Notenbanken immer noch nichts gelernt haben. Der Blick zurück macht doch deutlich, dass man mit Gelddrucken weder Probleme lösen noch Wohlstand schaffen kann. Ganz im Gegenteil. Von den Griechen, Römern und Spaniern im 16. Jahrhundert zu den Deutschen zur Zeit der Weimar Republik anfangs der 1920er-Jahre hat Gelddrucken alle Gesellschaften ruiniert. Weshalb?
Üblicherweise haben Gesellschaften immer dann massiv Geld gedruckt, wenn deren Verpflichtungen oder deren Schuldenlast zu drückend wurden. Sie also wirtschaftlich nicht mehr in der Lage waren, ihre Gläubiger zu bedienen. Die dem Ersten Weltkrieg folgenden Reparationszahlungen waren für die kriegsgeschwächte deutsche Wirtschaft verheerend. Die Folgen sind bekannt, es kam zur galoppierenden Inflation.
Als vor zwei Jahren Robert Mugabe von seinem Finanzminister mitgeteilt bekam, dass kein Geld vorhanden sei für seine geplanten Infrastrukturausgaben, machte der es sich einfach. Er antwortete, dass man für die Verwirklichung seiner Pläne einfach weitere Banknoten drucken soll.
www.welt.de/finanzen/article3413527/...litik-mit-Simbabwe.html