Ja, Schrottfirma.
Folgende Aspekte sind diesbezüglich für mich relevant:
- Keinerlei Preissetzungsmacht und deswegen sehr niedrige Gewinnmargen.
- Hohe Vorabinvestitionen und volles Mengenrisiko auf Seite Leoni und nicht der Kunden. Das Mengenrisiko kann in beide Richtungen zuschlagen. Nach unten, wenn weniger abgenommen wird, aber auch nach oben, wenn mehr Aufträge kommen als geplant (siehe Rumänien vor etwa 3 Jahren, als das Ergebnis dadurch belastet wurde, dass Arbeiter zwischen Werken verlagert werden mussten, um Spitzen abzudecken). Die geplante (niedrige) Gewinnmarge erzielt Leoni nur, wenn die geplante Menge auch recht genau kommt. Weicht die Menge ab, geht die Marge weiter nach unten und wird schnell negativ.
- Sehr arbeitsintensive Produktion und damit ist Leoni darauf angewiesen, die billigsten der billigen Standorte in Schwellenländern zu verwenden. Verbunden mit dem Risiko, für das wenige Geld keine vernünftigen Arbeitskräfte zu finden (vor einigen Jahren wurde Leoni hart getroffen von der Steigerung des Mindestlohns in Rumänien von 1,50 Eur auf 1,70 Eur (die Zahlen weiß ich nicht mehr genau). Des weiteren werden typischerweise auch diese Standorte sukzessive teurer, sodass Leoni seine Produktion immer weiter verlagern und neu aufbauen muss.
- Obwohl Leoni ständig neue Standorte aufbaut, haben sie das zugehörige Projektgeschäft nicht im Griff (siehe Mexiko). Dies hängt auch mit dem Punkt vorher zusammen, dass in diesen entfernten Ländern die Projektsteuerung sicherlich schwieriger ist als lokal in Deutschland.
- 40 Mio in den Sand gesetzt mit dem Enkeltrick.
- Seit etlichen Jahren (mindestens) keinen positiven Cash Flow mehr gehabt und die Schulden stark ansteigen lassen.
Reicht das oder wie würdest Du ein solches Unternehmen bezeichnen?
Und ja, ich weiß, dass es ein Fehler war, in Leoni zu investieren. Darum geht es nicht (mehr).