Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.
(Terry Pratchett)
www.my.calendars.net/lehman
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.in welchem Verhältniss werden diese umgebucht, wann soll das geschehen und inwiefern partizipieren wir davon, wenn alle Zahlungen abgeschlossen sind?
Es gibt keine "Umbuchung". Es ist lediglich so, dass, weil die komplette Liquidation (frühestens!!) in 3 Jahren abgeschlossen sein wird, beim Liquidator eine Aktie, welche das komplette Equity (auch preferred equity) repräsentiert, verbleibt. Das ist einfach notwendig, solange die Abwicklung nicht abgeschlossen ist. Da vor Equity noch eine dreistellige Milliardensumme an unbedienten Claims steht, wird Equity in keinem Fall "partizipieren". Selbst preferred equity nicht, welches aber immer noch vor commons käme.
Nachdem hier der Handel angehalten sein wird, wird jede Chance vorbei sein, aus dieser Position noch mal Geld zu machen. Es wird dann auch nicht mehr möglich sein, die Abgeltungssteuergutschrift auf den Verlust zu erhalten.
sollten nicht mit zustimmung zum insolvenzplan alle ansprüche abgegolten sein? und was darüber hinaus noch reinkommt bleibt firmeneigentum? oder warum sonst setzt man noch groß prozesse an nächstes jahr? steht ja vielleicht auch im plan drin, aber dafür müßte man den mal komplett durcharbeiten... *graus*
Ich zitiere aus einem Zitat aus einem Posting von dir:
www.wallstreet-online.de/diskussion/...echste#1139583_42451012
"Each holder of an Equity Interest in LBHI (through their
interest in the new share of LBHI common stock or otherwise) shall neither receive nor retain
any Property of the Estate or direct interest in Property of the Estate of LBHI on account of such
Equity Interests; provided, however, that in the event that all Allowed Claims in LBHI Classes 1
through 11 have been satisfied in full in accordance with the Bankruptcy Code and the Plan, each
holder of an Equity Interest in LBHI may receive its share of any remaining assets of LBHI"
Zu beachten ist der zusätzlich fette und unterstrichene Textteil, denn plangemäß erhalten Class 1 bis 11 eben "nur" 65Mrd. Bin kein Fachmann, aber bei z.B. Privatkonkurs einigen sich die Gläubiger mit den Schuldner nach Studium seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf einen gewissen Prozentsatz der Schuld und einem gewissen Zeitraum (z.B. 20% in 3 Jahren) in der diese Teilschuld beglichen werden muss. Danach ist der Schuldner schuldenfrei, die Schuld wurde ihm also zu 80% erlassen (Discharge). Danach kann der Gute durch Fleiß immernoch reich werden, ohne dass die ehemaligen Gläubiger ihn auf immer und ewig anzapfen. Das ist doch der Sinn des Ganzen?
passant
sollten nicht mit zustimmung zum insolvenzplan alle ansprüche abgegolten sein?
Nein.
und was darüber hinaus noch reinkommt bleibt firmeneigentum?
Es gibt hier am Ende keine Firma mehr. Dies ist ein Liquidationsplan.
oder warum sonst setzt man noch groß prozesse an nächstes jahr?
Der effective date ist nicht das Ende des Verfahrens. Er ist nur das Ende der Aktien und deren Handel.
steht ja vielleicht auch im plan drin, aber dafür müßte man den mal komplett durcharbeiten... *graus*
Richtig. Schau z.B. mal auf Seite 29, die en passant gerade auf dem Basherforum gefunden hat.
denn plangemäß erhalten Class 1 bis 11 eben "nur" 65Mrd.
Das ist unrichtig, die Gläubiger erhalten alles was rauskommt, 65 Mrd. ist bestenfalls eine Schätzung, die endgültige Recovery steht noch längst nicht fest.
Danach kann der Gute durch Fleiß immernoch reich werden, ohne dass die ehemaligen Gläubiger ihn auf immer und ewig anzapfen. Das ist doch der Sinn des Ganzen?
Das ist hier aber nicht so. Wie gesagt, bleibt hier am Ende nichts übrig. Beim Privatkonkurs einer natürlichen Person ist das klarerweise anders. Es wäre auch anders, wenn hier eine reorganisierte Firma (als going-concern) am Ende stünde. Dann wiederum wäre es freilich so dass die Aktien der reorganisierten Firma (die dann "immer noch reich werden" könnte) natürlich an die nicht vollständig bedienten Gläubiger fielen, anstatt an die alten Aktionäre.
Also die Klassen 1 bis 10A (glaub ich) erhalten in Summe 65Mrd. Wenn der Geldtopf überläuft, dann füllt sich Class 10B (das sind die CTs), danach 10C (?), dann 11 (Vorzüge) und der Rest plätschert in 12.
Interessant zu wissen wäre, ob CTs und Vorzüge auf die vollen Nennwerte aufgefült werden, oder auch nur auf einen gewissen Prozentsatz. Jedenfalls haben die Klassen 10B und 11 in Summe nur ganz wenige Mrd. Nennwert.... muss nachschauen.
passant
auf seiten 13/14 steht was zu substantive consolidation:
The Debtors and the Creditors’ Committee have conducted
a thorough factual and legal analysis to determine whether the substantive consolidation of the
Debtors and their Affiliates is appropriate. The facts and analysis set forth in the Disclosure
Statement, the Debtors’ Memorandum of Law In Support of the Global Settlement, and the
Suckow Declaration, reflect that there are facts that support and facts that militate against the
substantive consolidation of the Debtors and their Affiliates based upon the law in this
jurisdiction. There is a possibility that if litigated to final judgment, a court may find that the
substantive consolidation of the Debtors and their affiliates, including their Foreign Affiliates, is
appropriate.
mein letztes posting hat sich mit deinem gekreuzt (bin langsamer tipsler). ich konnte noch nichts finden, wo steht ob die 65mrd minimum oder fix sind...
p.
Meines Wissens befindet sich Lehman nicht im Chapter 7 - Liquidation - , sondern im Chapter 11 - Restrukturierung - !
Das ist korrekt, aber was Du scheinbar nicht weißt, ist dass auch unter chapter 11 Liquidationspläne zulässig sind. In der Tat ist es so, dass sehr viele chapter 11 Verfahren in einer Liquidation enden, ohne je zu Chapter 7 konvertiert worden zu sein.
Wenn jemand so die Tatsachen - teilweise sehr geschickt und argumentativ gut aufgebaut - verdreht, stelle ich mir die Frage: Welche Ziele verfolgt und welche Interessen vertritt er ?
Wenn Du Dir, anstatt Dir ständig um meine "Ziele" Sorgen zu machen, z.B. Seite 146 im disclosure statement (Überschrift: Liquidation under Chapter 7) durchlesen würdest, wüsstest Du warum man hier in chapter 11 liquidiert anstatt nach chapter 7 zu konvertieren. Ich zitiere:
In a liquidation under chapter 11, the Debtors’ assets could be sold in an orderly
fashion over a more extended period of time than in a liquidation under chapter 7. Thus, a
Chapter 11 liquidation is likely to result in greater recoveries than in a chapter 7 liquidation for
all Classes.
das scheint mir schon bisschen viel selbstlosigkeit zu sein, da wird chapter 11 gewählt und die auszahlung über drei jahre hingetreckt, und da werden noch aufwändige prozesse geführt, und das alles nur, um den gläubigern mehr auszahlen zu können und am ende das licht auszuschalten? da wird auf zeit gespielt und andere pläne verfolgt, ob sie am ende aufgehen ist eine andere frage...
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| 57 | 14.198 | Lehman Brothers Holdings Inc. (LEH) | Abenteurer | jacky6 | 28.01.25 14:39 | |
| 9 | 128 | Chapter 11-Bsp.für erfolgreiche Sanierung gesucht | krauty77 | union | 22.06.17 12:03 | |
| 24 | 125 | Welche LEHMAN-Producte sind davon betroffen? | Teras | Teras | 20.07.13 17:14 | |
| 6 | 22 | RT Chart USA | 10MioEuro | Teras | 16.06.12 19:06 | |
| 4 | 28 | Lehman Brothers 2009 | plusquamperfekt | emergingstocks | 28.03.11 18:22 |