die wohl umsatzstärkste der acht Kernbeteiligungen, die Private Helds sind. Leider hält Internet Capital hier nur noch 27%, aber der Markt boomt extrem. Nach den von mir auf 50 Millionen geschätzten Erlösen in 2005 (Grundlage sind die Zahlen für vier zusammengefaßte Beteiligungen von Internet Capital, die im Schnitt 37,5 Millionen Umsatz hatten: GoIndustry,Credittrade, Freeborders und Marketron. Bei Freeborder und Maketron dürften es in 2005 Werte zwischen 25 und 30 Millionen gewesen sein, bei Metastorm ca. 40 Millionen, sodass man bei Creditrade auf ca. 50 Millionen kommt, dürften bei dem rasanten Wachstum 70 bis 80 Millionen in 2006 geschafft werden. Bei einem absolut vertretbaren KUV von 8 wären wir dann bei einem Wert von Credittrade in Höhe von 600 Millionen und bei 162 Millionen für die 27% von Credittrade.
Kreditderivate boomen
Terminmarkt boomt
Der Markt für Kreditderivate wächst rasant. Dabei ist das wichtigste Instrument sogenannte Credit Default Swaps (CDS). CDS sind bilaterale Kontrakte, die sich auf ein bestimmtes Kreditrisiko (zum Beispiel Anleihen von Daimler-Chrysler) beziehen.
Der Markt für Kreditderivate wächst rasant. Die wichtigsten Instrumente sind Credit Default Swaps (CDS). Sie sind eine Art Ausfallversicherung auf Anleihen oder auch Kredite, mit der sich die Risiken handeln lassen, ohne dass die zu Grunde liegenden Referenzobligationen den Besitzer wechseln. Knapp zwei Drittel der Geschäfte entfallen auf Unternehmensrisiken, die von den Ratingagenturen mit Noten innerhalb des Investment-Grade eingestuft werden, womit der Schuldner als solide gilt.
HB FRANKFURT. Bis zum zweiten Halbjahr 2005 ist der Markt – also das Nominalvolumen der Risiken, die durch CDS abgesichert sind – weltweit auf rund 12,4 Billionen Dollar angeschwollen (s. „Eine Anlageklasse für sich“). Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. „Der Markt wird immer wichtiger, und für professionelle Investoren sind Credit Default Swaps die entscheidende Messlatte für die Bewertung von Kreditrisiken“, sagt Gunnar Regier, der bei JP Morgan in Frankfurt institutionelle Anleger im Anleihe- und Derivatebereich betreut.
CDS sind bilaterale Kontrakte, die sich auf ein bestimmtes Kreditrisiko (zum Beispiel Anleihen von Daimler-Chrysler) beziehen. Während der Laufzeit des Kontrakts verpflichtet sich der Sicherungsgeber (Risikokäufer), einen etwaigen wirtschaftlichen Verlust in der Referenzobligation bei Eintritt eines Kreditereignisses gegenüber dem Sicherungsnehmer (Risikoverkäufer) zu kompensieren. Als Kreditereignisse gelten üblicherweise vor allem Insolvenz oder Zahlungsverzug des Schuldners. Tritt ein solches juristisch vordefiniertes Kreditereignis ein, so liefert der Sicherungsnehmer eine entsprechende Referenzobligation an den Sicherungsgeber und erhält im Gegenzug dafür den Nennwert erstattet. Alternativ kann auch auf die Lieferung verzichtet werden und die Entschädigung komplett in bar gezahlt werden. Für diese Absicherung zahlt der Sicherungsnehmer eine Prämie an den Sicherungsgeber.
In diesem Jahr pendeln die Risikoaufschläge (Spreads) von CDS – gemessen am I-Traxx-Europe-Index – zwischen 0,36 und 0,38 Prozentpunkten und sind damit sehr niedrig, ähnlich wie die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen. Die meisten Experten fürchten, dass die Spreads in diesem Jahr steigen werden. Der I-Traxx-Europe-Index bildet die 125 liquidesten Credit Default Swaps europäischer Unternehmen ab. Es gibt verschiedene I-Traxx-Indizes, die Investoren aktiv handeln können.
„Die Indizes haben die Transparenz und Liquidität des Marktes enorm erhöht“, sagt Regier. Meist reagierten die CDS und die Indizes viel schneller auf bestimmte Ereignisse als die Unternehmensanleihen. „Zudem sind die Umsätze bei Kreditderivaten deutlich höher als bei den Anleihen selbst“, betont Michael Zaiser, Stratege für Kredite und Derivate bei der Hypo-Vereinsbank (HVB).
Besonders aktiv am CDS-Markt sind Banken, gefolgt von Versicherern. Auch Hedge-Fonds und herkömmliche Investmentgesellschaften gehören zu den Marktteilnehmern. Deutsche Fonds dürfen Kreditderivate erst seit gut zwei Jahren einsetzen. Dafür müssen sie nachweisen, dass sie die Risiken messen und überwachen können. „Dabei hapert es noch an der Umsetzung, weshalb deutsche Fonds CDS nur vereinzelt einsetzen“, sagt Zaiser. Er geht aber davon aus, dass sich die deutschen Fonds in den nächsten zwei Jahren stärker auf CDS konzentrieren werden. „Das wird dem Markt noch weiteren Schub geben“, meint der Stratege.
Erfunden wurden die Credit Default Swaps in den neunziger Jahren von Banken, vornehmlich, um die Bücher von Kreditrisiken zu entlasten. Heute nutzen die Handelsabteilungen der Banken wie auch die anderen Akteure die Derivate auch, um bei steigenden Spreads Gewinne zu machen.
„Bei herkömmlichen Anleihen kann man in der Erwartung steigender Risikoaufschläge einzelner Bonds nur besser als der Markt abschneiden, wenn man die Anleihen nicht im Portfolio hat“, erklärt Klaus Oster, Leiter des Kreditresearchs bei der Fondsgesellschaft Deka Investment: „Im CDS-Markt kann man dagegen durch den Kauf von Sicherung direkt von steigenden Spreads profitieren.“
Lesen Sie weiter auf Seite 2:Außerdem gilt das größere Anlageuniversum im Derivatemarkt als Vorteil.
Außerdem gilt das größere Anlageuniversum im Derivatemarkt als Vorteil. Mit den CDS lassen sich Kreditrisiken auf alle Laufzeiten nachbilden, auch wenn es keine entsprechenden Anleihen gibt. „Das führt auch dazu, dass sich die Risiken über die einheitlichen CDS besser vergleichen lassen als über Anleihen, die in Laufzeit und Ausstattung stärker variieren“, sagt Oster. „Hinzu kommt die Hebelwirkung, weil sich Risiko handeln lässt, ohne dass Anleihen ge- oder verkauft werden müssen.“
Die Hebelwirkung wird jedoch auch kritisiert, genau wie die Tatsache, dass nicht nachvollziehbar wird, wer welche Derivate hält, so dass ein Systemrisiko entsteht. Gefahren sehen etwa die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und nationale Aufsichtsbehörden auch dadurch, dass es bei der Abwicklung der Derivategeschäfte zu Verzögerungen kommt, was bei tatsächlichen „Credit Events“ die Turbulenzen an den Finanzmärkten verstärken könnte. JP-Morgan-Fachmann Regier hält dagegen, dass es der Stabilisierung des Finanzsystems diene, wenn die Risiken breit gestreut seien: „Außerdem entwickeln die Marktteilnehmer die Risikomodelle und die Abwicklung weiter, so dass das systemische Risiko stetig abnimmt.“
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Eine Anlageklasse für sich
Der Markt
Credit Default Swaps (CDS) sind die bedeutendsten und liquidesten Kreditderivate. CDS machen Kreditrisiken handelbar – unabhängig von den zu Grunde liegenden Anleihen oder Krediten. Wer die Sicherung kauft, muss dafür eine Prämie bezahlen. Der Markt entstand in den 90er-Jahren und hat zum Teil pro Jahr Wachstumsraten von über 100 Prozent. Derzeit sind weltweit CDS-Kontrakte über 12,4 Billionen Dollar am Markt. Die Teilnehmer
Erfunden wurden die CDS in den 90er-Jahren von Banken. Inzwischen sind auch viele Versicherer auf dem Markt aktiv, ebenso wie Hedge-Fonds, Investmentgesellschaften und Unternehmen.
Die Folgeprodukte
CDS sind die Grundlage für viele andere derivative Produkte, zum Beispiel synthetische Asset Backed Securities, bei denen Kreditrisiken übertragen und als Wertpapiere an den Markt gebracht werden.
Von Andrea Cünnen
Kreditderivate boomen
Terminmarkt boomt
Der Markt für Kreditderivate wächst rasant. Dabei ist das wichtigste Instrument sogenannte Credit Default Swaps (CDS). CDS sind bilaterale Kontrakte, die sich auf ein bestimmtes Kreditrisiko (zum Beispiel Anleihen von Daimler-Chrysler) beziehen.
Der Markt für Kreditderivate wächst rasant. Die wichtigsten Instrumente sind Credit Default Swaps (CDS). Sie sind eine Art Ausfallversicherung auf Anleihen oder auch Kredite, mit der sich die Risiken handeln lassen, ohne dass die zu Grunde liegenden Referenzobligationen den Besitzer wechseln. Knapp zwei Drittel der Geschäfte entfallen auf Unternehmensrisiken, die von den Ratingagenturen mit Noten innerhalb des Investment-Grade eingestuft werden, womit der Schuldner als solide gilt.
HB FRANKFURT. Bis zum zweiten Halbjahr 2005 ist der Markt – also das Nominalvolumen der Risiken, die durch CDS abgesichert sind – weltweit auf rund 12,4 Billionen Dollar angeschwollen (s. „Eine Anlageklasse für sich“). Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. „Der Markt wird immer wichtiger, und für professionelle Investoren sind Credit Default Swaps die entscheidende Messlatte für die Bewertung von Kreditrisiken“, sagt Gunnar Regier, der bei JP Morgan in Frankfurt institutionelle Anleger im Anleihe- und Derivatebereich betreut.
CDS sind bilaterale Kontrakte, die sich auf ein bestimmtes Kreditrisiko (zum Beispiel Anleihen von Daimler-Chrysler) beziehen. Während der Laufzeit des Kontrakts verpflichtet sich der Sicherungsgeber (Risikokäufer), einen etwaigen wirtschaftlichen Verlust in der Referenzobligation bei Eintritt eines Kreditereignisses gegenüber dem Sicherungsnehmer (Risikoverkäufer) zu kompensieren. Als Kreditereignisse gelten üblicherweise vor allem Insolvenz oder Zahlungsverzug des Schuldners. Tritt ein solches juristisch vordefiniertes Kreditereignis ein, so liefert der Sicherungsnehmer eine entsprechende Referenzobligation an den Sicherungsgeber und erhält im Gegenzug dafür den Nennwert erstattet. Alternativ kann auch auf die Lieferung verzichtet werden und die Entschädigung komplett in bar gezahlt werden. Für diese Absicherung zahlt der Sicherungsnehmer eine Prämie an den Sicherungsgeber.
In diesem Jahr pendeln die Risikoaufschläge (Spreads) von CDS – gemessen am I-Traxx-Europe-Index – zwischen 0,36 und 0,38 Prozentpunkten und sind damit sehr niedrig, ähnlich wie die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen. Die meisten Experten fürchten, dass die Spreads in diesem Jahr steigen werden. Der I-Traxx-Europe-Index bildet die 125 liquidesten Credit Default Swaps europäischer Unternehmen ab. Es gibt verschiedene I-Traxx-Indizes, die Investoren aktiv handeln können.
„Die Indizes haben die Transparenz und Liquidität des Marktes enorm erhöht“, sagt Regier. Meist reagierten die CDS und die Indizes viel schneller auf bestimmte Ereignisse als die Unternehmensanleihen. „Zudem sind die Umsätze bei Kreditderivaten deutlich höher als bei den Anleihen selbst“, betont Michael Zaiser, Stratege für Kredite und Derivate bei der Hypo-Vereinsbank (HVB).
Besonders aktiv am CDS-Markt sind Banken, gefolgt von Versicherern. Auch Hedge-Fonds und herkömmliche Investmentgesellschaften gehören zu den Marktteilnehmern. Deutsche Fonds dürfen Kreditderivate erst seit gut zwei Jahren einsetzen. Dafür müssen sie nachweisen, dass sie die Risiken messen und überwachen können. „Dabei hapert es noch an der Umsetzung, weshalb deutsche Fonds CDS nur vereinzelt einsetzen“, sagt Zaiser. Er geht aber davon aus, dass sich die deutschen Fonds in den nächsten zwei Jahren stärker auf CDS konzentrieren werden. „Das wird dem Markt noch weiteren Schub geben“, meint der Stratege.
Erfunden wurden die Credit Default Swaps in den neunziger Jahren von Banken, vornehmlich, um die Bücher von Kreditrisiken zu entlasten. Heute nutzen die Handelsabteilungen der Banken wie auch die anderen Akteure die Derivate auch, um bei steigenden Spreads Gewinne zu machen.
„Bei herkömmlichen Anleihen kann man in der Erwartung steigender Risikoaufschläge einzelner Bonds nur besser als der Markt abschneiden, wenn man die Anleihen nicht im Portfolio hat“, erklärt Klaus Oster, Leiter des Kreditresearchs bei der Fondsgesellschaft Deka Investment: „Im CDS-Markt kann man dagegen durch den Kauf von Sicherung direkt von steigenden Spreads profitieren.“
Lesen Sie weiter auf Seite 2:Außerdem gilt das größere Anlageuniversum im Derivatemarkt als Vorteil.
Außerdem gilt das größere Anlageuniversum im Derivatemarkt als Vorteil. Mit den CDS lassen sich Kreditrisiken auf alle Laufzeiten nachbilden, auch wenn es keine entsprechenden Anleihen gibt. „Das führt auch dazu, dass sich die Risiken über die einheitlichen CDS besser vergleichen lassen als über Anleihen, die in Laufzeit und Ausstattung stärker variieren“, sagt Oster. „Hinzu kommt die Hebelwirkung, weil sich Risiko handeln lässt, ohne dass Anleihen ge- oder verkauft werden müssen.“
Die Hebelwirkung wird jedoch auch kritisiert, genau wie die Tatsache, dass nicht nachvollziehbar wird, wer welche Derivate hält, so dass ein Systemrisiko entsteht. Gefahren sehen etwa die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und nationale Aufsichtsbehörden auch dadurch, dass es bei der Abwicklung der Derivategeschäfte zu Verzögerungen kommt, was bei tatsächlichen „Credit Events“ die Turbulenzen an den Finanzmärkten verstärken könnte. JP-Morgan-Fachmann Regier hält dagegen, dass es der Stabilisierung des Finanzsystems diene, wenn die Risiken breit gestreut seien: „Außerdem entwickeln die Marktteilnehmer die Risikomodelle und die Abwicklung weiter, so dass das systemische Risiko stetig abnimmt.“
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Eine Anlageklasse für sich
Der Markt
Credit Default Swaps (CDS) sind die bedeutendsten und liquidesten Kreditderivate. CDS machen Kreditrisiken handelbar – unabhängig von den zu Grunde liegenden Anleihen oder Krediten. Wer die Sicherung kauft, muss dafür eine Prämie bezahlen. Der Markt entstand in den 90er-Jahren und hat zum Teil pro Jahr Wachstumsraten von über 100 Prozent. Derzeit sind weltweit CDS-Kontrakte über 12,4 Billionen Dollar am Markt. Die Teilnehmer
Erfunden wurden die CDS in den 90er-Jahren von Banken. Inzwischen sind auch viele Versicherer auf dem Markt aktiv, ebenso wie Hedge-Fonds, Investmentgesellschaften und Unternehmen.
Die Folgeprodukte
CDS sind die Grundlage für viele andere derivative Produkte, zum Beispiel synthetische Asset Backed Securities, bei denen Kreditrisiken übertragen und als Wertpapiere an den Markt gebracht werden.
Von Andrea Cünnen