Kurse von Öl und Euro klettern


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Kurse von Öl und Euro klettern

 
27.01.03 18:51
Angesichts des immer wahrscheinlicheren Militärschlags gegen den Irak steigt die Nervosität der Investoren am Währungs- und Rohstoffmarkt.

Die zunehmende Sorge vor einem Krieg treibt die Ölpreise und den Euro-Kurs scharf in die Höhe. Der Preis für Rohöl zur Märzlieferung stieg in New York zum Wochenende um 3,2 Prozent auf 33,28 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Preise für Benzin, Heizöl und Erdgas stiegen ebenfalls stark an. Der Euro durchbrach am Freitag die Marke von 1,08 US-Dollar und stieg auf den höchsten Stand seit Oktober 1999. Beides sind Entwicklungen, die die ohnehin schwache Konjunktur in Europa weiter bremsen könnten.

Bagdad will Ölquellen notfalls selbst zerstören

Die US-Rohölpreise sind bereits um 69 Prozent höher als vor einem Jahr. Nordseeöl der Marke Brent verteuerte sich am Freitag in London um 2,6 Prozent auf 30,49 Dollar je Barrel. Die Lage wurde zusätzlich durch den andauernden Ölarbeiterstreik in Venezuela und das ungewöhnlich kalte Winterwetter in den USA erschwert.

Die Ölhändler in New York sorgten sich auch über die Möglichkeit einer Zerstörung der irakischen Ölfelder durch Bagdad.

Das Regime in Bagdad will nach US-Angaben im Falle eines amerikanischen Angriffs die Ölfelder zerstören, damit die Reichtümer des Landes nicht dem US-Militär oder einer Nachfolgeregierung in die Hände fallen. Das sagte ein hoher Pentagon-Beamter, der auf Anonymität bestand. Das Pentagon habe aber bereits Pläne entwickelt, um die Ölfelder zu schützen.

So long,
Calexa
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Teil 2

 
27.01.03 18:52
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) betonte erneut, dass sie keine weltweite Ölkrise erwarte. Allerdings könne das Kartell nur wenig gegen einen Anstieg der Ölpreise im Falle eines Irak-Krieges unternehmen, sagte OPEC-Generalsekretär Alvaro Silva-Calderon auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. "Das liegt außerhalb unserer Kontrolle."

Die OPEC hatte vor knapp zwei Wochen auf einer außerordentlichen Sitzung eine Erhöhung der Produktion um täglich 1,5 Millionen Barrel (159 Liter) beschlossen. Damit sollten vor allem streikbedingte Produktionsausfälle in Venezuela ausgeglichen werden.

Saudi-Arabien sieht die Ölversorgung auch bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Irak zunächst nicht gefährdet. "Ich kann versichern, dass es derzeit keinen Engpass bei den Lieferungen gibt, und dass sich keiner unserer Kunden auch (in Zukunft) darüber Sorgen zu machen braucht", sagte der saudi-arabische Ölminister, Ali bin Ibrahim-Al-Naimi, beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Devisenexperte: Der Euro steigt weiter

Diese Zusicherung gehe aber vom jetzigen Standpunkt aus. "Wir müssen sehen, ob eine Sorge (über die Lieferungen) berechtigt sein wird oder nicht", sagte der Minister. Derzeit gebe es aber keinen Grund dazu. Saudi-Arabien produziert momentan 7,7 Millionen Barrel am Tag. Die Produktion könne leicht auf über zehn Millionen Barrel gesteigert werden, sagte Naimi.

Der Euro stieg am Freitag bis auf 1,0834 Dollar. An den Devisenmärkten wurde mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Grund für den Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung ist die Schwäche des US-Dollar aufgrund der Kriegsvorbereitungen. "Ich sehe keinen Grund, warum der Euro nicht auf 1,09 Dollar steigen soll", sagte Devisenexperte Patrick Laub von der Helaba.

Zu Beginn des Jahres hatte der Euro noch bei gut 1,04 Dollar notiert. Da vor allem in Deutschland die Exporte die wichtigste Stütze der Konjunktur sind, befürchten Experten Rückschläge für die Wirtschaft bei einem dauerhaft hohen Euro-Kurs.
(Quelle: manager-magazin.de)

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