-kritisiert Herdentrieb der Wachstumsprognostiker


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-kritisiert Herdentrieb der Wachstumsprognostiker

 
04.06.01 19:17
Chefökonom des Bundeskanzlers kritisiert Herdentrieb der Wachstumsprognostiker

Pfaffenbach: Auch Wirtschaftswachstum unter 2 Prozent noch durch die Regierungsprojektion gedeckt

lz Frankfurt - Der Chefökonom des Bundeskanzlers, Bernd Pfaffenbach, hat eingeräumt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum auch unter die Zwei-Prozent-Schwelle fallen kann. Auch ein Wachstum knapp unter den 2% werde von der offiziellen Wachstumsprognose der Bundesregierung noch gedeckt. "1,9% sind rechnerisch gesehen auch noch rund 2%'", sagte er im Interview mit der Börsen-Zeitung.

Grundsätzlich gab sich Pfaffenbach, der seit Januar 2001 im Kanzleramt Klaus Gretschmann in der Position des wirtschaftspolitischen Beraters Schröders nachgefolgt ist, jedoch überaus optimistisch. Die Daten seien günstiger, als sie von den Analysten stets dargestellt würden. Der Maschinenbau, die elektrotechnische Industrie und die Informations- und Kommunikationsindustrie rechneten mit Wachstumssteigerungen in ihren Branchen zwischen 5 und 9%. Von vielen Volkswirten würden diese guten Nachrichten gar nicht mehr wahrgenommen und würden nur noch die schlechten Zahlen herausgestellt. Das sei für sich genommen schon wieder schädlich für die Konjunktur. "Wird eine schlechte Stimmung noch schlechter gemacht, halten sich die Unternehmen bei Investitionen zurück und die Verbraucher beim Konsum." Schrumpfungsprozesse könnten die Folge sein, die Prophezeiung würde sich durch die pessimistischen Äußerungen von selbst erfüllen.

In diesem Zusammenhang warf er den Instituts- und Bankenvolkswirten vor, einem regelrechten Herdentrieb zu folgen. Pfaffenbach: "Eine Bank fängt mit einer neuen Einschätzung an, die anderen Volkswirte wollen genauso schnell sein, werden dazu von ihren Häusern auch gedrängt, und halten deshalb mit. Und natürlich wollen sie im Trend liegen, denn dann werden sie für Fehlprognosen oder Übertreibungen nicht haftbar gemacht."

Von der Möglichkeit der Bundesregierung, durch die Aussetzung der nächsten Ökosteuerstufe oder durch weitere Steuerentlastungen die Binnenkonjunktur anzukurbeln, hält Pfaffenbach nichts. Die negativen Wirkungen einer solchen Entscheidung würden überwiegen. Schließlich wäre damit vor allem die Haushaltskonsolidierung der Bundesregierung, ein Eckpfeiler der Regierungspolitik, bedroht. Dabei habe gerade die seriöse Konsolidierungspolitik des Finanzministers in der Bevölkerung und bei Investitionen das nötige Vertrauen erzeugt, das für ein stetiges Wachstum so wichtig sei.

Außerdem würden die konjunkturstimmulierenden Effekte der amerikanischen Steuerreform leichtfertig überschätzt. Die jetzt beschlossenen 1,35 Bill. Dollar Entlastungsvolumen in den USA erschienen zwar gewaltiger als das in Deutschland, doch gemessen am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt falle es geringer aus. Hierzulande seien es jahresdurchschnittlich rund 1,25% des BIP, in den USA unter einem Prozent.

- Das vollständige Interview lesen Sie morgen in der Börsen-Zeitung.



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