Miniaturcomputer-Anbieter Kontron mit Umsatzplus
München (Reuters) - Der Miniaturcomputer-Anbieter Kontron hat nach Worten von Vorstandschef Hannes Niederhauser im Schlussquartal 2002 den Umsatz gesteigert und sein operatives Ergebnisziel erreicht. Auf Zukäufe will das Unternehmen vorerst verzichten und dafür kräftig in ausgewählte Wachstumsmärkte wie Russland oder China expandieren.
Der Umsatz im vierten Quartal sei nach vorläufigen Zahlen auf 65 Millionen Euro nach 60 Millionen Euro im Vorquartal geklettert, sagte Niederhauser am Donnerstag im Interview mit Reuters. Bereinigt um Währungseffekte und Verkäufe ergebe sich ein Plus 18 Prozent. "Wir haben im vierten Quartal ein richtiges Anziehen erlebt." Allerdings sei es noch zu früh, um von einer durchgreifenden Trendwende zu sprechen. "Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) dürften wir wie angekündigt eine Marge von acht Prozent erreicht haben." Im Gesamtjahr habe der Umsatz der im Auswahlindex Nemax 50 des Neuen Marktes gelisteten Firma mit 216 Millionen Euro bereinigt in etwa stagniert.
2002 habe der operative Cash-Flow des Herstellers so genannter Embedded Computer-Systeme voraussichtlich bei über zehn Millionen Euro gelegen, sagte Niederhauser weiter. "Den Bargeldbestand von aktuell rund 50 Millionen Euro werden wir nützen, um unsere Marktanteile in bestimmten ausgewählten Emerging Markets zu steigern."
Im Visier habe das zur Jahresmitte mit dem Deggendorfer Konkurrenten JumpTec fusionierte Unternehmen hierbei Russland, China, die EU-Beitrittskandidaten sowie den Asien-Pazifik-Raum, sagte Niederhauser. "Gerade China ist ein Markt, der noch sehr jungfräulich ist, und auch Russland ist äußerst interessant für uns." Der Umsatz aus den genannten Märkten, der im vergangenen Jahr bei 18,6 Millionen Euro gelegen habe, solle sich 2003 mit 40 Millionen Euro mehr als verdoppeln.
Die Expansion will sich das Unternehmen nach Niederhausers Worten maximal vier Millionen Euro kosten lassen: "Das gibt der Cash-Flow leicht her." Kontron werde dabei auf Joint Ventures und Partner vor Ort bauen. "Wir setzen auf Leute, die die Märkte kennen - das ist das wichtigste Rezept, um das Risiko zu minimieren." Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten in Europa sei der Eintritt in neue Märkte schlichtweg notwendig.
Für das laufende Jahr bekräftigte der Vorstandschef bisherige Prognosen. "Wir sehen nicht das große Umsatzplus in 2003", sagte Niederhauser. Die Ebitda-Marge solle aber auf zehn Prozent klettern. Hier profitiere Kontron von den Einsparungen im Zuge der Fusion. So hätten sich die Kosten von rund 28 Millionen Euro im ersten Quartal 2002 auf unter 23 Millionen Euro im Schlussquartal verringert. "Das sind rund 20 Millionen Euro auf das Jahr gerechnet."