Konjunktur: Deutschland vor der Wende?
In Österreich hält sich der Optimismus in Grenzen, in Deutschland sehen Forscher den ökonomischen Tiefpunkt bereits überwunden.
WIEN/KIEL (ag/red.). Deutsche Wirtschaftsforscher orten Anzeichen einer sich deutlich bessernden Konjunktur. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einer durchgreifenden Erholung der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2002. Ausschlaggebend dafür sei nicht zuletzt die Entwicklungen in Afghanistan, die für eine bessere Stimmung zum Jahresende spreche. Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des IfW im kommenden Jahr um 1,2 Prozent wachsen, nach nur einem halben Prozent in diesem Jahr.
Spätestens im zweiten Quartal sollten sich die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank positiv auswirken, die Produktionskapazitäten wieder aufgestockt werden. "Gleichzeitig kommen mit der Erholung der Konjunktur in den USA und der Weltwirtschaft Impulse von der Auslandsnachfrage", so der Bericht des IfW. Die gegenwärtige Rezession falle mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent im laufenden Quartal zudem deutlich milder aus als frühere Konjunktureinbrüche, heißt es in dem Bericht weiter.
Weniger optimistisch als das Kieler Institut sind österreichische Wirtschaftsforscher. So kann das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) nach der jüngsten Befragung heimischer Unternehmen keine Zeichen einer Konjunkturwende ausmachen. Auftragseingänge, Geschäftsgang und Produktionserwartungen würden von den Unternehmen ungünstiger eingeschätzt als in den Vormonaten. Zudem wirke sich die Krise in der Bauwirtschaft zusätzlich negativ auf die heimische Wirtschaft aus. Darüber hinaus sei im vierten Quartal eine Abschwächung der bislang noch relativ gut laufenden Exporte zu erwarten.
Die Ökonomen der Bank Austria (BA) sehen - ebenso wie das Wifo - die heimische Wirtschaft in einer Rezession. So geht die BA davon aus, daß die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpfen wird. Immerhin deutet der Konjunkturindikator der BA im November 2001 auch auf eine leichte Besserung der Lage hin. So habe die Industrie erstmals Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt. Auch die Konsumenten seien wieder etwas optimistischer, so die BA.
Andererseits werde die leicht bessere Stimmung in nächster Zeit durch die schlechteren Arbeitsmarktdaten auf die Probe gestellt werden. Von einer Erholung sei zudem erst dann zu sprechen, wenn die gesamte Industrie der Eurozone aus dem Tief fände. Das größte Fragezeichen liege für die Experten darin, wie schnell die USA 2002 die Erholung schaffen wird.
In Österreich hält sich der Optimismus in Grenzen, in Deutschland sehen Forscher den ökonomischen Tiefpunkt bereits überwunden.
WIEN/KIEL (ag/red.). Deutsche Wirtschaftsforscher orten Anzeichen einer sich deutlich bessernden Konjunktur. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einer durchgreifenden Erholung der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2002. Ausschlaggebend dafür sei nicht zuletzt die Entwicklungen in Afghanistan, die für eine bessere Stimmung zum Jahresende spreche. Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des IfW im kommenden Jahr um 1,2 Prozent wachsen, nach nur einem halben Prozent in diesem Jahr.
Spätestens im zweiten Quartal sollten sich die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank positiv auswirken, die Produktionskapazitäten wieder aufgestockt werden. "Gleichzeitig kommen mit der Erholung der Konjunktur in den USA und der Weltwirtschaft Impulse von der Auslandsnachfrage", so der Bericht des IfW. Die gegenwärtige Rezession falle mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent im laufenden Quartal zudem deutlich milder aus als frühere Konjunktureinbrüche, heißt es in dem Bericht weiter.
Weniger optimistisch als das Kieler Institut sind österreichische Wirtschaftsforscher. So kann das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) nach der jüngsten Befragung heimischer Unternehmen keine Zeichen einer Konjunkturwende ausmachen. Auftragseingänge, Geschäftsgang und Produktionserwartungen würden von den Unternehmen ungünstiger eingeschätzt als in den Vormonaten. Zudem wirke sich die Krise in der Bauwirtschaft zusätzlich negativ auf die heimische Wirtschaft aus. Darüber hinaus sei im vierten Quartal eine Abschwächung der bislang noch relativ gut laufenden Exporte zu erwarten.
Die Ökonomen der Bank Austria (BA) sehen - ebenso wie das Wifo - die heimische Wirtschaft in einer Rezession. So geht die BA davon aus, daß die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpfen wird. Immerhin deutet der Konjunkturindikator der BA im November 2001 auch auf eine leichte Besserung der Lage hin. So habe die Industrie erstmals Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt. Auch die Konsumenten seien wieder etwas optimistischer, so die BA.
Andererseits werde die leicht bessere Stimmung in nächster Zeit durch die schlechteren Arbeitsmarktdaten auf die Probe gestellt werden. Von einer Erholung sei zudem erst dann zu sprechen, wenn die gesamte Industrie der Eurozone aus dem Tief fände. Das größte Fragezeichen liege für die Experten darin, wie schnell die USA 2002 die Erholung schaffen wird.