Der Nettoeffekt der Verwendung der Nettoerlöse aus Immobilienverkäufen für Aktienrückkäufe wird hier anhand eines Beispiels durchgerechnet.
Wir gehen von den Zahlen bei Gagfah per 30.9.2010 aus und von dem tatsächlichen Umfang des Aktienrückkaufprogramms.
Vor der Operation ist der Buchwert 2282,7 MEUR.
Der Betriebsgewinn im Quartal beträgt 32,9 MEUR.
Es gibt 225.972.693 Aktien.
Der Buchwert pro Aktie ist also 10,10 EUR, und der Quartalsgewinn pro Aktie beträgt 14,55 Cent.
Wir nehmen an, daß für 380 Millionen Euro Immobilien verkauft werden.
Die Beleihung der Immobilien entspricht mit 67,1% dem Durchschnitt bei Gagfah zum 30.9.2010.
Aus dem Verkaufserlös müssen also 255 Millionen an Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt werden.
Da zu Buchwerten verkauft wird, ergibt sich nur aus den Verkaufskosten von 14,9 Millionen ein negativer Effekt auf den Buchwert:
Der Buchwert sinkt auf 2267,8 MEUR.
Durch die Rückführung von 255 Millionen an Finanzverbindlichkeiten, die mit durchschnittlich 4,09% verzinst sind, sinken die jährlichen Betriebsausgaben um 10,430 MEUR, der Quartalsgewinn vor Steuern steigt also um 2,607 MEUR. Für Steuern schätzen wir hier 0,107 MEUR, da Gagfah aufgrund hoher Verlustvorträge in Deutschland keine Steuern zahlt und in Luxemburg nur sehr niedrige. Der Quartalsgewinn nach Steuern steigt durch die ersparten Zinsaufwendungen also auf 35,4 MEUR.
Andererseits nimmt der Gewinn aus Vermietung und Verpachtung ab. Gagfah hatte am 30.9.2010 Immobilien im Wert von 8.873,3 MEUR (p 20 Q3 2010: Investment property 8.627.3 MEUR + assets held for sale 246 MEUR). 380 Millionen von 8.873,3 Millionen ist 4,2825%. Um den gleichen Prozentsatz sollte sich dann auch der Gewinn aus Vermietung und Verpachtung reduzieren: 4,2825% aus 125.8 MEUR (p 6 Q3 2010: profit from the leasing of investment property) sind 5,4 MEUR. Nach Steuern schätzen wir das auf einen Effekt von 5 MEUR, mit der gleichen Begründung wie bei dem Nachsteuereffekt der ersparten Zinsaufwendungen. Unter Berücksichtigung der verminderten Mieterträge und Betriebskosten fällt der Quartalsgewinn nach Steuern also auf 30,4 MEUR.
Die verbleibenden 125 Millionen Euro werden nun für einem Aktienrückkauf zu einem Durchschnittspreis von 6,40 pro Aktie verwendet.
Dadurch vermindert sich der Buchwert weiter von 2.267,8 MEUR auf 2.142,8 MEUR.
Andrerseits sinkt die Anzahl der ausstehenden Aktien auf 206.441.443.
Daraus ergibt sich ein Buchwert von 10,38 Euro pro Aktie gegenüber einem vorherigen von 10,10 Euro pro Aktie.
Der Quartalsgewinn nach Steuern steigt von 14,55 Cent pro Aktie auf 14,73 Cent pro Aktie.
Also: Buchwert pro Aktie steigt um 2,8%, Gewinn pro Aktie steigt um 1,2%.
Umso niedriger der durchschnittliche Rückkaufkurs desto höher der Effekt, da ja der Rückkaufkurs umgekeht proportional ist zu der Anzahl der Aktien die aus dem Verkehr gezogen werden.