Kämpfe zwischen Hindus und Moslems in Indien


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Brummer:

Kämpfe zwischen Hindus und Moslems in Indien

 
01.03.02 12:27
Steine und Brandsätze fliegen durch die Luft

Bei den Zusammenstößen zwischen Hindus und Muslimen in Westindien kommt es zu immer brutaleren Exzessen: Hindus stürmten ein Elendsviertel in Ahmadabad und steckten die Behausungen von Muslimen in Brand. 27 Menschen verbrannten, die meisten davon im Schlaf. Hunderte von Menschen suchten vor den marodierenden Banden Schutz in Krankenhäusern. Es sind die schwersten Unruhen in Indien seit neun Jahren.
Sicherheitskräfte haben Lage nicht im Griff
Zwar wurden die Sicherheitskräfte von regulären Truppen der Streitkräfte verstärkt, die Polizei sah sich aber dennoch außer Stande, die weit verbreiteten Ausschreitungen einzudämmen. Es gab zahlreiche Zwischenfälle mit Steinewerfern, in den Krankenhäusern wurden zahlreiche Verletzte mit Stichwunden behandelt. Seit Beginn der Unhruhen wurden 1200 Personen verhaftet. In 30 Städten gelten Ausgangssperren.

158 Menschen starben seit Mitte der Woche
Der Innenminister des Staates Gujarat, K. Nityanandam teilte mit, dass seit Beginn der Rachezüge nationalistischer Hindus 158 Menschen umgebracht wurden. Die Zahl könnte noch steigern, da noch nicht alle Opfer des Massakers in den Elendshütten geborgen seien. Auslöser der Gewalt war ein Brandanschlag von Muslimen auf einen Zug, bei dem am Mittwoch 58 Hindus umkamen.

Geplanter Tempelbau ist Ursache für Streit
Hintergrund der Unruhen ist der Streit um Ayodhya im Norden Indiens. Hindu-Fundamentalisten wollen dort auf den Trümmern einer Moschee einen Tempel für den Hindu-Gott Ram bauen. Die Zerstörung der Moschee durch Hindu-Fanatiker hatte Ende 1992 Unruhen ausgelöst, bei denen schon damals 2000 Menschen getötet wurden.

Moslems sind in Indien in der Minderheit
Von den mehr als eine Milliarde Menschen in Indien sind 82 Prozent Hindus und zwölf Prozent Moslems. Die überwiegende Mehrheit der Hindus und Moslems ist nicht fundamentalistisch und lebt friedlich zusammen. Provokateuren gelingt es aber immer wieder, Ausschreitungen auszulösen. Auch nach der Welle der Gewalt in Gujarat stellten viele die Frage, wer ein Interesse an dieser Eskalation haben könne. Verteidigungsminister George Fernandes forderte zu prüfen, ob der pakistanische Geheimdienst ISI die Hand im Spiel haben könnte..


Quelle: spiegel.de / dpa/AP
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fosca:

Den

 
01.03.02 12:37
eigentlichen Ausloeser erwaehnt man in dem Artikel nur am Rande.
In dem duch Moslems angezuendeten Zug sind im uebrigen nicht nur Erwachsene gewesen und es waren 57 Tote (Hindustan Times)
Hier ist jetzt fuer 3 Tage "Feiertag"
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sir charles:

.

 
01.03.02 12:42
Indien: Mindestens 158 Tote durch Ausschreitungen

Im indischen Bundesstaat Gujarat eskaliert die Gewalt. Mindestens 158 Menschen wurden seit Beginn der Unruhen zwischen radikalen Moslems und Hindus getötet. Die Regierung entsandte 6.000 Soldaten, um die Ordnung wiederherzustellen.



 

 
Ein verzweifelter Versuch, die Brände einzudämmen. | (c) epa


AHMADABAD (ag.). Bei Zusammenstößen zwischen Hindus und Moslems im Westen von Indien kommt es zu immer brutaleren Exzessen: Hindus stürmten am Freitag ein Elendsviertel in Ahmadabad und steckten die Behausungen von Moslems in Brand. 27 Menschen verbrannten, die meisten davon im Schlaf, teilte ein Behördensprecher mit. Seit Beginn der Rachezüge nationalistischer Hindus haben bereits 158 Menschen ihr Leben verloren. Das erklärte der Innenminister des Staates Gujarat, K. Nityanandam. Die Zahl könnte noch steigen, da noch nicht alle Opfer des Massakers in den Elendshütten geborgen seien.

Auslöser: Brandanschlag auf einen Zug mit Hindus

Auslöser der Gewalt war ein Brandanschlag von Moslems auf einen Zug, bei dem am Mittwoch 58 Hindus umkamen. Daraufhin zogen hinduistische Banden plündernd und brandschatzend durch Ahmedabad, der größten Stadt des Unionslandes Gujarat. Seit Donnerstag seien 1.200 Personen verhaftet worden. In der Nacht zum Freitag dauerten die Gewalttaten in vielen Städten Gujarats an. Hunderte Menschen suchten vor den marodierenden Banden Schutz in Krankenhäusern.

6.000 Soldaten sollen Ordnung schaffen

Aus Furcht vor weiteren blutigen Unruhen entsandte die Regierung Armee-Einheiten in die Provinz. Rund 6000 Soldaten seien bereits in Ahmedabad eingetroffen, sagte der Innenminister der Provinz, Gordhanbhai Zadafia. Anläßlich der Beerdigung der Zugopfer am Freitag befürchten die Behörden weitere Unruhen und ein Übergreifen auf andere Provinzen. In allen Städten wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Im Zusammenhang mit dem in Brand gesteckten Zug wurden nach Angaben der Behörden 63 Personen verhaftet. Führer nationalistischer Hindu-Organisationen bezeichneten das als unzureichend. Sie ließen in Eigenregie Straßensperren errichten und Autos durchsuchen. Feuerwehrfahrzeuge wurden daran gehindert, brennendes muslimisches Eigentum zu löschen.

Am Donnerstagabend schien sich die Lage zunächst beruhigt zu haben. Rund 300 Hindus griffen dann aber in der Nacht ein außerhalb von Ahmadabad, der Wirtschaftsmetropole des Staates, gelegenes Armenviertel an, wie der stellvertretende Polizeichef P.B. Gonya sagte. Hindu-Nationalisten haben für Freitag zu einem Streik aufgerufen.


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Brummer:

In Westindien droht ein Bürgerkrieg

 
01.03.02 23:00
Mindestens 246 Tote gab es bisher bei schweren Unruhen in Indien. Die Welle der Gewalt hatte am Mittwoch eingesetzt, als 2000 Muslime einen Zug mit Anhängern des fundamentalistischen Weltrats der Hindus stoppten. Sie legten Feuer und 58 Hindus starben. Seitdem herrschen in Westindien bürgerkriegsähnliche Zustände.

Neu-Delhi - Ganze Straßen des westindischen Ahmadabad liegen in Schutt und Asche. Bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leichen fanden die Rettungskräfte in den Trümmern des Elendsviertels Narora. Mehr ist nicht geblieben von den wenigen muslimischen Familien, die inmitten ihrer hinduistischen Nachbarn lebten. 52 Männer, Frauen und Kinder fielen den Rachezügen nationalistischer Hindus zum Opfer.
Die Gewaltspirale zwischen den beiden religiösen Gruppen dreht sich immer weiter: Die Sicherheitskräfte haben am Freitag das Feuer auf Hindus und Muslime eröffnet, die sich gegenseitig mit Sprengsätzen bewarfen. Gujarats Innenminister Nityanandam sagte, seit Beginn der Unruhen seien mindestens 246 Menschen getötet worden, andere Meldungen sprechen sogar von 260 Toten.

Zwar wurden die Sicherheitskräfte von Truppen der Armee verstärkt, die Polizei sah sich aber außer Stande, die Ausschreitungen einzudämmen. Sie erhielt Schießbefehl auf die Gewalttäter. In Ahmadabad patrouillierten zudem 900 Soldaten. Der stellvertretende Polizeichef Savani sagte, seit Beginn der Ausschreitungen seien alle Kräfte pausenlos im Einsatz, die muslimische Minderheit zu schützen.

Nach dem Brandanschlag der Muslime waren hinduistische Banden plündernd und brandschatzend durch Ahmadabad gezogen. Allein dabei wurden mehr als hundert Menschen getötet worden. In der Nacht zum Freitag dauerten die Gewalttaten in 36 Städten an. Hunderte von Menschen suchten in Krankenhäusern Schutz vor den mordenden Banden. In Bombay gab es einen Zwischenfall mit Steinewerfern, ansonsten griffen die Unruhen noch nicht auf andere Teile Indiens über.

Im Zusammenhang mit dem in Brand gesteckten Zug wurden nach Angaben der Behörden 63 Personen verhaftet. Führer nationalistischer Hindu-Organisationen bezeichneten das als unzureichend. Sie ließen in Eigenregie Straßensperren errichten und Autos durchsuchen. Feuerwehrfahrzeuge wurden daran gehindert, brennende Häuser von Muslimen zu löschen.

Grund für den Brandanschlag auf den Weltrat der Hindus war eine Veranstaltung in Ayodhya. Dort wollen radikale Hindus einen Tempel über einer ehemaligen Moschee errichten. Schon vor zehn Jahren war es deshalb zu blutigen Ausschreitungen mit 2000 Toten gekommen.

Jetzt droht ein Bürgerkrieg, denn die Hindus in Ayodhya wollen trotz der Unruhen an ihrem Bauvorhaben festhalten. "Wir haben zwar Angst vor einem Anschlag", verkündeten die hinduistischen Führer in Gujarat. "Aber das hat unseren Willen, den Tempel zu bauen, nur gestärkt."

Quelle:  spiegel.de
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