Ich aktuell auch nicht obwohl das Thema in den US-Medien hohe Aufmerksamkeit nach sich zieht. Die ganze Geschichte mit den wirklich sehr hohen Dumping-Zöllen ist für das weltweite Renommee der China-Solaris alles andere als positiv und es ist schon anzunehmen, dass diese US-Dumpingzölle auch Auswirkungen auf Indien hat, wo ja bis zum 22. August entschieden werden muss ob die Chinesen wirklich über 100% an Strafzöllen dort aufgebrummt werden, und es dürfte sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die EU-Untersuchungen haben mit dem Unterlaufen der Mindestpreise der China-Solaris.
Jinko hat sich heute schon zu Wort gemeldet mit dem IR-Chef, dass die großen China-Solaris die Option der alten Strafzöllen von 2012 wählen werden mit einem Strafzölle von um die 30%. Mit den 30% an Strafzöllen wird Jinko in den USA etwa einen Modulpreis von 0,80 $/W anbieten können.
Produktionskosten: 0,47 $/W
Transferpreis (5%): 0,49 $/W
30% Strafzoll (2012): 0,64 $/W
Bruttomarge (20% zu 0,49 $/W): 0,74 $/W
Transportkosten: 0,80 $/W
Vor Juni, also vor den Antisubventionszöllen, hatte Jinko einen US-Modulpreis von um die 0,68 $/W und muss jetzt wohl um 17% beim Preis aufschlagen. Diese "nur" 17% gg. den Strafzöllen von 30% erklären sich, weil mit der "Strafzolloption 2012", Jinko jetzt keine teuren Taiwanzellen mehr in ihre US-Module reinbauen muss, sondern man kann mit den Strafzöllen 2012 wieder komplett alles in China produzieren.
Ich gehe mal davon aus, dass Jinko mit den 0,80 $/W in den USA immer noch zu den günstigsten Anbieter gehören wird. Mit den großen Dünnschichtproduzenten First Solar und Solar Frontier wird aber Jinko vom Preis hergesehen jetzt null Chancen haben, aber auch andere asiatische Hersteller wie Hyundai dürfen dann schon billiger sein. Renesola dürfte auch billiger anbieten können und wenn Canadian Solar noch irgenwoher in Asien Zellen zum Preis von 0,44 bis 0,46 $/W herbekommen könnte, dann wird wohl auch Canadian Solar mit ihrer kanadischen Modulproduktion billiger wie Jinko in den USA ihre Module anbieten können.
Das Problem für Jinko und Co in den USA ist halt jetzt, man kann sich so gut wie nicht mehr großartig über die Preise unterscheiden und das war bisher das große Plus von Jinko..
Die große Frage für mich ist aber eher, welche derzeit nicht meßbare Auswirkungen diese sehr hohen US-Dumpingzölle haben werden bei den einzelnen Kunden (SolarCity hat nicht aus Jux und Dollerei die norwegische REC Solar als neuen Lieferant ausgewählt), aber auch bei allen Politiker wie in Indien, der EU oder in Australien wo ja die China-Solaris auch am Pranger stehen.
Ich bleibe zunächst mal an der Seitenlinien, denn die Unsicherheiten bei allen China-Solaris sind nach wie vor sehr hoch mit Indien Strafzöllen Ja oder Nein, aktuelle EU-Untersuchungen und die globalen Modulpreise sind weiter am Sinken. Zudem könnte aus Japan ein größeres Ungemach kommen, denn seit in Japan Solarkraftwerke aus dem Boden sprießen sind die Strompreise 10 bis 20% gestiegen und das könnte die japanische Politik zum Einschreiten bewegen. Hier der Link dazu:
www.pv-tech.org/news/..._solar_could_prove_extremely_dangerous
("Warning of ‘dangerous’ public backlash against solar in Japan")
Hier ein Zitat von Dr. Hiroshi Matsukawa vom japanischen Analystenhaus RTS PV:
"
Ähnlich der Situation in Deutschland, könnte dies einen Rebound-Effekt haben, denn die öffentliche Meinung beginnt sich um 180-Grad zu drehen und dies könnte sehr gefährlich für die Solarbranche werden.
"
Ich kann nicht mal ansatzweise einschätzen wie es hier mit dem Kurs weiter gehen könnte und genau deshalb schaue ich mir das alles von Außen her an.