DG heißt im Prinzip kleine, mittlere und große Aufdachanlagen und gestern hat die Deutsche Bank zum wiederholten Male gewarnt, dass China ihr Ziel mit 14 GW Zubau in diesem Jahr nicht schaffen wird. Diese Hauptgründe hat die Deutsche Bank angeführt:
- für Aufdachanlagen fehlen meist Bankfinanzierungen und die Eigentumslage ist oftmals ungeklärt
- das Zubauziel von aktuell 6 GW bei den großen Solarkraftwerken deutlich zu erhöhen von aktuell 6 GW ist durch das komplizierte Genehmigungsverfahren und der fehlenden Netzanschlüsse sehr schwierig
- chinesische Staatsunternehmen investieren aktuell eher in Windprojekte, da die staatlichen Subventionen von Wind rd. 50% niedriger liegen wie von Solarparks (Wind: 0.51-0.61 Yuan/kWh - Solarparks: 0.9-1.00 Yuan/kWh).
Hier der Link zu den Aussagen der Deutschen Bank zum chinesischen Solarmarkt:
blogs.barrons.com/emergingmarketsdaily/...all-short-this-year/
("Deutsche: Why China Solar Demand Will Fall Short This Year")
Damit widerspricht die Deutsche Bank deutlich den Aussagen von Yingli in der letzten Woche beim Q1-Conference Call. Yingli träumt sogar von einem Ausbau in China von über 14 GW in diesem Jahr. Für mich sieht es aktuell so aus, als ob die Deutsche Bank ihr sehr bullisches Solarszenario zu Anfang des Jahres relativieren will (Zubauprognose von 50 GW im Januar) und später nicht als Depp dazu stehen. Mit Charttechnik oder sonst welche Verschwörungstheorien hat das für mich gar nichts zu tun wie stefan das so lapidar denkt, denn die Statements der Deutschen Bank sind absolut nachzuvollziehen und wenn sich die Faktenlage ändert, dann muss bzw. sollte man auch seine Einschätzungen dementsprechend ändern.
Habs auch schon mehrere Male hier aufgeführt, es ist eigentlich unmöglich, dass China in diesem Jahr 8 GW an Aufdachanlagen installieren wird/kann. Wenn am Ende 4 bis 5 GW raus kommen wird es schon sehr viel sein. Es fehlt schlicht und schweige an qualifizierten Monteuren, an der notwendigen Infrastruktur, den finanziellen Rahmenbedingungen und den Dachrechten.
Wir können die Situation in China nicht mal ansatzweise einschätzen, aber wenn der chinesische Solarmarkt in diesem Jahr wirklich nicht wachsen sollte (2013: 11,2 GW), dann wird es wohl richtig Druck auf die Modulpreise geben. Wahrscheinlich aber nicht nur in China, wo die Modulpreise ohnehin schon sehr niedrig sind. Zumal ja mit Suntech in der 2. Jahreshälfte wieder eine neuer großer Kokurrent auf der Matte stehen wird und Suntech hat mittlerweile einen sehr finanzkräftigen Eigentümer.
Offenbar wird die EU Untersuchungen gegen das Unterlaufen der Mindestpreise einiger China-Solaris schon in den kommenden zwei Wochen aufnehmen, nach dem Solarworld Beschwerde eingelegt hat. So jedenfalls sind die Aussagen des Chefs der britischen Solarunternehmens Rexel Energy Solutions zu deuten. Interessant bei dieser Mindestpreis Geschichte, es hat sich bis jetzt nur Trina zu den Solarworld-Vorwürfen geäußert und sonst kein einziger China-Solaris.
Hier der Link dazu:
www.solarpowerportal.co.uk/news/...port_duty_dodging_crackdown
("UK solar firms facing audits as part of import duty dodging crackdown")
Das alles rund um die China-Solaris ist schon mehr als schwierig einzuschätzen. Eigentlich kann man es derzeit gar nicht einschätzen. Zumal ja die Auswirkungen der neuen US-Strafzölle noch dazu kommen.
Ich bin zwar noch in Canadian Solar drin mit mittlerweile schönen Gewinne, aber sobald es dort unter die 28 $ geht bin ich raus und nehme meine Gewinne dort mit. Habs schon öfters geschrieben, wenn für mich die Unsicherheiten zu groß sind verabschiede ich mich bei den China-Solaris. Diese Strategie hat sehr gut geklappt in den vergangenen 18 Monate. Fühle mich schon längere Zeit bei Sunpower deutlich besser aufgehoben, denn bei denen gibt es diese ganzen kaum abschätzbaren Probleme überhaupt nicht und die haben auch auch nicht das ganz große Problem ihre Fertigungskapazitäten auslasten zu müssen, weil sie im Gegensatz zu Jinko keine 2,5 GW an Fertigungskapazitäten haben, sondern "nur" 1,2 GW. Damit können sie sich dem Presidruck etwas entziehen. Wobei Sunpower mit rd. 4,8 Mrd. $ sicher nicht mehr billig ist.