Ist nicht ganz korrekt stefan, denn Yingli wird im 2. Halbjahr etwa 400 bis 500 MW an Modulen für ihre eigenen Solarkraftwerke benötigen nach eigenen Aussagen. Das muss man halt bei dieser Betrachtung abziehen und schwupps muss Yingli nur noch im 2. Hj. etwa 2 GW verkaufen. Das ist in etwa genau so viel wie im 2. Hj. 2013 !!! und das sollte eigentlich gut möglich sein. Vor allem weil es danach aussieht, als ob China wie schon immer von mir erwartet das Cap bei den Solarkraftwerken von 6 GW deutlich aufweichen wird.
Man muss schon verdammt aufpassen was die China-Solaris so von sich geben um sich ein einigermaßen gutes Bild machen zu können. Da die China-Solaris mittlerweile ihr eigenes Downstreamgeschäft betreiben ist halt alles gar nicht mehr so einfach wie noch vor einem Jahr. Ohne dass man sich mittlerweile die Details anschaut kommt man nicht mehr allzu groß weiter bei den China-Solaris. Zumindest dann, wenn man das Ganze genauer betrachten will.
Die Nachfrage wird nicht das große Problem sein, denn die wird bzw. ist gut. Zudem war das 2. Hj. bei der Nachfrage schon immer deutlich besser wie das 1. Hj.. Ist ja nun wirklich kein Geheimnis.
In Q1 hatten wir rd. 9 GW an Nachfrage (getrieben von Japan und Großbritanien) und in Q2 wird es in etwa genau so viel werden mit 9,5 GW. Damit wird der globale Solarmarkt gg. 2013 (Q1: 7,0 GW, Q2: 7,5 GW) im 1. Hj. 2014 um rd. 4 GW bzw. 28% wachsen. Mit den rd. 18,5 GW an Nachfrage im 1. Hj. wird das 2. Hj. mit einer Nachfrage von etwa 27,5 GW deutlich stärker sein (Q3: 12,5 GW; Q4: 15 GW). Ganz analog zum letzten Jahr, denn da gab es im 2. Hj. 2013 eine Nachfrage von 21,5 GW. Also um 7 GW bzw. 42% höher wie im 1. Hj. 2013. So ähnlich wird es in diesem Jahr auch sein. 1. Hj. eine Nachfrage von ca. 18,5 GW, 2. Hj. von etwa 27,5 GW. Also ein Wachstum von 9 GW bzw. 48% gg. dem 1. Hj. 2014.
Hier ein Link dazu zu den IHS-Schätzungen auf diese Zahlen beruhen:
technology.ihs.com/502176/...ecord-quarter-for-solar-industry
So weit so gut. Jedoch verzerrt das Nachfragewachstum vom 2. Hj. 2013 gg. 2 .Hj. 2014 von geschätzten 6 GW bzw. 28% etwas, denn die China Solaris kreieren mittlerweile mit ihrem eigenen Downstreamgeschäft in China ihr Nachfragewachstum um 40 bis 50% selbst. Das ist nun wirklich nicht sehr gesund und wird auch von einigen sehr kritisch gesehen wie ich auf der Intersolar erfahren habe.
Die Nachfrage wird gut sein und sie wird auch in den nächsten Jahren (sehr) gut sein, aber das Entscheidende für Jinko und Co. wird sein, dass die Fertigungskapazitäten sich nicht schneller erhöhen wie die Nachfrage. Da habe ich aber lansangsam so meine Zweifel, dass die Branche aus den fatalen Fehler von 2010/2011 gelernt haben.
Suntech geht mit ihrem neuen Eigentümer Shunfeng Photovoltaic wieder voll in die Produktion mit Modul- und Zellfertigungskapazitäten von jeweils um die 2,5 GW (!!!) und da kommt für die anderen China-Solaris recht flott wieder ein ganz großer Player als Konkurrent mit ins Spiel. SolarCity wird wohl in der Nähe von New York in den nächsten 2,3 Jahren eine eigene 1 GW-Produktion mit Hochleistungsmodule bauen. Der große taiwanesische Zellhersteller Gintech wird mit dem Waferhersteller Green Energy Technology ein Joint Venture gründen und damit die Modulproduktion verdoppeln auf 320 MW. In Katar hat Qatar Solar Energy in der letzten Woche eine 300 MW große Modulproduktion in Betrieb genommen mit der Heterojunction-Technologie (HIT) mit der die japanische Panasonic einen Zellwirkungsgrad von 25,6% unter Laborbedingungen jüngst erzielt hat.
Es sieht leider derzeit so aus, dass die Solarbranche ihre Fertigungskapazitäten wieder massiv ausbauen wird und das kann nicht gut sein und zwar für die gesamte Branche.
Was aber bei den Beispielen SolarCity oder Qatar Solar Energy auffällt, beide investieren in die Produktion von Hochleistungsmodulen mit Wirkungsgraden von über 20%. Das wird z.B. zwangsläufig Druck auf Jinko ausüben, denn eigentlich lebt Jinko derzeit fast nur von ihrer Multi Reihe Eagle 2 mit einem Wirkungsgrad von unter 17%.
Ich will eigentlich damit nur sagen, man darf nicht nur alleine auf die Nachfrage schauen, denn die ist nicht das entscheidende Kriterium ob es den Solarunternehmen finanziell gut gehen wird oder nicht. Einzig die Entwicklung der Modulpreise ist entscheidend für die Solarunternehmen und wenn die Fertigungskapazitäten wie in 2010/2011 stärker ausgebaut werden wie die Nachfrage, dann wäre das halt hochproblematisch. Zumal abzusehen ist, dass der Trend hin zu (deutlich) leistungsfähigeren Modulen bzw. Zellen sich verstärken wird und das wird ins Geld gehen für die Solarunternehmen.
Ist zwar jetzt alles noch ein wenig Zukunftsmusik, aber man sollte das im Auge behalten.
Was mich aktuell so wundert bei Yingli und Co. ist dieser große Optimismus bezüglich des USA-Geschäftes und die tun aktuell immer noch so als ob es die Strafzölle gar nicht geben würde. Schaut man sich aber mal die Newslage an, dann sieht die ganze US-Strafzollgeschichte schon ein wenig anders aus. SolarCity z.B. hat schlagartig mit der norwegischen REC einen Liefervertrag von bis zu 260 MW abgeschlossen und der kleine US-Solarteuer RGS Energy hat mit Solarworld gestern ein Lieferabkommen vereinbart.