Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Ölpreis keine große Rolle spielt bei den Solaris. Mit der Ausnahme, dass die Börsen mittlerweile generell mit dem fallenden Ölpreis ein Problem haben, weil aktuell keiner voraussagen kann wie weit es runter gehen kann und welche Folgen ein weiter fallender Ölpeis mit sich ziehen könnte von drohenden Staatspleiten bis hin zur Deflation. Zumal ja jetzt auch offenbar andere Rohstoffe wie Kupfer angesteckt werden vom fallenden Ölpreis. Kupfer hat gestern mit einem Minus von 6% den größte Einbruch seit sechs Jahren erlebt und andere Metalle gaben auch gleich nach. Damit hat es dann auch die Bergbauunternehmen wie Rio Tinto (- 5%) oder BHP Billiton (- 6%) erwischt oder Rohstoffhändler wie Aurubis (- 6%) oder Klöckner (-4%), aber auch die Stahlhersteller ThyssenKrupp (- 5%) oder Salzgitter (- 3%).
Ich habe am Tag nach der letzten Fed-Sitzung am 17.12. Jinko zu 17,80 $ gekauft und Sunpower zu 23,50 $. Seit dem ist Sunpower um 11,5% gestiegen, während der Ölpreis in diesem Zeitraum um 18,9% gefallen ist. Selbst eine Jinko war trotz des weiteren rasanten Ölpreisverfalls in diesem Zeitraum kurstechnisch einigermaßen stabil.
Die niedrigen Kurse der Solarwerte sind für mich vor allem auf die großen Unsicherheiten bezüglich der Nachfrage der zwei größten Solarländer China und Japan zurückzuführen und natürlich aich den sehr nervösen Märkten, denn in nervösen und volatilen Märkten steigt die Risikoaversion.
China und Japan hatten zusammen im letzten Jahr einen Marktanteil von um die 45%.
Für China sind ja alle Solaranaylsten für dieses Jahr optimistisch mit einer Nachfrage von 14 GW, wobei aber die Deutsche Bank für 2014 gerade mal von 9 bis 10 GW ausgeht. Die offenbar schwache und völlig enttäuschende Nachfrage in China im letzten Jahr hat den China-Solaris mal ganz sicher nicht gut getan. Das war dann wohl auch der Grund dafür, dass in China die Modulpreise im Dezember leicht gefallen sind.
Zu Japan gibt es sehr unterschiedliche Einschätzungen, während IHS Solar, BNEF und Mercom Capital den japanischen Solarmarkt bei um die 9 GW sehen, also in etwa dem Niveau wie in im letzten Jahr, erwartet die Deutsche Bank und die Credit Suisse nur noch 6 GW für Japan.
Jedenfalls erwartet die Credit Suisse nach wie vor von Jinko ein 2015er EPS von 3,91 $ und sollte nichts großartig Schlimmes passieren (Nachfrage 2015 < 50 GW, Modulpreise fallen über 10% in diesem Jahr in den großen Märkten), dann sollte das auch erreichbar sein. In Summe aller Jinko-Segmente, hier meint die Credit Suisse das Modulgeschäft und das Jinko Powergeschäft, wird das Kursziel von 45 $ bestätigt. Laut der Credit Suisse wird zwar JA Solar derzeit wie Jinko auch nur mit einem KGV von 4,8 bewertet, aber aufgrund des hohen Umsatzanteils in Japan mit 36% hat die Credit Suisse bei JA Solar nur ein "Hold"-Rating ausgegeben.
Hier der Link zu den Kommentaren der Credit Suisse:
blogs.barrons.com/asiastocks/2015/01/13/...wers-japan-outlook/
(China Solar: Credit Suisse Sees Strong China, Lowers Japan Outlook")
Ob man aktuell die Börse wirklich fundamental hinterfragen sollte, dahinter stelle ich aber ein ganz dickes Fragezeichen. Die Märkte sind so hypernervös und volatil, dass alles so gut wie unberechenbar ist. Hängt natürlich mit dem rasant fallenden Ölpreis zusammen.