Offenbar gibt es für Jinko "nur" Netzanbindungsprobelme im Winter in der Xinjiang Provinz, weil dort sehr kalt ist im Winter und somit kräftig geheizt werden muss und da wird offenbar sehr viel mit Kohelkraftwerksstrom geheizt. Ergo sind dann die Stromleitungen voll durch den Kohlekraftstrom und somit kann dann kein Solarstrom mehr eingespeist werden. So jedenfalls die Erklärung seitens Jinko. Dazu würde auch deren Prognose passen für den Stromverkauf. In Q1 soll der Stromumsatz wieder ansteigen auf rd. 26 Mio. $ (+ 30% zu Q4) wie auch die Bruttomarge auf 40 bis 45% (Q4: 34%) und in Q2 soll dann die Bruttomarge beim Stromumsatz wieder bei den üblichen 55 bis 60% liegen.
So weit das Problem, das gestern wohl viele irritiert hat und die eigentlich gute Zahlen und die top Guidance in den Hintergrund gerückt hat. Mich auch. Vor allem weil Jinko auf diese Problematik nie hingewiesen hat.
Bezüglich Spin Off des Projektgeschäftes gibt man sich noch bedeckt, aber so wie ich das einschätze gibt es wohl jetzt dann doch eine relativ zeitnahe Lösung. Dass sie sich jetzt bedeckt halten Ist wohl auch besser so, denn im letzten Jahr hat man sich dann doch viel zu früh unter Druck gesetzt mit den Plänen, die dann nicht eingehalten wurden.
Wenn ich die Aussagen von Jinko bezüglich der eigenen Kraftwerke interpretiere, dann sieht es für mich so aus, dass die 1. Option wohl ein Green Bonds wäre in dem dann die Solarkraftwerke als Anleihe gebündelt sind, die dann in China an den Börsen gelistet sein wird. Wäre für mich auch die beste Option. Besser jedenfalls wie ein YieldCo.
Im Modulsegment erwartet Jinko eine stabile Bruttomarge zwischen 18 bis 20% (Q3: 19,2%/Q4: 19,1%) im 1. Halbjahr und im 2. Halbjahr soll sie dann steigen da man in die USA über Malaysia die doppelte Modulmenge strafzollfrei verkaufen kann. Jinko sagte zwar nicht direkt, dass man die Malaysia-Produktion erhöhen wird, aber aus den Worten geht das ganz klar heraus, denn ab Q3 will man in die USA 60% strafzollfrei liefern können. Aktuell sind es gerade mal 20%. Wobei ich davon ausgehe, dass die 500 MW große Malaysia-Produktion noch nicht voll läuft. Wäre auch nachvollziehbar, weil das Ramp Up ja erst im Juni war und weil es die erste PERC-Zellproduktion von Jinko ist.
Für die Bruttomarge und somit auch für die Gewinne ist die USA eine sehr wichtiger Faktor. In Q4 hat man nur 90 MW in die USA strafzollfrei liefern können und bei den restlichen 360 MW musste ein 33%iger Strafzoll berappt werden. Über den Daumen gepeilt hat damit Jinko für das US-Geschäft gerade mal eine Bruttomarge von um die 16% erreicht, also weit unter der erzielten Bruttomarge. Umgerechnet hat somit das USA-Geschäft die Bruttomarge in Q4 um etwa 1% negativ belastet. Alles rein theoretische Zahlen von mir, aber ich denke mal, dass sie recht realistisch sind.
Laut Jinko soll die USA mit einem Absatzanteil zwischen 25 bis 30% in diesem Jahr der größte Absatzmarkt werden noch vor China (20 bis 25%). Auch daran sieht man wie wichtig es sein wird für Jinko, das man in die USA so viel wie möglich an strafzollfreie Module liefern kann.