vn33 es gibt leider nur drei kleinere indische Modulbauer (Indosolar, Moser Baer, Websol), die an der Börse sind und das auch nur in Indien. Investieren kann man in die eigentlich nicht.
Suzlon wäre in der Tat eine super Turn Around-Aktie, aber wie du richtig sagst sind die halt verdammt hoch verschuldet mit Finanzverbindlichkeiten von 1,5 Mrd. € und die führen zu jährlichen Zinsaufwendungen von sage und schreibe 175 Mio. €. Dazu haben sie noch ein negatives Eigenkapital. Das schreit förmlich nach einer Kapitalerhöhung.
Auf der anderen Seite hat Suzlon top Gewinnmargen (EBITA-Marge > 16%), die besten aller Windmühlenbauer, und wird natürlich von dem indischen Windboom profitieren (Suzlon Marktanteil in Indien 20%). Die Analysten erwarten einen Umsatzsprung von 40% im kommenden Geschäftsjahr auf 1,68 Mrd. €.
Von den Fundamentals her sieht Suzlon wirklich hoch interessant aus. Charttechnisch könnte es bald auch hoch interessant werden, wenn die Aktie aus ihrer Seitwärtsrange nach oben ausbrechen würde. Wobei aber rd. 20% über dem aktuellen Suzlonkurs zwischen 24,60 und 25,35 INR ein sehr signifikantes Widerstandsnest liegt und wenn sie das knacken würden, dann wäre hier richtig Luft nach oben.
Sobald es bei Suzlon über die 21,70 ING geht (aktuell bei 20,80 ING) gehe ich da mit der ersten Posi rein. Die zweite Posi wäre dann bei 26/26,40 ING angesagt. Übrigens wird Suzlon auch in Solar einsteigen und in Indien Solarkraftwerke bauen. Diese Konstellation Wind und Solar bietet sich gerade in Indien auch richtig an.
Aber zurück zu Solar. Der indische Solarmarkt wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Alle große Solarplayer wie auch sehr viele Banken haben sich mittlerweile gut positioniert in Indien um in Erneuerbaren zu investieren. Es ist jetzt zwar schwierig abzuschätzen wie das in den kommenden Jahren in Indien weiter geht mit dem Wachstum aufgrund der Stromnetzinfrastruktur, aber Indien dürfte trotzdem der wachstumsstärkste Solarmarkt werden in den kommenden Jahren.
Das Problem in Indien ist halt für Jinko und Co, der Markt wird nicht subventioniert und somit sind in Indien die Modulpreise am niedrigsten mit Preisen von unter 0,50 $/W. Wobei aber bei diesen Preisen Jinko immer noch auf eine Bruttomarge von um die 18% kommen würde. Der Preisdruck in Indien ist enorm. So sind die Solarkraftwerkspreise in den letzten 12 Monaten dort um bis zu 30% gefallen und betragen aktuell nur noch 4,60 ING/kWh (rd. 0,075 $/kWh).
Hier ein Link zur Preisentwicklung im indischen Solarmarkt:
www.pv-tech.org/features/...oat-solar-auctions-behind-the-hype
Wir wissen ja, dass die Solarnachfrage richtig gut ist und das wurde heute von einem der größten Zellhersteller NeoSolar aus Taiwan (Zellfertigungskapazitäten von 2,5 GW) bestätigt. So erzielte NeoSolar im Dezember ihren zweit höchsten Umsatz der Unternehmensgesichte mit 79 Mio. $ (ca. 235 MW) und sagte dazu noch, dass die Nachfrage sehr hoch war und auch noch ist.
ich denke mal, dass wir nicht nur strake Q4 Zahlen von Jinko und Co sehen werden, zumindest von der Absatz- und Umsatzseite her, sondern auch im Gegensatz zu den Jahren 2013, 2014 auch starke Q1-Zahlen.
In Japan und Indien enden die Geschäftsjahre ja immer Ende März, so dass bei diesen beiden Märkten die Monate Januar bis März immer sehr nachfragestark sind. In Großbritannien werden ab April nun auch die Subventionen radikal für Solarkraftwerke kleiner 5 MW gekürzt (> 5 MW wurden ja schon im April 2015 komplett gestrichen). Es wird ja sogar erwartet, dass es in Großbritannien zu einem ähnlichen Boom in Q1 kommen wird wie im letzten Jahr und da gab es in Q1 einen Solarzubau von 2,5 GW. Dazu kommt ja dann noch das zusätzliche 5,6 GW Kontingent aus China und das muss verbaut sein bis Mitte des Jahres.
Es sieht nicht nur so aus, es wird wohl auch so sein, dass im Gegensatz zu früheren Jahren die Nachfrage deutlich geglätteter sein wird wie in den Vorjahren wo ja Q4 das mit Abstand stärkste Quartal das Jahres war und Q1 wie auch Q2 schwache Quartale waren. Das dürfte sich in diesem Jahr etwas glätten und das ist für Jinko und Co mal mit Sicherheit nicht zum Nachteil.