In sehr vielen Ländern gibt es für Solarmodule überhaupt keine Importzölle benz.
Laut den WHO-Richtlinien dürfen für Solarmodule die Importzölle höchstens 22% betragen. Im Schnitt aller WHO-Länder liegt der Importzoll für Solarmodule nur bei 1%. Die höchsten Importzölle der WHO-Länder für Solarmodule gibt es in Uruguay und in Paraguay mit jeweils 12%.
Im größten südamerikanischen Solarmarkt In Chile betragen die Importzölle auf Module 6%. Ende August 2015 waren in Chile 553 MW an Solar installiert, 1.841 MW im Bau und mehr als 10.000 MW im Genehmigungsprozess.
Übrigens gibt es in Chile null Subventionen. Entweder schließen dort die Solarkraftwerksbetreiber einen Stromabnahmevertrag ab mit dem staatlichen Energieversorger bzw. mit einem anderen Abnehmer (z.B. Kommune oder Minenbetreiber) oder sie verkaufen den Strom direkt über die dortige Energiebörse. Bei Strompreisen von um die 0,25 $/kWh in Chile hat natürlich Solar null Kostenprobleme und kann leicht und locker mit halten.
In Brasilien werden auf importierte Module Einfuhrzölle von 10% erhoben. Vor einem Jahr lagen die noch bei 18%. Jedoch gibt es in Brasilien noch eine Reihe an zusätzlichen Gebühren für Importwaren wie ein Frachtaufpreis (25% auf die Frachtkosten), Lager- und Handlingsgebühren (z.B. Ausstellung der Importbescheinigung), eine Deklerationgebühr oder Abgaben für soziale Integrationsprogramme und zur Rücklagenbildung der Staatsbediensteten. Alles in allem kommt da dann doch einiges zusammen und am Ende werden dann wohl so 20 bis 25% an Zoll und Gebühren zusammen kommen.
Die generell hohen Einfuhrzölle und Gebühren in Brasilien sind ja mit ein Grund warum Jinko zunächst mal in Brasilien keine Produktion baut, denn für Maschinen (hier gibt es noch zusätzlich einen extra Zollaufschlag für Industrie-Produkte) werden sehr hohe Einfuhrzölle verlangt, die rd. 50% der Gesamtkosten betragen. Man sieht es ja auch an der Windindustrie in Brasilien. Der Turbinenbauer, der nicht in Brasilien produziert, hat dort kostentechnisch null Chancen. Hat auch etwas mit der Local Content-Regelung zu tun über die man in Brasilien an zinsgünstige Projektfinanzierungen ran kommt.
Eine Analyse zum brasilianischen Strom- und Solarmarkt:
www.rvo.nl/sites/default/files/2015/04/...0April%202015.v2.pdf
Mit einer der interessantesten Solarmärkte in Lateinamerkia ist Mexiko, denn seit dort die Liberalisierung des Strommarktes durchgezogen wurde Mitte 2014 und danach regulatorisch umgesetzt wurde Ende 2014 gibt es grünes Licht für Solar. Bei Wind ist man da schon etwas weiter.
In Mexiko gibt es mittlerweile eine Energieregulierungsbehörde, die Genehmigungen für die Stromerzeugung und -verteilung erteilt sowie die neu geschaffenen grünen Zertifikate herausgibt und eine Netzagentur, die den neu geschaffenen Stromgroßmarkt überwacht sowie einen freien Zugang zum Übertragungsnetz gewährleisten soll.
Mexiko dürfte über kurz oder lang zu einem GW-Markt werden, schon alleine wegen der fast perfekten Sonneneinstrahlung. Das Problem für Solar in Mexiko ist, dass die Strompreise dort mit 0,08 $/kWh recht niedrig sind im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Länder wie Chile oder Brasilien. kommt daher, da Mexiko mit einer der Staaten mit dem größten Erdgasvorkommen ist und deshalb sind dort die Strompreise so günstig.
In Mexiko wurden übrigens die Importzölle für Solarmodule im Zuge der Strommarktliberalisierung Mitte des Jahres komplett aufgehoben. Schätzungen gehen davon aus, dass der mexikanische Solarmarkt im kommenden Jahr von 200 auf 400 bis 500 MW wachsen wird.
Südamerika wird mit Sicherheit ein großer Markt werden und sobald in Brasilien die ersten Projekte aus den zwei Ausschschreibungsrunden umgesetzt werden, wohl ab Ende 2016/Anfang 2017, dann wird das ein 800 MW Markt werden.
In diesem Jahr wird Süd- und Mittelamerika inkl. der Karibik auf etwas über 2 GW kommen (2014: 1,1 GW):
1. Chile: 1.000 MW
2. Honduras: 550 MW
3. Mexiko: 200 MW
4. Uruguay 80 MW
5. Panama 55 MW
6. Domikanische Republik 50 MW
Wenn Chile ihr Ausbautempo halten kann mit 1 GW und in Mexiko wirklich die Post abgeht mit Solar wie erwartet wird, dann reden wir in 2017 wohl in dieser Region von einem Absatz zwischen 4 bis 5 GW.