Broterwerb, Tradition und Show
In Japan hat man das "Ukai Tsuri" mittlerweile als Happening für Touristen entdeckt.
Das Ritual ist seit Jahrhunderten unverändert. Meistens in der Abenddämmerung ziehen die Fischer los. Lampions beleuchten ihre kleinen Boote. Die Idylle wird jedoch getrübt durch den Lärm von unzähligen Kormoranen, die die Fischer als lebende Angeln mitführen.
Jäger an der Leine
Zum Vergrößern anklicken / ©Bild: AP
Das Kormoran-Fischen hat im asiatischen Raum, vor allem in Japan und Korea, jahrhundertelange Tradition. Statt sich über den erfolgreichen Fischjäger zu ärgern, nutzten die Fischer schon seit dem 6. Jahrhundert den Vogel gleich für ihre eigenen Zwecke.
Die Methode ist so einfach wie effektiv. Die Kormorane werden an Leinen ins Wasser geworfen und tun das, was sie auch in freier Wildbahn tun würden: nach Fischen tauchen, den ganzen Tag, ohne Pause und mit reicher Ausbeute - für die Fischer.
Mundraub mit Methode
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Sind die Vögel einmal "präpariert" und im Wasser ausgesetzt, muss der Fischer nur warten, bis der Kormoran auf seinen oft mehreren Minuten langen Tauchgängen einen Fisch gefangen hat. Dabei verhindert ein Ring um den Hals des Kormorans, dass dieser den gefangenen Fisch fressen kann.
Als letzten Arbeitsschritt des Kormoran-Fischens holt der Fischer den Vogel per Leine und Stock ein. Dann fasst der Fischer dem Tier tief in den Rachen und befördert ans Tageslicht, was es gefangen hat. Danach wird der Vogel wieder ins Wasser geworfen und die Prozedur wiederholt.
Show für Touristen
Vor allem in Japan macht man mit dem "Ukai Tsuri" genannten Kormoran-Fischen mittlerweile auch gute Geschäfte und bietet den traditionellen Broterwerb der japanischen Fischer als folkloristisches Happening für Touristen an, romantische Flussfahrt inklusive.
Gerne greifen die Fischer bei ihrer Ethno-Show jedoch auf die Segnungen der Moderne zurück. Mehrere 1.000-Watt-Scheinwerfer rücken so nicht nur das "idyllische" Bild ins rechte Licht, sondern locken außerdem ausreichend Fische an, um den Touristen für ihr Geld etwas zu bieten.
Tierschützer protestieren
Tierschützer und Umweltaktivisten protestieren immer wieder vergeblich gegen das ihrer Meinung nach grausame Ritual des Kormoran-Fischens. Die Fischer argumentieren dagegen, dass die Kormorane ohnehin ihren normalen Lebensumständen gemäß gehalten würden.
Außerdem, so der Standpunkt der Fischer, müsste man die Kormorane jagen, würde man sich ihrer nicht bedienen. Die Kormorane als erfolgreiche Fischfänger würden sonst zur Gefahr für den Fischbestand - ein auch in Europa aktuelles Problem, mehr dazu in "Ungeliebter Wintergast".
Schaler Nachgeschmack?
Ganz Unrecht dürften Tierschützer mit ihrer Kritik jedoch auch in den Augen der Fischer nicht haben - nehmen diese ihren Kormoranen doch am Ende eines "Arbeitstages" ihre Ringe um den Hals ab, um sie "frei" fischen zu lassen.
Dieser Teil des Kormoran-Fischens ist jedoch erst Teil der Tradition, seit Touristen sich für das Spektakel interessieren. Das Vergnügen einer Darbietung der Kormoran-Fischer soll schließlich durch nichts getrübt werden, auch nicht durch ein schlechtes Gewissen.
Solche Barbaren kriegen eine Fußball-WM. Traurig.
In Japan hat man das "Ukai Tsuri" mittlerweile als Happening für Touristen entdeckt.
Das Ritual ist seit Jahrhunderten unverändert. Meistens in der Abenddämmerung ziehen die Fischer los. Lampions beleuchten ihre kleinen Boote. Die Idylle wird jedoch getrübt durch den Lärm von unzähligen Kormoranen, die die Fischer als lebende Angeln mitführen.
Jäger an der Leine
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Das Kormoran-Fischen hat im asiatischen Raum, vor allem in Japan und Korea, jahrhundertelange Tradition. Statt sich über den erfolgreichen Fischjäger zu ärgern, nutzten die Fischer schon seit dem 6. Jahrhundert den Vogel gleich für ihre eigenen Zwecke.
Die Methode ist so einfach wie effektiv. Die Kormorane werden an Leinen ins Wasser geworfen und tun das, was sie auch in freier Wildbahn tun würden: nach Fischen tauchen, den ganzen Tag, ohne Pause und mit reicher Ausbeute - für die Fischer.
Mundraub mit Methode
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Sind die Vögel einmal "präpariert" und im Wasser ausgesetzt, muss der Fischer nur warten, bis der Kormoran auf seinen oft mehreren Minuten langen Tauchgängen einen Fisch gefangen hat. Dabei verhindert ein Ring um den Hals des Kormorans, dass dieser den gefangenen Fisch fressen kann.
Als letzten Arbeitsschritt des Kormoran-Fischens holt der Fischer den Vogel per Leine und Stock ein. Dann fasst der Fischer dem Tier tief in den Rachen und befördert ans Tageslicht, was es gefangen hat. Danach wird der Vogel wieder ins Wasser geworfen und die Prozedur wiederholt.
Show für Touristen
Vor allem in Japan macht man mit dem "Ukai Tsuri" genannten Kormoran-Fischen mittlerweile auch gute Geschäfte und bietet den traditionellen Broterwerb der japanischen Fischer als folkloristisches Happening für Touristen an, romantische Flussfahrt inklusive.
Gerne greifen die Fischer bei ihrer Ethno-Show jedoch auf die Segnungen der Moderne zurück. Mehrere 1.000-Watt-Scheinwerfer rücken so nicht nur das "idyllische" Bild ins rechte Licht, sondern locken außerdem ausreichend Fische an, um den Touristen für ihr Geld etwas zu bieten.
Tierschützer protestieren
Tierschützer und Umweltaktivisten protestieren immer wieder vergeblich gegen das ihrer Meinung nach grausame Ritual des Kormoran-Fischens. Die Fischer argumentieren dagegen, dass die Kormorane ohnehin ihren normalen Lebensumständen gemäß gehalten würden.
Außerdem, so der Standpunkt der Fischer, müsste man die Kormorane jagen, würde man sich ihrer nicht bedienen. Die Kormorane als erfolgreiche Fischfänger würden sonst zur Gefahr für den Fischbestand - ein auch in Europa aktuelles Problem, mehr dazu in "Ungeliebter Wintergast".
Schaler Nachgeschmack?
Ganz Unrecht dürften Tierschützer mit ihrer Kritik jedoch auch in den Augen der Fischer nicht haben - nehmen diese ihren Kormoranen doch am Ende eines "Arbeitstages" ihre Ringe um den Hals ab, um sie "frei" fischen zu lassen.
Dieser Teil des Kormoran-Fischens ist jedoch erst Teil der Tradition, seit Touristen sich für das Spektakel interessieren. Das Vergnügen einer Darbietung der Kormoran-Fischer soll schließlich durch nichts getrübt werden, auch nicht durch ein schlechtes Gewissen.
Solche Barbaren kriegen eine Fußball-WM. Traurig.