Internet World: Viele sind auf der Strecke geblieb

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Internet World: Viele sind auf der Strecke geblieb

 
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"Viele sind auf der Strecke geblieben"

Von Lutz Frühbrodt

Berlin - "Willkommen bei Europas größter Internet-Messe in . . . überhaupt!" Mit ihren Begrüßungsworten zum Auftakt der 5. Internet World stellte Michaela Voltenauer, Geschäftsführerin des Veranstalters Communic, den leicht chaotischen Charme von Europas überhaupt größter Internet-Messe eindrucksvoll unter Beweis. Mit dem diskreten Charme der New Economy vermengt sich in den Berliner Messehallen in diesem Jahr allerdings auch eine zumindest latente Depression.
Die Krise der Internet-Wirtschaft hat zwar nicht dazu geführt, dass die Stände von ausgesprochenem Schwermut umflort sind, die Atmosphäre ist aber deutlich gedämpfter als im Vorjahr. Deshalb auch das unüberhörbare Pfeifen im digitalen Keller: Über 1000 Aussteller auf 60.000 Quadratmeter Fläche, verkündet Frau Voltenauer stolz. Rekord! Allerdings habe es noch kurzfristig jede Menge Absagen gehagelt, hieß es.

Was die Veranstalterin auf jeden Fall bestätigen kann: Die Struktur der Aussteller hat sich verändert. In diesem Jahr gibt es einen bunten Mix, im letzten Jahr dominierten noch eindeutig die Apologeten des elektronischen Handels. Nicht nur relativ, auch absolut ist die Internet-World-Präsenz der E-Händler sichtbar zusammengeschrumpft. "Kein Wunder, eine ganze Reihe von Geschäftsmodellen konnte sich am Markt einfach nicht durchsetzen", gibt Harald Summa, Geschäftsführer des deutschen Electronic Commerce Forum (Eco), die passende Erklärung. "Viele sind auf der Strecke geblieben."

Die Überlebenden haben dagegen noch einen weiten Weg vor sich. Nach Schätzungen des Eco Forums wird der elektronische Handel zwischen fünf und sieben Prozent des gesamten Handelsvolumens erreichen. Irgendwann. "Im Augenblick liegt der Marktanteil des E-Commerce aber noch unter einem Prozent", schätzt Summa. Die besten Karten haben seiner Meinung nach die Unternehmen, die wie etwa Otto oder Quelle bereits langjährige Erfahrungen als Versandhändler sammeln konnten.

Oder jenen, deren Wettbewerbsvorteil in der Logistik liegt wie bei der Deutschen Post. Der Konzern bietet auf seinem Einkaufsportal Evita Händlern eine Plattform. Auf der Messe hat die Post gestern ihre Zusammenarbeit mit dem E-Mail-Dienst GMX verkündet. GMX will durch die Kooperation seine im Februar eingeleitete Metamorphose vom reinen E-Postillon zum "Info-Portal mit einem Full-Service-Angebot vorantreiben", wie es GMX-Vorstand Andreas Biel formulierte.
Evita will schon in zwei Wochen eine weitere Allianz verkünden. "Es ist ein Internet-Zugangsanbieter mit einem eigenen Portal." Mehr will Beckmann nicht verraten, doch wird in der Branche von Commundo geredet. Wer auch immer es sein mag, für Harald Summa zeichnet sich hier ein neuer Trend ab: "Jetzt beginnt die Phase der Allianzen und der Konzentration. Die E-Händler müssen jetzt unbedingt ihre Marken fest etablieren."


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