F R I S T L O S E K Ü N D I G U N G
Hat Frentzen seine Entlassung provoziert?
Im Fall von Heinz-Harald Frentzens Entlassung beim Formel-1-Team Jordan wird eine neue Ursache ins Spiel gebracht. Der Mönchengladbacher soll einen Vertrag bei einem konkurrierenden Rennstall unterschrieben haben.
AFP/DPA
Heinz Harald Frentzen: Einigung in der Formel-1-Fabrik
Köln - Heinz-Harald Frentzen soll sich trotz aller Dementis angeblich mit dem Formel-1-Einsteiger Toyota über einen Vertrag geeinigt haben. Dies berichtet die "Welt am Sonntag" und beruft sich dabei auf Aussagen eines Toyota-Ingenieurs, der von einem Treffen zwischen dem Autokonzern und dem Rennfahrer nach dem Großen Preis von Kanada vor sieben Wochen in Köln erzählt hat.
50 Millionen für zwei Jahre
Frentzen war nach einem schweren Trainingsunfall vorzeitig aus Montreal abgereist, wegen starker Kopfschmerzen und Sehstörungen, wie es damals offiziell hieß. In der deutschen Formel-1-Fabrik der Japaner soll Einigung über einen Zweijahresvertrag mit Frentzen erzielt worden sein, der ihm 50 Millionen Mark garantieren soll.
"Uns wurde mitgeteilt, dass Frentzen für unser Formel-1-Projekt unterschrieben hat und von 2002 an neben dem Finnen Mika Salo als Fahrer für Toyota an den Start gehen wird", sagte der namentlich nicht genannte Toyota-Ingenieur der "WamS". Toyota-Sportchef Ove Andersson hatte am Donnerstag in Hockenheim noch betont, dass keinerlei Interesse an einer Verpflichtung Frentzens bestehe.
Sollte Frentzen wirklich bei Toyota, dem Rivalen von Jordans Motorenlieferant Honda, unterschrieben haben, könnte das die überraschende fristlose Kündigung des Mönchengladbachers erklären, der erst vier Wochen zuvor eine Option über 2002 bei Jordan eingelöst hatte.
"Sauer, aber ungebrochen"
Wie "Bild am Sonntag" erfahren haben will, soll Teamchef Eddie Jordan von den Verhandlungen Frentzens erfahren haben.Der Ire, der sich bereits über die lustlose Vorstellungen seines Piloten wunderte, wollte Frentzen zwingen, Ende der Saison das Team zu verlassen. Als Frentzen dies ablehnte, sei er vor die Tür gesetzt worden. Sollten sich diese Vermutungen bestätigen, dürften Frentzens Chancen spürbar sinken, Jordan vor einem englischen Gericht auf über 30 Millionen Mark zu verklagen.
Frentzen ist derzeit für keine Stellungnahme erreichbar. Er soll nach dem Wirbel der letzten Woche mit seiner Frau Tanja und Töchterchen Lea bei seiner Mutter in Spanien untergetaucht sein. "Er ist sauer, aber ungebrochen", erklärte seine Gattin dem "Kölner Express". Auf seiner Homepage bittet Frentzen seine Fans um Geduld: "Mir sind die Hände gebunden. Ich kann nichts sagen, da wir uns mitten in einem Rechtsstreit befinden."