Von Daniel Bernock
Heidelberg. Die Heidelberger Druckmaschinen AG erschließt neue Geschäftsfelder. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, bietet der Druckmaschinen-Experte in Zukunft eine "Hochleistungs-Wallbox" für Elektrofahrzeuge an. "Die Elektromobilität ist weltweit auf dem Vormarsch, und ihre Bedeutung wird in den nächsten Jahren weiter rasant zunehmen. Eine der großen Herausforderungen dabei ist der zügige Ausbau der Ladeinfrastruktur", heißt es in einer Mitteilung von Heideldruck. Trotzdem gebe es erst knapp 25.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Um das von der Bundesregierung geplante Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020 zu schaffen, seien jedoch fünf Mal so viele Ladepunkte nötig.
In diese Lücke will das Heidelberger Unternehmen nun stoßen: Dazu hat das Unternehmen eine Ladeeinrichtung für die Wand mit einer Kapazität von 22 kW entwickelt. "Wir sind davon überzeugt, dass wir an einem Wendepunkt in der Frage der Elektromobilität stehen", sagte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg laut Mitteilung. "Elektroautos werden eine echte Option für mehr und mehr Autofahrer. Diesen Trend wollen wir für uns nutzen und mit unseren Kompetenzen von diesem Wachstumsmarkt profitieren."
Das Angebot richtet sich laut Heidelberger Druckmaschinen sowohl an Privatleute mit Elektrofahrzeug als auch an Automobilhersteller, Kommunen und Einzelhandelsketten. "Egal, ob für die Garage zu Hause, den Parkplatz vor dem Supermarkt oder in der Innenstadt, die Wallbox bietet Elektronik nach Maß", so Stephan Plenz, Technologievorstand bei Heidelberg. Die Wallbox soll auf der Messe EVS30 in Stuttgart vorgestellt werden. Die Messe für die Elektromobilität-Industrie geht vom 9. bis zum 11. Oktober. Die Veranstaltung gilt als weltweit bedeutendster Branchentreff für Elektromobilität.
Ganz neu ist das Geschäft für Heidelberger Druckmaschinen nicht. Bisher ist das Unternehmen jedoch nicht unter eigenem Namen aufgetreten. Rund 20.000 Wallboxen für Elektroautos hat das Unternehmen nach eigenen Angaben "im Auftrag eines Premiumherstellers" gefertigt. Zudem habe Heideldruck über 100.000 "intelligente Ladekabel" im Kundenauftrag gefertigt.
Die Wallbox mit dem Logo der Heidelberger ist allerdings erst der Anfang. "Heidelberg plant, Schritt für Schritt ein umfassendes Portfolio für die gesamte Ladeinfrastruktur aufzubauen", hieß es gestern in einer Mitteilung des Unternehmens.
Zunächst werde das Einstiegsmodell weiterentwickelt. "Dazu sind wir offen für Partnerschaften mit Energieversorgern und Kommunen, die mit uns die Zukunft der Elektromobilität gestalten wollen."