Heard in New York Wochenendausgabe
Die neue Richterin, welche nun über die Monopolklage der USA gegen Microsoft Corp (MSFT, WKN: 870747) richtet, ordnete am Freitag an, dass sich die gegnerischen Parteien (das US-Justizministerium und Microsoft) intensiver um eine außergerichtliche Einigung bemühen sollen. Zwar ließ das Justizministerium (welches in den USA auch die Aufgabe des Kartellamtes ausübt) unter der neuen Regierung Bush davon ab, eine Zerschlagung des Softwareriesen zu verlangen, eine entgültige Einigung war aber dennoch nicht in Sicht. U.S.District Judge Colleen Kollar-Kotelly wies jedoch auch eine Eingabe Microsofts ab, welche die Möglichkeiten der verschiedenen richterlichen Anordnungen, um dem Kartelrecht in Zukunft genüge zu tun, eingeschränkt hätte. So riet die Richterin beiden Parteien bis zum 2.November zu einer Einigung zu kommen, auch wenn sie bis dahin 7 Tage die Woche rund um die Uhr arbeiten und verhandeln müssten. Fast kommt es einem vor, als wäre auch dies mit eine Auswirkung des Terrorattake vom 11.September. Denn die US-Gerichte sowie die Justizbehörde kommen den gegenwärtigen Anforderungen der Ermittlungen überhaupt nicht nach. So traurig dies ist, für Microsoft, die PC Hardwareindustrie und das Wirtschaftswachstum der nächsten Quartale vielleicht ein Plus. MSFT gewann am Freitag $ 1.21 und beendete die Handelswoche bei $ 51.17.
Im Rückblick auf die letzte Woche sollte bemer! kt werden , dass der Dow Jones seit 1900 in 31 Bärmärkten im Durchschnitt 31% an Wert verlor, bevor er wieder langfristig zu steigen begann. Per 21.September (Freitag der vergangenen Woche) hatte der Dow Jones 30% verloren. Bis 21.September einschließlich, dauerte der Bärmarkt nun 616 Tage (der Dow erreichte sein Hoch am 14.01.2000 bei 11.750,28 Punkten) und ist somit der längste Bärmarkt seit 1073-1974. Einen Vergleich dieser Art können wir beim NASDAQ leider nicht anstellen, da es diesen Index erst seit 1972 gibt. Die letzte Rezession in welche die US-Wirtschaft hineinrutschte war damals mit dem Golfkrieg verbunden. Damals, 1990-1991, endete die Rezession 171 Tage nachdem der Aktienmarkt seinen tiefsten Punkt hinter sich gelassen hatte. Gegenwärtig gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass die US-Wirtschaft am Ende des ersten Quartales / Beginn des zweiten Quartales 2002 in ihren nächsten Wachstumszyklus eintreten wird. Nicht zuletzt, da der Staat in den USA in den nächsten ! Monaten ( Jahren?) eine wesentlich größere wirtschaftliche Rolle (Sicherheits-, Rüstungs-, Infrastrukturinvestitionen – gepaart mit zielgerichteten Steueranreizen) einnehmen wird. Sollte sich dies als richtig erweisen, befinden wir uns gegenwärtig in dem kurzen Zeitraum der Bodenbildung des Aktienmarktes. Wie auch ein übermässiger Optimismus nahe Höchstständen zu beobachten ist, ist auch ein übermässiger Pessimismus (wie gegenwärtig) nahe extremen an Tiefstpunkten zu verzeichnen.
Für den langfristig orientierten Anleger könnten so im Moment “Spyder” (Spinnen) interessant sein. Dies sind Zertifikate, welche den S&P500 Index nachbilden. Ein Zertifikat (SPY, WPK : 898706) bildet 1/10tel des zugrunde liegenden Index wieder. “Spyder”, werden wie auch “Diamonds” (DIA, WPK 987860 – bilden 1/100 des Dow Jones nach) und “triple Q’s” (QQQ, WPK : 989871 – bilden 1/40 des Nasdaq100 nach) wie Aktienzertifikate an der Americ! an Stock Exchange gehandelt und sind immer sehr liquide.
Aufgrund der schwächeren Wirtschaftsentwicklung wird in der letzten Zeit in den USA verstärkt Autowerbung im Fernsehen, Radio und Printmedien betrieben. Dei meisten Schaltungen werben für amerikanische Autohersteller, die mit Angeboten, wie Rabatte und niedriger Verzinsung bis 0%, Käufer anwerben wollen.
Basierend auf eigenen Anrufen bei Autohändlern im Raum New York, New Jersey und Frankfurt a.M.. wurde dieser Trend bestätigt. Alle Autohändler, mit denen wir sprachen, Audi, VW und Daimler Benz, leiden unter starkem Nachfragerückgang. Wie uns ein Audihändler, der normalerweise 125 bis 150 Autos verkauft, mitteilte, werden in diesem Monat nur um die 50 Neufahrzeuge angeliefert. Weniger dramatisch war es bei VW, die 70 vs. 100 - 125 Neufahrzeuge angeliefert bekommen. Der VW Händler im Taunus konnte diesen Rückgang des Geschäftes bestätigen. In New Jersey sprach der Daimlerhändler von einer Halbierung seines Geschäftes in die! sem Monat .
Obwohl man diese Umfrage nicht als Maßstab nehmen kann (zu wenige Autohändler wurden befragt), kann man schon erkennen, dass die Autobranche momentan in einer schwierigen Phase steckt. Umso wichtiger wird dieser Sachverhalt, wenn man bedenkt, dass bislang insbesondere für deutsche Autofirmen, das US-Geschäft zum Teil das schwache europäische Geschäft ausglich. Dieser Bonusfaktor fällt gegenwärtig weg. Ob die Verbrauchernachfrage wieder anziehen wird, hängt unserer Meinung nach primär von der weiteren politischen Entwicklung ab.
Gruss aus New York, das US-Aktien Team der DG European Securities,Claudia, Andrew, Robert und Jerry
Disclaimer: Die vorangegangenen Marktbeobachtungen und Aktienbesprechungen basieren auf den subjektiven Einschätzungen der Mitglieder des US-Aktienteams der DG European Securities und sind ohne jede Gewähr sowie ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das Risikoprofil eines jeden individuellen Investors ist verschieden. Anleger sollten vor der Tätig! ung von I nvestitionsentscheidungen den Anlageberater ihrer Bank um zusätzliche Informationen bitten und das angedachte Investment auf ihre Risikotoleranz hin überprüfen lassen. Weitere Informationen zu den Weltfinanzmärkten finden Sie auf www.dzbank.de, www.wgzbank.de, sowie auf www.union-investment.de
15:58 am 30.09.2001 - Ressort:
Die neue Richterin, welche nun über die Monopolklage der USA gegen Microsoft Corp (MSFT, WKN: 870747) richtet, ordnete am Freitag an, dass sich die gegnerischen Parteien (das US-Justizministerium und Microsoft) intensiver um eine außergerichtliche Einigung bemühen sollen. Zwar ließ das Justizministerium (welches in den USA auch die Aufgabe des Kartellamtes ausübt) unter der neuen Regierung Bush davon ab, eine Zerschlagung des Softwareriesen zu verlangen, eine entgültige Einigung war aber dennoch nicht in Sicht. U.S.District Judge Colleen Kollar-Kotelly wies jedoch auch eine Eingabe Microsofts ab, welche die Möglichkeiten der verschiedenen richterlichen Anordnungen, um dem Kartelrecht in Zukunft genüge zu tun, eingeschränkt hätte. So riet die Richterin beiden Parteien bis zum 2.November zu einer Einigung zu kommen, auch wenn sie bis dahin 7 Tage die Woche rund um die Uhr arbeiten und verhandeln müssten. Fast kommt es einem vor, als wäre auch dies mit eine Auswirkung des Terrorattake vom 11.September. Denn die US-Gerichte sowie die Justizbehörde kommen den gegenwärtigen Anforderungen der Ermittlungen überhaupt nicht nach. So traurig dies ist, für Microsoft, die PC Hardwareindustrie und das Wirtschaftswachstum der nächsten Quartale vielleicht ein Plus. MSFT gewann am Freitag $ 1.21 und beendete die Handelswoche bei $ 51.17.
Im Rückblick auf die letzte Woche sollte bemer! kt werden , dass der Dow Jones seit 1900 in 31 Bärmärkten im Durchschnitt 31% an Wert verlor, bevor er wieder langfristig zu steigen begann. Per 21.September (Freitag der vergangenen Woche) hatte der Dow Jones 30% verloren. Bis 21.September einschließlich, dauerte der Bärmarkt nun 616 Tage (der Dow erreichte sein Hoch am 14.01.2000 bei 11.750,28 Punkten) und ist somit der längste Bärmarkt seit 1073-1974. Einen Vergleich dieser Art können wir beim NASDAQ leider nicht anstellen, da es diesen Index erst seit 1972 gibt. Die letzte Rezession in welche die US-Wirtschaft hineinrutschte war damals mit dem Golfkrieg verbunden. Damals, 1990-1991, endete die Rezession 171 Tage nachdem der Aktienmarkt seinen tiefsten Punkt hinter sich gelassen hatte. Gegenwärtig gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass die US-Wirtschaft am Ende des ersten Quartales / Beginn des zweiten Quartales 2002 in ihren nächsten Wachstumszyklus eintreten wird. Nicht zuletzt, da der Staat in den USA in den nächsten ! Monaten ( Jahren?) eine wesentlich größere wirtschaftliche Rolle (Sicherheits-, Rüstungs-, Infrastrukturinvestitionen – gepaart mit zielgerichteten Steueranreizen) einnehmen wird. Sollte sich dies als richtig erweisen, befinden wir uns gegenwärtig in dem kurzen Zeitraum der Bodenbildung des Aktienmarktes. Wie auch ein übermässiger Optimismus nahe Höchstständen zu beobachten ist, ist auch ein übermässiger Pessimismus (wie gegenwärtig) nahe extremen an Tiefstpunkten zu verzeichnen.
Für den langfristig orientierten Anleger könnten so im Moment “Spyder” (Spinnen) interessant sein. Dies sind Zertifikate, welche den S&P500 Index nachbilden. Ein Zertifikat (SPY, WPK : 898706) bildet 1/10tel des zugrunde liegenden Index wieder. “Spyder”, werden wie auch “Diamonds” (DIA, WPK 987860 – bilden 1/100 des Dow Jones nach) und “triple Q’s” (QQQ, WPK : 989871 – bilden 1/40 des Nasdaq100 nach) wie Aktienzertifikate an der Americ! an Stock Exchange gehandelt und sind immer sehr liquide.
Aufgrund der schwächeren Wirtschaftsentwicklung wird in der letzten Zeit in den USA verstärkt Autowerbung im Fernsehen, Radio und Printmedien betrieben. Dei meisten Schaltungen werben für amerikanische Autohersteller, die mit Angeboten, wie Rabatte und niedriger Verzinsung bis 0%, Käufer anwerben wollen.
Basierend auf eigenen Anrufen bei Autohändlern im Raum New York, New Jersey und Frankfurt a.M.. wurde dieser Trend bestätigt. Alle Autohändler, mit denen wir sprachen, Audi, VW und Daimler Benz, leiden unter starkem Nachfragerückgang. Wie uns ein Audihändler, der normalerweise 125 bis 150 Autos verkauft, mitteilte, werden in diesem Monat nur um die 50 Neufahrzeuge angeliefert. Weniger dramatisch war es bei VW, die 70 vs. 100 - 125 Neufahrzeuge angeliefert bekommen. Der VW Händler im Taunus konnte diesen Rückgang des Geschäftes bestätigen. In New Jersey sprach der Daimlerhändler von einer Halbierung seines Geschäftes in die! sem Monat .
Obwohl man diese Umfrage nicht als Maßstab nehmen kann (zu wenige Autohändler wurden befragt), kann man schon erkennen, dass die Autobranche momentan in einer schwierigen Phase steckt. Umso wichtiger wird dieser Sachverhalt, wenn man bedenkt, dass bislang insbesondere für deutsche Autofirmen, das US-Geschäft zum Teil das schwache europäische Geschäft ausglich. Dieser Bonusfaktor fällt gegenwärtig weg. Ob die Verbrauchernachfrage wieder anziehen wird, hängt unserer Meinung nach primär von der weiteren politischen Entwicklung ab.
Gruss aus New York, das US-Aktien Team der DG European Securities,Claudia, Andrew, Robert und Jerry
Disclaimer: Die vorangegangenen Marktbeobachtungen und Aktienbesprechungen basieren auf den subjektiven Einschätzungen der Mitglieder des US-Aktienteams der DG European Securities und sind ohne jede Gewähr sowie ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das Risikoprofil eines jeden individuellen Investors ist verschieden. Anleger sollten vor der Tätig! ung von I nvestitionsentscheidungen den Anlageberater ihrer Bank um zusätzliche Informationen bitten und das angedachte Investment auf ihre Risikotoleranz hin überprüfen lassen. Weitere Informationen zu den Weltfinanzmärkten finden Sie auf www.dzbank.de, www.wgzbank.de, sowie auf www.union-investment.de
15:58 am 30.09.2001 - Ressort: