Abwanderung der Qimonda-Forschung nach Bayern unwahrscheinlich
Insolvenzverwalter äußert sich nicht zur Fortführung der Qimonda-Technologie
Dresden/München (ddp-lsc). Die von Bayern ins Gespräch gebrachte Verlagerung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda von Dresden nach München ist offenbar keine ernstzunehmende Alternative. Nach ddp-Informationen aus Branchenkreisen vom Freitag wird eine solche Option für "eher unwahrscheinlich" gehalten, unter anderem deshalb, weil eine Aufsplittung der in Dresden angesiedelten Bereiche für Entwicklung und Produktion derzeit keinen Sinn ergäbe.
Zuvor hatte das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) berichtet, dass sich Bayern dafür einsetze, die Forschung und Entwicklung nach München zu holen. Das Insolvenzverfahren für die Infineon-Tochter Qimonda war am vergangenen Mittwoch offiziell eröffnet worden. Fast 2500 Mitarbeiter aus Dresden und München wechselten in eine Transfergesellschaft. Zuletzt beschäftigte Qimonda weltweit 8700 Menschen. In Deutschland arbeiteten 1100 Menschen in der Zentrale in München und 2700 in Dresden.
Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Jaffé wollte sich am Freitag nicht zu möglichen Konzepten zur Fortführung der Qimonda-Technologie äußern. "Wir konzentrieren uns auf die Gespräche mit potenziellen Investoren", sagte er und fügte hinzu, dass er davon ausgehe, dass in den kommenden Tagen eine Delegation zu weiteren Gesprächen nach China reisen wird. Dies werde derzeit vorbereitet.
(ddp)
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