Die Wirtschaftskrise wird zusätzlich 700000 Menschen in Deutschland in die Erwerbslosigkeit treiben, mit einer Konjunkturbelebung ist frühestens 2010 zu rechnen. Das geht aus einer am Dienstag in Paris vorgestellten Prognose der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Danach schrumpft das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr um 0,9 Prozent. Zur Belebung von Konsum und Investitionen legt die Organisation der Regierungskoalition Steuersenkungen nahe. »Das nicht sehr große Konjunkturprogramm der Bundesregierung ist zeitlich zu lang gestreckt und wird eher den Aufschwung ab 2010 stärken als die Rezession stoppen«, warnte Andreas Wörgötter, für Deutschland zuständiger Direktor der OECD-Wirtschaftsabteilung. »Die Aussichten sind düster, die Krise ist so schwer wie zuletzt in den 80er Jahren«, fügte OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmitt-Hebbel hinzu. Es könne jedoch noch weit schlimmer kommen: »Die Risiken dominieren bei weitem.« Ihre letzte Prognose korrigierte die OECD damit drastisch nach unten. Noch im Juni hatte die Organisation für 2009 mit einem Wachstum von einem Prozent in Deutschland gerechnet.
Der gesamte OECD-Raum der 30 wichtigsten Industriestaaten ist den Angaben zufolge seit dem dritten Quartal 2008 in den roten Zahlen. Im kommenden Jahr gehen die OECD-Ökonomen von einem Wirtschaftsrückgang um 0,4 Prozent aus, in der Eurozone sogar um 0,6 Prozent. Der Tiefpunkt soll voraussichtlich Mitte 2009 erreicht sein. »Es wird dank der radikalen politischen Maßnahmen und Zinssenkungen nicht zu einer Depression kommen«, war das Optimistischste , was Schmitt-Hebbel angesichts der Situation einfiel. Der Chefvolkswirt betonte allerdings, daß dieser Prognose die Annahme zugrunde liege, »das Gröbste« der Finanzkrise sei in wenigen Monaten überstanden. 2010 – nach fünf Quartalen Rezession – könnte die deutsche Volkswirtschaft wieder um 1,3 Prozent wachsen, hieß es weiter. Allerdings werde der Arbeitsmarkt wesentlich länger stark belastet. »Bis Ende
Von Jörn Boewe
2010 wird die Quote in Deutschland von 7,7 auf knapp über neun Prozent steigen«, sagte der OECD-Deutschland-Experte Felix Hüfner voraus. Die Zahl der Arbeitssuchenden werde um 700 000 steigen, im gesamten OECD-Raum um acht auf 42 Millionen.
Die Bundesregierung reagiert auf ihre Art. Einem Bericht der Financial Times Deutschland (Dienstagausgabe) zufolge beabsichtigt sie, die Zahl der Erwerbslosen per Gesetzesänderung weiter herunterrechnen. Nach einem Gesetzentwurf zur Neuregelung von Arbeitsmarktinstrumenten, der der FTD vorliegt, sollen künftig alle Erwerbslosen, die durch private Vermittlungsagenturen betreut werden, nicht mehr als »arbeitslos« gezählt werden. Im Oktober waren dies rund 149000, schreibt die Zeitung, insgesamt fielen in diesem Jahr rund 300000 Erwerbslose unter diese Kategorie. Künftig sollen sie aus der Statistik herausfallen, bestätigte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums: »Das ist grundsätzlich so geplant.« Die Bundesagentur für Arbeit (BA) lehnt die Pläne laut FTD ab. »Das sehen wir mehr als kritisch«, zitiert die Zeitung den Vizedirektor des der BA angeschlossenen Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Ulrich Walwei.
aus jW
Das hatten wir doch schon unter Schröder so,einfach mal ein paar Mios. Arbeitslose aus der Statistik mogeln.
Börse :
Wer in einem blühenden Frauenkörper das Skelett zu sehen vermag, ist ein Philosoph.
Kurt Tucholsky
Das Lied zum DAX mit Text :
de.youtube.com/watch?v=CR85o0-8sRA&feature=related