Dreht Porsche den ganz großen Deal? Frank Schwope, Analyst der NordLB meint ja. Die exorbitanten Kurssprünge bei VW könnten dem Konzern Milliarden Zusatzgewinn bescheren, wenn Porsche seine VW-Optionen ausübt. Frank Schwope, NordLB
boerse.ARD.de: Wie erklären Sie die extremen Kurssprünge der VW-Aktie? Allein durch das Eindecken der Leerverkäufer, der so genannten Shorties?
Schwope: Das ist eine Lesart. Meiner Meinung nach aber hat Porsche erheblichen Anteil daran. Hinter der Bekanntgabe vom Wochenende, dass der Anteil an VW erhöht wurde und weiter aufgestockt werden soll, steckt meiner Einschätzung nach eine Strategie. Porsche hat schon oft das Gegenteil von dem gesagt, was dann getan wurde. Erstmals im September 2005, als sie als Großaktionäre bei VW eingestiegen sind und sagten, sie wollten ihren Anteil nicht weiter ausbauen.
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Porsche will in Wolfsburg herrschenboerse.ARD.de: Und welche Strategie verfolgt Porsche tatsächlich?
Schwope: Ich glaube, dass Porsche den ganz großen Deal dreht. Der Konzern hält ja direkt nur 42,6 Prozent an VW. Für weitere 31,5 Prozent hält man Optionen. Porsche kann damit bei Fälligkeit nicht etwa die 90 Millionen Aktien beziehen, sondern den Gegenwert in bar – abzüglich des Basispreises der Option. Ich könnte mir vorstellen, dass einige dieser Optionen jetzt fällig werden – da stellt sich die Frage, ob Porsche mit seiner Mitteilung vom Wochenende den VW-Kurs nach oben getrieben hat, um möglichst viel Geld durch diese Optionen herauszuschlagen.
boerse.ARD.de: Will Porsche also doch keine Mehrheit bei VW von 75 Prozent, doch keinen Beherrschungsvertrag?
Schwope: Ich glaube in der Tat, dass sich Porsche von einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag bei VW derzeit verabschiedet haben könnte. Denn im Moment dürfte es schwierig werden, das VW-Gesetz zu kippen - wegen der aktuellen Marktverfassung und dem damit verbundenen Ruf nach stärkerem staatlichen Schutz. Derzeit ist die Macht von Porsche durch das VW-Gesetz beschränkt: Selbst wenn Porsche seinen Anteil auf 75 Prozent aufstockte, könnte der Konzern keinen Beherrschungsvertrag abschließen. Daher schätze ich, dass sich Porsche vorerst mit 50 Prozent an VW zufrieden geben wird.
Das Interview führte Bettina Seidl.
KanAm friert weiteren Immobilienfonds ein - Aussetzung von 'grundinvest' 13:26 28.10.08 FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Fondsgesellschaft KanAm hat innerhalb nur weniger Tage einen zweiten offenen Immobilienfonds vorübergehend eingefroren. Die Rücknahme von Anteilsscheinen des Fonds "grundinvest" werde ab sofort "zum Schutz der Anleger" ausgesetzt, teilte KanAm am Dienstag in Frankfurt mit. Das Fondsmanagement sei zu dieser Maßnahme gezwungen gewesen, um die ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung des Fonds sicherzustellen, heißt es in der Mitteilung. Erst vor wenigen Tagen hatte KanAm bereits den Fonds "US-grundinvest" eingefroren, bei dem Anleger US-Dollar in amerikanische Mietobjekte investieren können. In erster Linie seien massive Anteilsrückgaben der Anleger im Zuge der Finanzkrise für den Schritt verantwortlich. Die Aussetzung der Rücknahme sei zunächst auf drei Monate befristet. Gleichwohl erfolge weiterhin eine tägliche Feststellung und Fortschreibung des Anteilpreises. Auch Einzahlungen seien weiter möglich. Der KanAm Fonds "grundinvest" ist spezialisiert auf Mietobjekte in Europa und Nordamerika. /bf/js
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