Mails/Nachrichten vom 11.03.2002, Bernecker & Cie.
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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Zahlen zur Konjunktur werden immer solider, aber wie viel davon wurde von den Märkten in den letzten vierzehn Tagen schon vorweggenommen? Das ist erneut zum Wochenanfang eine technische Frage, die sich so darstellt: Ganz kurzfristig sind die Märkte übergekauft, sie enthalten also ein Rückschlagrisiko. Mittelfristig reicht der Trend weiter und ist die Basis für die Frühjahrsrally, die ich in den Indizes schon skizziert hatte. Dabei bleibt es. Das genannte Rückschlagrisiko ist nicht groß genug, um zu verkaufen, sowie anschließend wieder die gleichen Titel zurückzuerwerben. Das können nur große Marktteilnehmer riskieren, die mit kleinen Spesen arbeiten. Für Privatanleger ist die Marge netto zu klein. Aber: Solche technischen Schwächen sind die ideale Kaufgelegenheit, sei es für Neu- oder Zukäufe. Ich meine, daß dies für die ganze Woche gelten wird. Erfreulich:
In dieser Woche gibt es ergänzende Zahlen zur amerikanischen Konjunktur: Am 15.03. Michigan-Index zum Verbrauchervertrauen, Industrieproduktion, Erzeugerpreise und die Kapazitätsauslastung. Dafür gibt es weniger neue Firmendaten, weil die meisten großen Adressen ihre Zahlen bereits vorgelegt haben.
Wall Street konkret: Markttechnik in Ordnung, in sich ausgewogen, aber auch ohne neuen Ansatz. Die Gefahr neuer Hiobsbotschaften ist geringer geworden. Faszinierend finde ich, daß allein 6 (!) große Hightechtitel, die normalerweise zu den Lieblingen des Marktes gehören, einen sogenannten 'doppelten Boden' absolviert haben. Das wird ein wichtiges Thema für die nächste AB. Wie so etwas funktioniert, zeigte Sun Microsystems in den letzten zwei Wochen. Zwei Mal wurden 7,50/7,70 $ getestet, anschließend sofort bis 11 $. Das macht die Kleinigkeit von 43 % Kursgewinn. Ich halte dieses Thema für extrem wichtig, aussagefähig und nutzbar. Aber es zeigt Ihnen auch, wie unglaublich technisch man in solchen Titeln denken muß. Daran scheitern so manche Anleger, die weder die Geduld haben, darauf zu achten noch die Disziplin, mit dieser Markttechnik zu leben. Hätten Sie Bern-stein gehabt, so hätten Sie bis auf 50 Cents genau diese Technik ausloten können. Bern-stein ist also keine Spielerei, sondern ein ganz wichtiges Werkzeug.
Für heute: Aus obigem Grund gehe ich mit Vorsicht nach New York. Lucent und Nortel habe ich in der letzten AB ebenfalls in der Markttechnik gezeigt. Ziehen Sie daraus bitte die entsprechenden Schlüsse, wie oben angemerkt. Dazu gehört auch Corning bei 7,50/8 $. Umgekehrt: Xerox hat diese Konstellation schon hinter sich und es fehlen im Moment nur 50 - 60 Cents bis zum nächsten Kaufsignal vor dem Hintergrund einer neuen Gewinnschätzung von voraussichtlich 60 Cents in diesem Jahr. Nebenbei: Wissen Sie, was man aus Anleihen erwirtschaften kann, hinter denen Telekom-Ausrüster stehen? Bis zu 23 % Jahresrendite per Endverfall in fünf Jahren. Also Barrendite plus Tilgungsgewinn. Wie man das macht, sagt Ihnen der Zürcher Finanzbrief, der darauf bekanntlich spezialisiert ist. In Medienanleihen bekannter Adressen schaffen Sie knapp 20 %. Wer sich damit beschäftigen möchte, fordert unter Telefax 00411 - 912 08 70 unter Bezugnahme auf diesen Ticker eine Probe an.
Frankfurt geht in eine gute Woche, aber unter gleichem Sachverhalt wie eingangs erwähnt. Die Kernfrage wird sein: Rechtfertigen die Konjunkturaussichten und die Maßnahmen des Managements eine neue Spekulation in den deutschen Finanzaktien, denen ich seit Jahresanfang sehr skeptisch gegenübergestanden habe, was durchgängig richtig war? In keiner Branche kommt es so sehr auf die Männer an der Spitze an, die das eigentliche Vertrauenskapital bilden. Ich hatte ursprünglich damit gerechnet, daß die Tiefstkurse vom September annähernd erreicht würden. Also nicht die absoluten Tiefstwerte vom berühmten Crashtag. Lesen Sie die nächste AB dazu bitte sehr sorgfältig. Es geht um eine Kernfrage des gesamten Marktes. Auf Hann. Rück. hatte ich schon in der letzten AB hingewiesen, am letzten Freitag daraufhin knapp 80 E. Ich plädiere für weitere Käufe.
Die Technologieaktien sind deutlich übergekauft. Beobachten Sie hier die Tagesumsätze sehr genau, wobei Sie erkennen können, wo und wie Kasse gemacht wird. Der nächste Einstieg ist dann wieder 10 - 15 % tiefer gegeben. Das konnten Sie bei Schering nachvollziehen, siehe AB und Ticker. Bei 69 E. war Schluß, inzwischen 64 E. am Freitag im Tief und jetzt sind 60/61 E. möglich, aber das sind eben gleich rund 12 % weniger. Das Modell habe ich oben beschrieben.
Der Terminkalender gibt diese Woche nicht allzuviel her. Heute ist ACG dran sowie IDS Scheer. Die Zahlen wurden aber schon vorab genannt. Dann kommt Morphosys. Die zwei ersten hatte ich schon empfohlen. Morgen erläutert Ferdinand Piech die VW-Zahlen zum letzten Mal. Auf der internationalen Ebene ist ABB in Zürich dran, dann Credit Suisse mit der Bilanzkonferenz und Mövenpick.
Am Mittwoch geht es weiter mit Bayer vor der Presse, Puma und König + Bauer sowie Salzgitter und SGL Carbon, worauf ich mit einiger Spannung warte. Diese Adresse ist bekanntlich für jede Überraschung gut und ich habe in der AB dazu alles gesagt.
Auf den Empfehlungslisten tauchen heute auf: Fresenius als Kauf, was Sie bitte auch im Zusammenhang mit meiner Empfehlung für FMC sehen, siehe letzte AB. Und am letzten Freitag bereits bis 64,80 E. Celanese wird zurückgestuft und gleiches gilt für Adidas. Hier erinnere ich daran: Ich hatte diese Aktie oberhalb von 80/82 E. zum Verkauf gestellt, inzwischen 74,40 E., und der nächste Kauf liegt bereits bei ca. 70/72 E. Das können Sie mit Schering (oben) vergleichen.
Meine Empfehlung heute: Investieren Sie in die Nemax-Indexzertifikate.
Entweder neu oder indem Sie die Positionen verstärken. Es gibt eine ganze
Reihe, die ich schon genannt hatte.
Jubelstimmung in Tokio: Der Nikkei steht bei knapp 12.000. Ich habe mich
dazu in der letzten AB schon geäußert und Sony als ersten Kauf empfohlen.
Aber: Der berühmte Stichtag 01.04. ist erneut ein Manipulations-Tag. Deshalb
bleibe ich so lange aus dem Geschehen, wie im Vorfeld dieses Stichtages mehr
manipuliert als echt disponiert wird. Darin traue ich den Japanern überhaupt
nicht. Ich werde also vierzehn Tage bis drei Wochen warten, bis man eine
zuverlässige Einschätzung geben kann.
Damit wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche, die immerhin zum Zeitpunkt
dieses Diktates mit + 24,90 Punkten im DAX begonnen hat. Ob's hält?
Herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
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