die Junx sind doch nicht ganz dicht:
Warburg Research - HHLA-Aktie: Überraschung bei den berichteten Zahlen 2011
09:07 04.04.12
Hamburg (www.aktiencheck.de) - Christian Cohrs, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von HHLA (HHLA Aktie) weiterhin mit dem Votum "verkaufen" ein.
Während die vor einigen Wochen veröffentlichten vorläufigen Zahlen 2011 (Containerumschlag +21%, Steigerung bei Umsatz und EBIT von 14% bzw. 7%) bestätigt worden seien und die Ergebnisaufteilung nach Segmenten nichts Unerwartetes zu Tage gebracht habe, sei HHLA bei der Bottom Line (EPS von EUR 1,20 vs. Warburg Research-Erwartungen: EUR 1,12 durch niedrigere Minderheitsanteile) und beim Cashflow mit weniger im Working Capital gebundenen Kapital sowie geringeren Steuerzahlungen und Investitionen eine positive Überraschung gelungen.
Das Management wolle stärker zulegen als der Markt, dessen Wachstum sich gegenüber Vorjahr verlangsamen sollte, und habe einen Anstieg bei Volumen, Umsatz und operativen Ergebnis von 5% im Visier. In Bezug auf die Top Line und dem implizierten Preis-Volumen-Trend sehe dies gut aus. Auf EBIT-Ebene verfehle dieses Ziel jedoch die Analystenerwartungen (EUR 205 Mio. vs. Konsens / Warburg Research-Erwartungen von ca. EUR 220 Mio.), da die Kosteninflation in 2012 eine stärkere Belastung darstelle als allgemein angenommen.
Im letzten Jahr habe der CTA-Miteigentümer Hapag-Lloyd (25%) die für einen überproportionalen Gewinnanteil (50%) erforderlichen (nicht veröffentlichten) Volumenanforderungen nicht erfüllen können. Dies sollte nicht die Regel, sondern eher eine Ausnahme sein. Angesichts der führenden Rolle Hapag-Lloyds in der G6-Allianz sollte eine Rückkehr zum überproportionalen Gewinnanteilsmuster, das die Analysten in den meisten der vorangegangen Jahre hätten beobachten können, zu erwarten sein.
2012 dürften sich die Investitionen verdoppeln, wobei das Management EUR 250 bis 280 Mio. gegenüber der EUR 128 Mio. im Vorjahr einplane. Dieser Anstieg sei zum Teil einigen Verzögerungen geschuldet. Die Modernisierung und Ausweitung des CTB (d.h. mehr/höhere Blockläger; Bau eines neuen Liegeplatzes für ULCV-Schiffe) stehe dabei weiterhin im Vordergrund. Andere Investitionsbereiche: Expansion des Terminals in Odessa; ein neuer Hinterland-Hub in Tschechien.
Der CEO rechne nicht damit, dass die geplante Eröffnung des Jade-Weser-Hafens im August das Volumenwachstumsprofil der HHLA abschwäche. Es werde sogar erwartet, dass die Wachstumsdynamik in H2 größer sei als in H1. Allerdings teile er die Ansicht der Analysten, dass die überschüssige Umschlagskapazität durch mehrere in der Nord Range realisierte Kapazitätsmaßnahmen die Ergebnisse kontinuierlich unter Druck setze.
Das Management habe die strategische und operative Bedeutung der Elbvertiefung umgerissen, aber keine Prognosen oder Kommentare zum Zeitplan abgegeben. Neben dem makroökonomischen Umfeld sei der Ausbauzeitplan das größte Risiko für die Aktie und es seien noch nicht alle Widerstände ausgeräumt.
Die Analysten hätten ihr Modell aktualisiert und ihre Schätzungen etwas heruntergenommen, allerdings sei die Auswirkung auf die Bewertung zu vernachlässigen. Das aktuelle Kursniveau berücksichtige den Best Case in Bezug auf den Zeitplan für die Elbvertiefung (Beginn im Sommer 2012), der sich sehr schnell als zu optimistisch herausstellen könnte.
Angesichts des Chance-Risiko-Profils sollten Investoren einen Verkauf der HHLA-Aktie in Erwägung ziehen, so die Analysten von Warburg Research. Das Kursziel werde nach wie vor bei EUR 21 gesehen. (Analyse vom 02.04.2012) (04.04.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Quelle: Aktiencheck