Ich komme gerade nach Hause (Regen, Regen, Regen...)
Stockadhoc
Die Märkte im Rückblick
Wie erwartet verzeichnete der Neue Markt am ersten Handelstag im neuen Monat deutliche Kursverluste, was vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen war. Belastend wirkten sich allerdings auch die Meldungen vom Wochenende aus, in denen von einem amerikanischen Gegenschlag gesprochen wird, welcher unmittelbar bevor stünde. Die Verluste waren in sämtlichen Branchen zu beobachten, fanden allerdings nicht unter hohen Umsätzen statt. Im Vorfeld der Wirtschaftsdaten aus den USA beschleunigte sich der Abwärtstrend, da einige Markteilnehmer von schlechten Zahlen ausgingen. Jedoch zeigte der wichtige NAPM-Index lediglich einen Rückgang um 0,9 auf 47 Punkte, was aufgrund der Terroranschläge verwunderlich war. In Folge dieser Zahlen konnte sich der Neue Markt von seinen Tiefstständen erholen. Der Nemax All Share schloss dennoch mit einem Minus von 2,36% bei 824 Punkten. Überproportional verlor der Nemax 50 mit 2,94% auf 779 Punkte. Der Handel an der Nasdaq war zu Beginn von Unsicherheiten geprägt, ehe die Wirtschaftsdaten ebenfalls die Wende brachten. Aufgrund des erneut schwachen Halbleiter-Sektors gelang dem Index allerdings nicht die Rückkehr in den positiven Bereich. Zu den Gewinnern gehörten erneut die Biotechwerte, die nach einem deutlichen Minus noch ins positive Terrain vordringen konnten. Gegen Handelsende verbuchte der Nasdaq Composite ein Minus von 1,22% auf 1.480 Punkte. /fh
Prognose für den aktuellen Börsentag
Eine Prognose für den heutigen Tag abzugeben erscheint uns als nahezu unmöglich. Zum einen verdichten sich die Anzeichen für einen in kürze beginnenden Angriff gegen Ziele in Afghanistan. Welche Folgen dieser auf die Börsen haben wird ist weiterhin unklar und muss abgewartet werden. Zum anderen hängt die kurzfristige Entwicklung stark von der FED-Sitzung am heutigen Tag ab, bei der ein weiterer Zinsschritt um 50 Basispunkte erwartet wird. Aus diesen Gründen sollte der morgige Tag abgewartet und möglichst keine Neuengagements vorgenommen werden. Anscheinend ist die amerikanische Bankengemeinschaft aber an steigenden Kursen interessiert, da sich am gestrigen Tag nahezu alle namhaften Analysten positiv zum Markt geäußert hatten. So sahen vor allem Mitarbeiter von Merryl Lynch und Morgan Stanley eine bullishe Entwicklung in der nächsten Zeit. Ob dies allerdings als Kontraindikator gewertet werden muss, bleibt ebenfalls abzuwarten. Charttechnisch stellen der Bereich bei 1.500 bis 1.530 Punkte weiterhin einen starken Widerstand dar, der bei einem brechen zu Kaufsignalen führen würde. Nachbörslich brachen die Aktien von Compaq deutlich ein, nachdem zuvor eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgesprochen wurde. Der nachbörsliche Handel zeigte sich dennoch stabil auf Schlusskursniveau. /fh
Handlungsstrategie
Nach Angaben der britischen Sonntagszeitung "Observer" soll es innerhalb des laufenden Tages zu den ersten Angriffen der alliierten Streitmächte auf Afghanistan kommen. Wir können den Wahrheitsgehalt dieser Meldung natürlich nur schwer abschätzen, klar dürfte jedoch sein, dass mit Hochdruck an den Vorbereitungen gearbeitet wird und der Gegenschlag in der Tat nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Investoren haben gestern aus Angst vor einem größeren Konflikt Positionen glattgestellt. Wie die Börsen bei dem Fall der ersten Bomben aber tatsächlich reagieren werden, ist nur schwer abzuschätzen. Einen dramatischen Kursverfall halten wir eher für ausgeschlossen. Realistischer erscheint ein kurzes und heftiges Nachgeben der Märkte mit einer anschließenden Stabilisierung. /rh
Wichtige Termine des Tages
Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA: Bilanz-Pressekonferenz
Ericsson: Pressekonferenz in Düsseldorf
Infineon technologies AG: Analysten-Konferenz
Nordex AG: Ablauf der Lock-Up-Periode
Stepstone: Hauptversammlung in Düsseldorf (11:00 Uhr)
EU: Arbeitslosenquote August; Verbrauchervertrauen August, September (12:00 Uhr)
USA: FOMC-Sitzung
Aktuelle Unternehmensmeldungen
STOCKadHOC-Ticker
+++ Die Intershop Communications AG hat ihre Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2001 auf ca. 80 Mio. Euro nach unten revidiert. Dies begründet das Jenaer Unternehmen mit "der anhaltenden makroökonomischen Schwäche und den zurückhaltenden Unternehmensausgaben im IT-Bereich". Um das angekündigte Ziel, im vierten Quartal 2001 schwarze Zahlen auf EBITDA-Basis zu schreiben, erreichen zu können, nimmt Intershop deutliche Einsparungen vor. So soll die Belegschaft um 25% auf 790 Mitarbeiter reduziert und die weltweiten Bürofläche vermindert werden. Die Restrukturierungsmaßnahmen schlagen mit ca. 22 Mio. Euro im 3. Quartal 2001 zu Buche. Die Aktien verloren 13,5% auf 1,41 Euro (FSE) und nähern sch damit scheinbar unaufhaltsam der Pennystock-Grenze von einem Euro. +++ Der Baudienstleister Mühl Product und Service AG wird aufgrund der anhaltenden Baukrise einen strikten Konsolidierungskurs einschlagen und die Kapazitäten der aktuellen Marktlage anpassen um in dieses Geschäftsjahr ein leicht positives Ergebnis erzielen zu können. Hierfür wird der Mühl Konzern im dritten Quartal Rückstellungen in Höhe von 80 Mio. DM bilden. Darüber hinaus will man sich von Beteiligungen im Technologie-Sektor trennen, teilte das Unternehmen mit. Erst Ende August hatte Mühl die Umsatz- und Gewinnprognosen drastisch gesenkt. Der seitdem eingesetzte Kursrutsch setze sich gestern fort. Mühl P&S gab 7% auf 4,60 Euro (Xetra) ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit der Notierung am Neuen Markt im Juli 1997. +++ /nl
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