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12.03.2012, 20:40
Wirtschaft auf Drittwelt-Niveau
Griechische Wirtschaft fällt auf Drittwelt-Niveau
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Stylianos Axiotis
Exklusiv Die Euro-Zone zählt ein wirtschaftliches Entwicklungsland zu ihren Mitgliedern: Griechenland wird beim Bruttoinlandsprodukt mittlerweile von Staaten wie Peru und Vietnam übertroffen - und vielleicht sogar von Bangladesch. von Martin Kaelble Berlin und Peter Ehrlich Brüssel
Die griechische Volkswirtschaft stürzt ins Bodenlose. Nach exklusiven Berechnungen des Ifo-Instituts für die FTD dürften in diesem Jahr selbst die Länder Peru und Vietnam die Griechen bei der Wirtschaftsleistung überholen - vorausgesetzt, die Rezession in dem EU-Land fällt nicht größer aus als minus zwei Prozent. "Sollte wirklich eine dramatische Rezession von minus acht Prozent eintreten, dann könnten auch Bangladesch und Chile vorbeiziehen", so Steffen Elstner, Forscher am Ifo-Institut.
Damit würde 2012 das griechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) gewichtet nach Kaufkraft zum ersten Mal unter dem einiger Schwellen- und Entwicklungsländer liegen. Noch 2009 lag Griechenland auf Platz 35 der BIP-Weltrangliste. 2010 überholten dann die Schweiz, Österreich und Hongkong. 2011 schaffte Hellas laut Ifo-Berechnungen nur noch Platz 40 - die Ukraine und Singapur zogen vorbei.
Grund für den dramatischen Wohlstandsverlust ist die Schuldenkrise. Das Euro-Mitglied steckt in diesem Jahr immer noch in einer Rezession. Dies ist die Folge des radikalen Sparkurses der Regierung: Athen verringerte das Budgetdefizit, unter Herausrechnung von Konjunktureinflüssen und Zinslast, zwischen 2010 und 2011 laut Berenberg Bank um 11,5 Prozent. Das Ausmaß dieser Konsolidierung ist laut Industrieländerklub OECD historisch beispiellos.
Historisch beispiellos ist auch der dadurch verursachte Kollaps der Wirtschaft. Einige Experten fürchten, dass das BIP 2012 erneut um bis zu acht Prozent schrumpft nach voraussichtlich rund 6,5 Prozent 2011. "Es handelt sich wohl um die schwerste Rezession der Nachkriegszeit in einem westlichen Land", sagte Barry Eichengreen, Wirtschaftshistoriker an der Universität Berkeley, der FTD.
Nur ein Trost bleibt den Griechen: Das Rettungspaket kommt voran. Die Finanzminister der Euro-Zone begrüßten am Montag die gelungene Umtauschaktion von Staatsanleihen im Nominalwert von zunächst 177 Mrd. Euro. Die Freigabe aller Gelder aus dem zweiten Hilfspaket wurde zwar auf Ende der Woche vertagt, und der Haushaltsausschuss des Bundestags muss noch zustimmen. In der Sache gebe es aber keine Probleme mehr, so Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.
http://www.ftd.de/politik/europa/:w...u/70007479.html
Am 4. März habe ich folgende Prognose abgegeben:
www.ariva.de/forum/...d-Haircut-Default-CDS-452062?page=31#jumppos790
Prognose:
1. Die freiwillige Quote wird nicht in der nötigen Höhe erreicht. BINGO - unter 90 %
2. Griechenland löst CAC aus. BINGO
3. ISDA erklärt dies zum Kreditereignis. BINGO
4. CDS werden fällig, Hedgefonds kommen mit großem Plus raus. a) BINGO b) ?
5. Griechen-Bonds stürzen in Grund und Boden. BINGO, unter 25 %
6. Kleinanleger gucken dumm aus der Wäsche, egal wie sie stimmen. BINGO
Der Vergleich der griechischen Wirtschaft mit Ländern wie Vietnam und Bangladesch ist symptomatisch für den intellektuellenTiefgang der großen Wirtschaftsredaktionen.
Einwohnerzahlen:
Griechenland: 11M
Peru: 30M
Vietnam: 87M
Bangladesch: 143M
Das heißt, Griechenland ist (pro Kopf) noch immer dreimal so produktiv wie Peru. Indien ist übrigens beim BIP vor Deutschland (nach PPP). Trotzdem schreibt niemand, dass Deutschland jetzt auf Dritt-Welt-Niveau ist.
Kann sein, dass das hier schon jemand gepostet hat. Trotzdem:
www.bundesfinanzministerium.de/nn_88146/DE/Presse/...110622-Zeit.html
Zitate:
"Bei Anleihen, die bereits begeben sind, kann man nur auf freiwilliger Grundlage etwas tun, damit sich die privaten Gläubiger auch an einem neuen Griechenlandpaket beteiligen."
"Bei Anleihen, die bereits begeben sind, kann man nur auf freiwilliger Grundlage etwas tun, damit sich die privaten Gläubiger auch an einem neuen Griechenlandpaket beteiligen."
Fairerweise muss man aber auch folgendes rausstreichen:
"In dieser Krise kann und darf man nie sicher sein."
"Wenn Griechenland Zeit gewinnt, darf das aber nicht dazu führen, dass zwischenzeitlich alle privaten Gläubiger die Gunst der Stunde nutzen, nachdem sie schöne Gewinne mit den griechischen Staatsanleihen gemacht haben – sich aus ihrem Engagement zurückziehen, bis am Ende das Risiko nur noch bei der öffentlichen Hand liegt."
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