Greenvironment – Investorenprozess läuft!
Veröffentlicht am 3. Juni 2012
Die traditionsreiche und vergangenes Jahr als bester Arbeitgeber Hamburgs ausgezeichnete Privatbank Donner & Reuschel, verantwortlich für ein Vermögen von rund acht Milliarden Euro, ist neue Großaktionärin beim kommenden Berliner Cleantech-Highflyer Greenvironment plc (WKN:
A1JLT1). Informationen von sharedeals.de zufolge hielt Donner & Reuschel bereits Anfang Februar 2012 gut 32% aller Greenvironment-Aktien und damit mehr als die bis dato offiziell immer noch als größter Anteilseigner geltende Hedge-Fonds-Gesellschaft Cheyne Capital. Der Freefloat dürfte somit schon zu diesem Zeitpunkt nur noch circa 20% betragen haben!
Altaktionäre halten, wer steigt ein?
sharedeals weiß: Die Altaktionäre Greenvironments, allen voran Cheyne, die Firmengründer sowie das Management, halten weiterhin ihre Anteile. Die im Juli auslaufende Haltefrist wird niemanden von ihnen dazu verleiten, Aktien zu Ramschpreisen auf den Markt zu werfen beziehungsweise außerbörslich abzugeben. Stattdessen ist mittlerweile nur allzu offensichtlich: Bei Greenvironment läuft ein Investorenprozess, mutmaßlich unter Federführung der Private-Equity-Experten von Donner & Reuschel! Unserem Kenntnisstand nach beträgt das ausgegebene Aktienkapital Greenvironments mittlerweile rund 11,1 Millionen Stück. Donner & Reuschel könnte somit schon etwa 50% aller ausstehenden Greenvironment-Anteile unter seiner Obhut haben und diese einem neuen Großinvestor zuteilen. Die andere, unwahrscheinlichere Alternative: Donner & Reuschel finanziert Greenvironments Aktivitäten und erhält Aktien als Sicherheitsleistung – ebenfalls positiv! Möglichkeit Nummer drei, sehr unwahrscheinlich: Donner & Reuschel wurde beauftragt, Aktien am freien Markt zu platzieren und den Erlös an Greenvironment auszuschütten.
Unwort des Jahres: “Quiet Period”
Dass ein potenzieller Interessent wie Cofely Deutschland Aktien unter 2 Euro das Stück zugewiesen bekommt, gilt als ausgeschlossen – schließlich wurde dieser Preis bereits vor über einem Jahr im Rahmen einer Kapitalerhöhung von langfristig orientierten Investoren aus Deutschland, Finnland und Polen gezahlt. Seitdem hat sich das Geschäft nochmals prächtiger entwickelt als ohnehin schon prognostiziert: Die Atomkatastrophe in Japan hat den Ausbau dezentraler Energielösungen massiv angetrieben, ebenso der von der deutschen Regierung angekündigte Atomausstieg bis 2022 sowie unterstützende Gesetze zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung in der Form, wie sie Greenvironment anbietet.
Die großen Energiekonzerne sowie alle Stadtwerke müssen unter Hochdruck diese Energiewende mitgestalten. Ein Technologiespezialist wie Greenvironment, der hocheffiziente und umweltschonende Anlagen bauen kann, kommt da für viele wie gerufen. So konnte Greenvironment in den ersten sieben Monaten des abgelaufenden Geschäftsjahres bereits 12 Millionen Euro Umsatz verbuchen; allein zwischen Juli und September 2011 gab es Auftragseingänge im Wert von rund 7 Millionen Euro. Dies und eine Sales Pipeline über rund 70 Millionen Euro per Ende November 2011 waren die letzten offiziellen und handfesten Wasserstandmeldungen des Unternehmens, bevor sich Greenvironment Anfang 2012 in die “Quiet Period” verabschiedete und der Kurs vollkommen zusammenbrach.
Börse – ein Irrenhaus!
sharedeals.de ist sicher: Die jüngste Kursentwicklung, die ein sinkendes Schiff vermuten lässt, könnte irreführender nicht sein und ist auch auf eine gezielte “Steuerung” zurückzuführen. Der Freefloat wurde unserer Ansicht nach bereits auf ein Minimum reduziert, doch die täglichen Orderbücher und Preisfeststellungen lassen ganz anderes vermuten – ein getürktes Spiel! Soweit möglich stocken wir unseren Bestand daher weiter auf. Unter der Kursmarke von 3 Euro werden wir unsere Position aller Voraussicht nach nicht auflösen.
www.sharedeals.de/2012/06/03/...nment-investorenprozess-lauft/