Greenspan und Bush bewegen die Märkte
von Jochen Steffens
Greenspan und Bush werden heute ihre Stimme erheben. Greenspan durch und über die Fed-Entscheidung - Bush in seiner Rede zur Nation.
Bush hatte bereits angekündigt, in dieser Rede erneut zu betonen, dass es sein Anliegen sei, die Demokratie weltweit zu verbreiten. Darauf reagierten einige amerikanische Zeitungen, und sogar Fidel Castro schien sich angegriffen zu fühlen. So hat Kubas Staats- und Parteichef Bush davor gewarnt, in seiner zweiten Amtszeit Kuba anzugreifen.
Vielleicht auch deswegen hat sich heute das Weiße Haus um Schadensbegrenzung bemüht und bekannt geben, dass Bush natürlich den diplomatischen Weg bei Fragen bezüglich Iran und Nordkorea bevorzugen werde.
Doch auch in der Innenpolitik hat Bush zunächst Großes angekündigt und musste auch dort schon wieder etwas zurückrudern. Er plant die Teilprivatisierung der Renten. Hier geht es darum, das bereits 1935 eingeführte System umzubauen. Ein Teil der bislang paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzierten Rentenbeiträge soll auf private Investmentkonten umgeleitet werden.
Das führt natürlich zu heftigen Angriffen seitens der Opposition, die Bush sozialen Kahlschlag vorwirft, schließlich würden damit die Renten zu sehr vom Marktgeschehen abhängig. Dem steuerte Bush nun bereits wieder entgegen, die Investmentkonten sollen gegen zu große Ausschläge abgeschottet werden. Zudem sollen einkommensschwache Arbeitnehmer weniger von den Kürzungen der Rentenleistungen betroffen sein als andere Bürger.
Bush hat also viel vor, scheint fast von überschießendem Aktionismus geplagt, wahrscheinlich durch die Erfolge im Irak motiviert. Das vermuten zumindest einige Kommentatoren.
Wir beobachten die Entwicklung natürlich genau. Im Moment zeichnen sich außenpolitische Entwicklungen, die zu Vorsicht mahnen, noch NICHT ab.
Der Kommentar zu Zinsentscheidung der Fed wird natürlich wieder einmal genauestens seziert werden. Höchstwahrscheinlich wird die Fed erneut den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA betonen und ihre Geldpolitik und damit ihre Aussagen unverändert belassen, das beinhaltet auch die Politik der "maßvollen Zinserhöhungen".
Der Markt denkt offenbar ähnlich und steigt schon einmal im Vorfeld an. Selbst der Euro zieht an, hierzu hatte ich längere Zeit nichts geschrieben, weil sich einfach bisher nichts Neues ergeben hat. Die
1,29 war, wie hier prognostiziert, tatsächlich der Boden. Seitdem läuft der Euro eher seitwärts in einer sehr engen Range. Das zeigt die große Unsicherheit der Investoren, ob sie nun angesichts der anziehenden US-Zinsen auf einen steigenden Dollar oder aufgrund des großen Handelsdefizits auf ein schwachen Dollar setzen wollen. Hierbei ist auch interessant, wie sich Bush zur Innenpolitik, speziell zur Verschuldung äußern wird.
Auch das G7-Treffen wird von den Devisenhändlern mit "Sorge" erwartet.
Schließlich könnte es hier zu einer Veränderung der Wechselkursanbindung der chinesischen Währung an den Dollar kommen.
Der chinesische Regierungsberater Fan Gan hatte die Meinung vertreten, dass bei einer anhaltenden Dollar-Schwäche der Dollar nicht mehr als Leitwährung geeignet sei. Denkbar wäre eine Bindung des Yuan an einen Währungskorb, der aus dem Euro, Dollar, Yen und anderen Währungen bestände.
Ich vermute nicht, dass es bei dem G7-Treffen zu einer Ankündigung einer Änderung bezüglich der Dollarbindung des Yuan kommen wird. China hat zurzeit noch die Sorge, dass es durch eine Änderung dieser Wechselkurspolitik zu einer zu starken Abkühlung seiner Wirtschaft kommen könnte. Es gibt einige interessante Gründe, warum China sein Wirtschaftswachstum zurzeit nicht in Gefahr bringen wird, die ich ausführlich in der aktuellen MakroStrategie erläutert habe. Hier wird also mehr hineingedeutelt, als drin ist.
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US-Konjunkturdaten
Die Rohölvorräte sind in der vorangegangenen Woche um 300.000 Barrel zurückgegangen, nach einem Anstieg im Vormonat von 3,4 Mio. Barrel.
Die Benzinvorräte sind um 1,6 Mio. Barrel angestiegen, nach einem Rückgang von -2,3 Mio. Barrel in der Vorwoche.
Und die Vorräte an Destillaten sind gegenüber der Vorwoche um 2,9 Mio.
Barrel gesunken, nach zuvor -2,3 Mio. Barrel.
Nicht wirklich gute Zahlen, aber auch keine bedenkliche Entwicklung.
Die Märkte stiegen nach diesem Bericht auch weiter an.
von Jochen Steffens
Greenspan und Bush werden heute ihre Stimme erheben. Greenspan durch und über die Fed-Entscheidung - Bush in seiner Rede zur Nation.
Bush hatte bereits angekündigt, in dieser Rede erneut zu betonen, dass es sein Anliegen sei, die Demokratie weltweit zu verbreiten. Darauf reagierten einige amerikanische Zeitungen, und sogar Fidel Castro schien sich angegriffen zu fühlen. So hat Kubas Staats- und Parteichef Bush davor gewarnt, in seiner zweiten Amtszeit Kuba anzugreifen.
Vielleicht auch deswegen hat sich heute das Weiße Haus um Schadensbegrenzung bemüht und bekannt geben, dass Bush natürlich den diplomatischen Weg bei Fragen bezüglich Iran und Nordkorea bevorzugen werde.
Doch auch in der Innenpolitik hat Bush zunächst Großes angekündigt und musste auch dort schon wieder etwas zurückrudern. Er plant die Teilprivatisierung der Renten. Hier geht es darum, das bereits 1935 eingeführte System umzubauen. Ein Teil der bislang paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzierten Rentenbeiträge soll auf private Investmentkonten umgeleitet werden.
Das führt natürlich zu heftigen Angriffen seitens der Opposition, die Bush sozialen Kahlschlag vorwirft, schließlich würden damit die Renten zu sehr vom Marktgeschehen abhängig. Dem steuerte Bush nun bereits wieder entgegen, die Investmentkonten sollen gegen zu große Ausschläge abgeschottet werden. Zudem sollen einkommensschwache Arbeitnehmer weniger von den Kürzungen der Rentenleistungen betroffen sein als andere Bürger.
Bush hat also viel vor, scheint fast von überschießendem Aktionismus geplagt, wahrscheinlich durch die Erfolge im Irak motiviert. Das vermuten zumindest einige Kommentatoren.
Wir beobachten die Entwicklung natürlich genau. Im Moment zeichnen sich außenpolitische Entwicklungen, die zu Vorsicht mahnen, noch NICHT ab.
Der Kommentar zu Zinsentscheidung der Fed wird natürlich wieder einmal genauestens seziert werden. Höchstwahrscheinlich wird die Fed erneut den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA betonen und ihre Geldpolitik und damit ihre Aussagen unverändert belassen, das beinhaltet auch die Politik der "maßvollen Zinserhöhungen".
Der Markt denkt offenbar ähnlich und steigt schon einmal im Vorfeld an. Selbst der Euro zieht an, hierzu hatte ich längere Zeit nichts geschrieben, weil sich einfach bisher nichts Neues ergeben hat. Die
1,29 war, wie hier prognostiziert, tatsächlich der Boden. Seitdem läuft der Euro eher seitwärts in einer sehr engen Range. Das zeigt die große Unsicherheit der Investoren, ob sie nun angesichts der anziehenden US-Zinsen auf einen steigenden Dollar oder aufgrund des großen Handelsdefizits auf ein schwachen Dollar setzen wollen. Hierbei ist auch interessant, wie sich Bush zur Innenpolitik, speziell zur Verschuldung äußern wird.
Auch das G7-Treffen wird von den Devisenhändlern mit "Sorge" erwartet.
Schließlich könnte es hier zu einer Veränderung der Wechselkursanbindung der chinesischen Währung an den Dollar kommen.
Der chinesische Regierungsberater Fan Gan hatte die Meinung vertreten, dass bei einer anhaltenden Dollar-Schwäche der Dollar nicht mehr als Leitwährung geeignet sei. Denkbar wäre eine Bindung des Yuan an einen Währungskorb, der aus dem Euro, Dollar, Yen und anderen Währungen bestände.
Ich vermute nicht, dass es bei dem G7-Treffen zu einer Ankündigung einer Änderung bezüglich der Dollarbindung des Yuan kommen wird. China hat zurzeit noch die Sorge, dass es durch eine Änderung dieser Wechselkurspolitik zu einer zu starken Abkühlung seiner Wirtschaft kommen könnte. Es gibt einige interessante Gründe, warum China sein Wirtschaftswachstum zurzeit nicht in Gefahr bringen wird, die ich ausführlich in der aktuellen MakroStrategie erläutert habe. Hier wird also mehr hineingedeutelt, als drin ist.
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US-Konjunkturdaten
Die Rohölvorräte sind in der vorangegangenen Woche um 300.000 Barrel zurückgegangen, nach einem Anstieg im Vormonat von 3,4 Mio. Barrel.
Die Benzinvorräte sind um 1,6 Mio. Barrel angestiegen, nach einem Rückgang von -2,3 Mio. Barrel in der Vorwoche.
Und die Vorräte an Destillaten sind gegenüber der Vorwoche um 2,9 Mio.
Barrel gesunken, nach zuvor -2,3 Mio. Barrel.
Nicht wirklich gute Zahlen, aber auch keine bedenkliche Entwicklung.
Die Märkte stiegen nach diesem Bericht auch weiter an.
Gruß Moya 