Greenspan dämpft Euphorie


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sir charles:

Greenspan dämpft Euphorie

 
18.04.02 09:28
Greenspan dämpft Euphorie

Die Jubelstimmung der Börsianer in New York hielt bloß einen Tag.


Nach spektakulären Kursgewinnen an der Wall Street und der Nasdaq am Dienstag, kehrt gestern, Mittwoch, wieder der ganz normale Alltag ein. Die Euphorie, die am Vortag vor allem Technologiewerte beflügelt hatte und naturgemäß einen Tag später auch Gewinnmitnahmen auslöste, wurde am Nachmittag von Fed-Chef Alan Greenspan gedämpft. Vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuß von Senat und Abgeordnetenhaus meinte er, die Stärke des Konjunkturaufschwungs sei noch unklar, Anzeichen für steigende Unternehmensinvestitionen stünden noch aus.

Positiv werteten Börsianer allerdings, daß Greenspan derzeit noch keine Inflationsgefahr sieht, offenbar also nicht allzu bald die Zinsschraube fester ziehen wird.


Eher gemischt fielen die Unternehmensergebnisse aus, die gestern die Börse beeinflußten. Motorola, zweitgrößter Handy-Hersteller hinter Nokia, schrieb das fünfte Quartal in Folge Verluste, und beim weltgrößten Chip-Hersteller Intel wurden rote Zahlen nur dank anderer Bereiche verhindert. Motorola erwartet aber, im Gesamtjahr profitabel zu sein, während man bei Intel noch nicht mit einer Erholung rechnet. Weil Intel aber besser als erwartet abschnitt, legte die Aktie kräftig zu.

Der Flugzeugbauer Boeing meldete für das erste Quartal einen Gewinnrückgang und verfehlte die Prognosen. Ebenfalls weniger verdient haben die Investmentbanken Merrill Lynch und J. P. Morgan, wobei letztere aber immerhin über den Analystenerwartungen lag.


Die europäischen Börsen lagen wegen der positiven US-Vorgaben vom Dienstag bis zum späten Nachmittag einheitlich im Plus. Gut lief es vor allem für Technologie- und Telekomwerte. So konnte Nokia im Vorfeld der heutigen Ergebnis-Bekanntgabe deutlich zulegen. Gewinne gab es auch für Alcatel und Siemens sowie Philips.



Weiterhin Stärke zeigte der Euro gegenüber dem Dollar. Die US-Währung tendierte gestern gegenüber allen anderen Leitwährungen schwächer. Verantwortlich dafür könnte unter anderem die gescheiterte Nahost-Mission von US-Außenminister Colin Powell sein, meinen Devisenhändler. Der Richtkurs der EZB lag gestern bei 88,80 nach zuletzt 88,03 Cent.

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