wenn solche erfahrenen und seriösen Poster wie Katjuscha sich hier zu Wort melden. Er schreibt nicht nur irgendwas, sondern begründet es mit Zahlen und technischer Analyse. Man sollte dankbar sein, wenn man solche fundierten Beiträge zu lesen bekommt, denn ich sehe zu oft irgendwelche Spinner, die nur Blödsinn oder unqualifizierte Aussagen oder Prognosen posten. Sowas braucht doch kein Mensch und ist einfach nur nervig. Da finde ich es echt wohltuend, weil eben informativ, wenn man mal solche Posts lesen darf. Da spielt es doch überhaupt keine Rolle, ob der derjenige nun investiert ist oder nicht. Eben weil er es nicht ist und das glaube ich ihm nun mal aufs Wort, ist es umso bemerkenswerter, daß der sich die Mühe macht. Und seriöser, weil er ja neutral ist, ist es obendrein.
Aber nun gut. Ist nur meine bescheidene Meinung. Ich hatte mir, bevor ich aus den genannten Gründen mit meiner Zocker"hoffnungs"posi ausgestiegen bin, noch die Mühe gemacht mit der IR von Gigaset Kontakt wg. einiger Fragen aufzunehmen. Möchte Euch diese trotz meines Ausstiegs aber nicht vorenthalten:
Frage 1: können Sie mir bitte erklären, warum der Konzernfehlbetrag im Zeitraum 01.04.-30.06. im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Mio. höher ausfällt, trotz 6 Mio. höherem Ebitda Ergebnis?
Antwort:
Der höhere Konzernfehlbetrag ist im Wesentlichen durch die Abschreibungen der latenten Steuern aufgrund der Verschiebung des Ergebnisabführungsvertrages in das Jahr 2014 begründet. Ein Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung verdeutlich dies:
Bemerkung: Ok, das habe ich ja quasi selbst lesen können. Aber warum wurde in Q2 soviel offensichtlich passive latente Steuern gezahlt? Meine Vermutung ist, daß man steuerrechtlich in der Handelsbilanz für Abschreibungen in der Vergangenheit niedrigere Werte als in der Steuerbilanz angesetzt hat und diese jetzt passivieren musste. Warum aber wie gesagt ausgerechnet in Q2 und in der Höhe, das kann ich nicht nachvollziehen und wurde auch nicht näher erklärt
Frage 2:
Wie soll zudem der weiterhin stark negative Cashflow zukünftig eingedämmt bzw. finanziert werden?
Antwort:
Wie mit der Pressemitteilung vom 01. Juli 2013 kommuniziert, erwartet der Vorstand, dass sich die Liquiditätslage im zweiten Halbjahr saisonal bedingt (durch das traditionelle wichtige Weihnachtsgeschäft) entspannt.
Frage 3:
Warum waren im 1.HJ 2013 die Personalkosten auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2012 und das trotz Restrukturierungsmaßnahmen? Sollten hier nicht Einsparungen erzielt werden?
Antwort:
aus dem angekündigten Kosten- und Effizienzprogramm, zu dem auch die Personalmaßnahmen gehören, werden die Einsparungen im Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich EUR 24 Mio. betragen. Der Personalabbau erfolgt dabei in mehreren Stufen. Daher kommt es auch gestaffelt zu den dahinter liegenden Einsparungen. Wir liegen mit den Personalmaßnahmen voll im Plan, die Auswirkungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung allerdings nicht im selben Ausmaß ersichtlich da aufgrund von IAS 19 und der damit verbundenen Änderung bei den Altersteilzeit Rückstellungen ein gegenläufiger Effekt aufgetreten ist, der den Personalaufwand erhöht hat.
Ok, die Rückstellungen für Altersteilzeit fressen quasi die Vorteile des Personalabbaus wieder auf. Das hatte ich mir aber etwas anders vorgestellt. Nun gut. Die Frage ist, und darauf wurde auch nicht eingegangen, wann es denn endlich einen positiven Effekt des Kosten- und Effizienzprogramm gibt? Das müsste GGS noch herausstellen.....