General Electric – Das riecht nach Ärger
Bill Gross, der Manager des weltgrößten Anleihe-Fonds Pacific Investment Management, hat schwere Vorwürfe gegen das US-Konglomerat General Electric [NYSE: GE ] erhoben. Der Konzern sei gegenüber den Anlegern unehrlich, so Gross.
Die hervorragende Finanzentwicklung bei GE gehe nicht etwa auf das Konto eines „brillanten Managements“, sondern resultiere unter anderem aus der Tatsache, dass sich das Unternehmen mit seinen Top-Ratings bislang extrem günstig am Anleihemarkt mit Kapital versorgen konnte.
Vor wenigen Tagen hatte die Finanzsparte von General Electric, GE Capital, Anleihen für elf Milliarden Dollar am Markt platziert. Wenig später erfolgte die Ankündigung, dem Deal eine weitere Platzierung in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar folgen zu lassen. Per 11. März beliefen sich die kurzfristigen Schulden von GE Capital auf 127 Milliarden Dollar, damit ist das Unternehmen der weltweit größte Player am Markt für Industrieanleihen.
Bislang profitierte die Firma von der hervorragenden Einstufung ihrer Schulden (AAA) durch die Ratingagenturen. Dies führte zu einer stetigen Nachfrage nach GE-Anleihen und sicherte zudem niedrigen Kreditkosten.
Bogen überspannt
GE scheint den Bogen mit seinen letzten Maßnahmen aber überspannt zu haben, denn in einem Brief an seine Kunden warnte der Experte, dass die Seriosität von GE Capital zweifelhaft erscheine. Nach Einschätzung Gross’, der in US-Finanzkreisen wegen seiner überdurchschnittlich hohen Performance einen exzellenten Ruf genießt, sei der Konzern an der Basis verwundbar, weil die geringen Finanzierungskosten allein auf dem Vertrauen der Investoren beruhten.
Die Bewertung der Anleihen mit „AAA“ sei wegen der enormen Schuldenlast des Unternehmens längst unvereinbar. Die Summe der kurzfristigen Schulden sei dreimal so hoch wie die von Finanzinstituten eingeräumten Kreditlinien – ein ungewöhnlich schlechtes Verhältnis, das erhebliche Risiken berge. Zumal Gross nicht glaubt, dass GE das Kapital nur wegen der zurzeit niedrigen Zinsen aufgenommen hat, sondern weil die Firma damit rechne, dass sie Probleme am Bond-Markt bekommen könnte. Eine Abstufung der Bonität hätte höhere Finanzierungskosten zur Folge.
Die Kritik von Bill Gross stellt für General Electric zwar grundsätzlich kein Problem dar. Allerdings sagte der Anleihemanager, er hätte in den letzten Tagen GE-Anleihen für eine Milliarden Dollar abgestoßen. Sollten andere Manager seinem Beispiel folgen, dann müsste der Konzern zukünftig tiefer in die Tasche greifen, um an Kapital zu gelangen. Und das würde sich letztendlich negativ auf die Gewinnentwicklung auswirken.
Die sei ohnehin kaum nachvollziehbar, sagte Gross. Weder der frühere GE-Vorstand John F. Welch Jr., noch dessen Vorgänger hätten ihm plausibel erklären können, wie es GE in all den Jahrzehnten geschafft hat, seine Gewinne mit jährlich 15 Prozent zu steigern.
© 21.03.2002 www.stock-world.de [1]
Grüße
ecki
Bill Gross, der Manager des weltgrößten Anleihe-Fonds Pacific Investment Management, hat schwere Vorwürfe gegen das US-Konglomerat General Electric [NYSE: GE ] erhoben. Der Konzern sei gegenüber den Anlegern unehrlich, so Gross.
Die hervorragende Finanzentwicklung bei GE gehe nicht etwa auf das Konto eines „brillanten Managements“, sondern resultiere unter anderem aus der Tatsache, dass sich das Unternehmen mit seinen Top-Ratings bislang extrem günstig am Anleihemarkt mit Kapital versorgen konnte.
Vor wenigen Tagen hatte die Finanzsparte von General Electric, GE Capital, Anleihen für elf Milliarden Dollar am Markt platziert. Wenig später erfolgte die Ankündigung, dem Deal eine weitere Platzierung in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar folgen zu lassen. Per 11. März beliefen sich die kurzfristigen Schulden von GE Capital auf 127 Milliarden Dollar, damit ist das Unternehmen der weltweit größte Player am Markt für Industrieanleihen.
Bislang profitierte die Firma von der hervorragenden Einstufung ihrer Schulden (AAA) durch die Ratingagenturen. Dies führte zu einer stetigen Nachfrage nach GE-Anleihen und sicherte zudem niedrigen Kreditkosten.
Bogen überspannt
GE scheint den Bogen mit seinen letzten Maßnahmen aber überspannt zu haben, denn in einem Brief an seine Kunden warnte der Experte, dass die Seriosität von GE Capital zweifelhaft erscheine. Nach Einschätzung Gross’, der in US-Finanzkreisen wegen seiner überdurchschnittlich hohen Performance einen exzellenten Ruf genießt, sei der Konzern an der Basis verwundbar, weil die geringen Finanzierungskosten allein auf dem Vertrauen der Investoren beruhten.
Die Bewertung der Anleihen mit „AAA“ sei wegen der enormen Schuldenlast des Unternehmens längst unvereinbar. Die Summe der kurzfristigen Schulden sei dreimal so hoch wie die von Finanzinstituten eingeräumten Kreditlinien – ein ungewöhnlich schlechtes Verhältnis, das erhebliche Risiken berge. Zumal Gross nicht glaubt, dass GE das Kapital nur wegen der zurzeit niedrigen Zinsen aufgenommen hat, sondern weil die Firma damit rechne, dass sie Probleme am Bond-Markt bekommen könnte. Eine Abstufung der Bonität hätte höhere Finanzierungskosten zur Folge.
Die Kritik von Bill Gross stellt für General Electric zwar grundsätzlich kein Problem dar. Allerdings sagte der Anleihemanager, er hätte in den letzten Tagen GE-Anleihen für eine Milliarden Dollar abgestoßen. Sollten andere Manager seinem Beispiel folgen, dann müsste der Konzern zukünftig tiefer in die Tasche greifen, um an Kapital zu gelangen. Und das würde sich letztendlich negativ auf die Gewinnentwicklung auswirken.
Die sei ohnehin kaum nachvollziehbar, sagte Gross. Weder der frühere GE-Vorstand John F. Welch Jr., noch dessen Vorgänger hätten ihm plausibel erklären können, wie es GE in all den Jahrzehnten geschafft hat, seine Gewinne mit jährlich 15 Prozent zu steigern.
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ecki