Geheimnisse der Wertpapieranalyse


Thema
abonnieren
Beiträge: 14
Zugriffe: 1.005 / Heute: 1
Happy End:

Geheimnisse der Wertpapieranalyse

2
01.01.02 03:01
Wer sein Geld erfolgreich anlegen will, muss die Finanzmärkte analysieren. Der erfolgreiche US-Investor Warren Buffett schwört auf das Buch "Geheimnisse der Wertpapieranalyse" von Benjamin Graham.

FOLGE 1

Finanzanalyse, Investmententscheidungen und Wertpapieranalyse

Dieses Buch befasst sich mit jenem weiten Aspekt der Finanzanalyse, den man als Wertpapieranalyse („Security Analysis“) bezeichnet, seit der Ausdruck durch den Titel dieses Buches in seiner ersten Auflage 1934 geprägt wurde. Wertpapieranalyse untersucht und bewertet individuelle Wertpapiere; sie will die Ergebnisse schätzen, die ein Investment in diese Wertpapiere haben wird. Finanzanalyse im allgemeinen und Wertpapieranalyse im besonderen sind ein Teil des Entscheidungsprozesses, der für Investment erforderlich ist. Der Platz dieser Disziplinen in jenem Prozess ist der Gegenstand dieses Kapitels.

Finanzanalyse

Finanzanalyse hat für das Investieren die Aufgabe, zu liefern und Vorhersagen zu treffen. Sie liefert Informationen über Vergangenheit und Gegenwart und quantifiziert Erwartungen für die Zukunft. Entscheidungen über den Kapitaleinsatz, über die Finanzpolitik einer Gesellschaft und informierte Auswahl von Wertpapieren für Investmentzwecke sind alles Ergebnisse der Finanzanalyse. Zu den analytischen Hilfsmittel, die für diese Zwecke mobilisiert werden, gehören Analysen der (Gesamt) Wirtschaft, des Kapitalmarktes, einzelner Sektoren und spezifischer Wertpapiere.

Wirtschaftsanalyse liefert sowohl kurzfristige (die nächsten vier bis acht Quartale) als auch längerfristige (die nächsten fünf Jahre oder mehr) Projektionen für die gesamte Volkswirtschaft. Dabei geht es um den Ausstoß an Gütern und Dienstleistungen (Sozialprodukt), die Inflation, die Gewinne, die monetäre- und Fiskalpolitik sowie die Produktivität. Sie legt damit die Grundlage für die Zukunftsschätzung in bezug auf Kapitalmarkt, einzelne Sektoren, Industriezweige und einzelne Gesellschaften.

Kapitalmarktanalyse

Kapitalmarktanalyse entwickelt vor allem für die Aktien- und Obligationenmärkte Schätzungen über den Wert und Ertrag. Schätzungen in bezug auf den Aktienmarkt werden für diesen insgesamt entwickelt, wie er durch die bekannten Indizes repräsentiert wird. Schätzungen für den Obligationenmarkt beziehen sich auf das allgemeine Niveau und die Zeitstruktur von Zinssätzen, ferner erwartete Ertragsunterschiede, wie sie sich aus dem Risiko von Kursschwankungen und der Zahlungsfähigkeit des Schuldner ergeben.

Wertpapieranalyse untersucht Industriezweige und Wertpapiere einzelner Gesellschaften – in erster Linie, um die Erwartungen über ihren Wert und Ertrag zu entwickeln und dadurch zu hoch notierte Papiere von den zu niedrig notierten zu unterscheiden.

Sektoranalyse

Zwischen Kapitalmarkt- und Wertpapieranalyse – mit einigen Wesenszügen von beiden – liegt die Sektoranalyse (die auch "Analyse von Wertpapieren mit gemeinsamem Faktor" – "Common Factor Analysis" – genannt wird). Breiter angelegt als Industrie- und Gesellschaftsanalyse kann Sektoranalyse als Brücke zwischen Kapitalmarkt- und Wertpapieranalyse angesehen werden. Im Zusammenhang mit dem Aktienmarkt bestehen Sektoren aus größeren Aktiengruppierungen, die mehrere Industrien ganz oder nur in Ausschnitten umfassen (z.B. entsprechend einem Wirtschaftssektor, nach ihren Wachstumsraten oder der zyklischen Natur ihrer Gewinne).
 
Antworten
Happy End:

FOLGE 2

 
01.01.02 03:08
In der zweiten Folge geht es um die verschiedenen Funktionen der Wertpapieranalyse.

Wertpapieranalyse entwickelt und präsentiert die Fakten, die für Aktien oder Obligationen wichtig sind, in einer Weise, die den Investor am besten informiert und ihm am nützlichsten ist. Außerdem sucht eine Analyse aus den Fakten und den einschlägigen Standards verlässliche Schlüsse über den inneren Wert und die Risikocharakteristiken eines Wertpapiers zu gewinnen.

Aus diesen Informationen sowie Annahmen über den Zeitraum, bis Kurs und Wert zusammenlaufen werden, kann der Analyst die von einer Aktie zu erwartende Rendite zum augenblicklichen Börsenkurs bestimmen und sich ein gewisses Bild über die Wahrscheinlichkeit machen, dass der erwartete Gewinn tatsächlich eintreten wird. Auf diese Weise liefert die Wertpapieranalyse die Basis, um unter verschiedenen Möglichkeiten einzelner Aktien zum Kauf oder Verkauf auszuwählen. (...)

Die drei Funktionen der Wertpapieranalyse

Die drei Funktionen der Wertpapieranalyse, wie sie in den folgenden Abschnitten im einzelnen behandelt werden, kann man wie folgt kennzeichnen: Beschreibung, Bewertung, Kritik.

Die beschreibende Funktion

Die beschreibende Analyse fasst die für die Aktie wichtigsten Tatsachen zusammen, analysiert sie, interpretiert sie und präsentiert diese Informationen in einer zusammenhängenden, leicht verständlichen Form. Erfolg und Geschicklichkeit, mit der Analyse in dieser beschreibenden Funktion betrieben wird, sind unterschiedlich. Die allereinfachste beschreibende Analyse findet man in den bekannten und unentbehrlichen statistischen Darstellungen der verschiedenen Wertpapierhandbücher und ähnlicher beschreibender Dienste. Hierbei handelt der Analyst mehr als Reporter denn als Analyst. (...)

Eine gründliche beschreibende Analyse muss weitergehen als lediglich die berichteten Zahlen wiederzugeben. In vielen Fällen wird der Analyst verschiedene Anpassungen vornehmen müssen, um für die untersuchten Jahre den Zusammenhang und die Bedeutung der Geschäftsergebnisse besser darzustellen und die Daten für eine Anzahl von Gesellschaften vergleichbar zu machen. (...)

Detaillierte Vergleiche von Gesellschaften im selben Industriezweig gehören ebenfalls hierher. Besonders wichtig ist , dass die beschreibende Analyse die Ertragskraft oder die Fähigkeit, Dividende zu zahlen, in die Zukunft projiziert und sich dabei auf eine spezielle Gruppe (oder Gruppen) von gesamtwirtschaftlichen Annahmen stützt.

Die Bewertungsfunktion

Die zweite Aufgabe der Wertpapieranalyse besteht darin, Schätzungen über den Wert von Aktie und Obligationen zu entwickeln. Erfahrene Analysten sollten in der Lage sein, ein Urteil über die relative Attraktivität der untersuchten Wertpapiere für Investments abzugeben.

Viele Laien glauben, dass erfahrene Wertpapieranalysten, die ihr Geld wert sind, jederzeit verlässliche Schätzungen für jede Aktie oder Obligation entwickeln könnten; dieser Glaube ist weit von der Wahrheit entfernt. Gewisse Zeiten und gewisse Situationen am Wertpapiermarkt sind günstig für ein gesundes analytisches Urteil. In anderen Situationen mag der Analyst nur in bescheidenem Ausmaße in der Lage sein, ein qualifizierte Urteil abzugeben. Noch andere mögen so spekulativ sein, dass Untersuchungen und Schlussfolgerungen des Analysten, obwohl besser als gar nichts, einem so hohen Maße von Ungewissheit unterliegen, dass sie von wenig verlässlichem Wert sind.

Die kritisierende Funktion

Der Analyst hat neben der Bewertung und der Auswahl von Wertpapieren die Aufgabe der Unternehmenskritik. Insoweit fällt ihm eine Führungsrolle zu, und er liefert einen Beitrag zu Finanzwissenschaft und zum Finanzwesen. Breitgefächerte Erfahrung in der Analyse und Bewertung von Wertpapieren sollte dem Analysten den Blick für Politik und Praktiken von Gesellschaften auf dem Gebiet der Finanzen und für Fragen der Kontrolle über Gesellschaften schärfen. Mehr noch: Indem er direkt oder indirekt das Investieren von Kapital leitet, ist der Analyst mit diesen Gegenständen befasst, soweit sie den Investor betreffen. So ist der Wertpapieranalyst daran interessiert, dass Wertpapiere, besonders Obligationen und Vorzugsaktien, mit angemessenen Schutzklauseln versehen sind und – noch wichtiger – dass angemessene Methoden der Durchsetzung dieser Klauseln Teil der allgemein anerkannten Finanz-Praxis sind.

Da eine richtige Präsentierung der Fakten besonders wichtig ist, muss der Analyst besonders kritisch sein, wenn es sich um Buchführungsmethoden und Veröffentlichungspraktiken handelt. Schließlich muss sich der Analyst mit der gesamten Unternehmenspolitik befassen, die den Wertpapierbesitzer berührt. Der Wert des analysierten Papiers mag in den weitem Maße darauf beruhen, wie sich das Management in dem erwarteten wirtschaftlichen und wettbewerblichen Umfeld verhalten wird.
Antworten
positiver:

zuviel Theorie

 
01.01.02 04:28
was ist mit dem gesunden Menschenverstend ?
Antworten
Happy End:

FOLHE 3

 
01.01.02 13:44
In der dritten Folge geht es um die Kapitalmarktanalyse, die Wechselbeziehungen zwischen Aktien und Obligationen.

Wenn der Wertpapieranalyst die Attraktivität einzelner Wertpapiere beurteilen will, muss er das zu erwartende Umfeld nicht nur im Bereich der Gesamtwirtschaft, sondern auch auf dem Kapitalmarkt berücksichtigen. Obwohl der Kapitalmarkt noch aus weiteren Wertpapier- oder Finanzmärkten besteht, sind es vor allem der Markt für neu ausgebende Obligationen (New Issue Market for Bonds) und der Sekundärmarkt für Aktien, die von Interesse sind.

Es gibt wenige Institutionen und private Investoren, die nicht Obligationen und Aktien – jedenfalls bis zu einem gewissen Grade – als alternative Möglichkeiten für ein Investment sehen. Allerdings gibt es prozentuale Beschränkungen bei einigen institutionellen Portfolios, die sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Werte investieren können.

Da so viele Investoren die Möglichkeit haben, sich frei zwischen den beiden Märkten zu bewegen, sind Aktien- und Obligationenbörsen miteinander verknüpft. Die Beziehung ist komplex und war zu gewissen Zeiten außerordentlich locker. In der Tat: Wenn man nach dem Kurs-/Gewinnverhältnissen urteilen sollte, die in den oberen Bereichen mancher Bullmarkets an der Tagesordnung waren, scheint es, dass die Aktieninvestoren zu diesen Zeiten die Erträge von Obligationen völlig vergessen hatten. (...)

Bewertung der Aktienbörse

Wenn der Kapitalmarktanalyst eine Vorhersage über die Höhe der Zinssätze entwickelt (oder erhalten) hat, ist er in der Lage , die Bewertung der Aktienbörse vorzunehmen. Um diese Aufgabe zu lösen, muss er als erstes darüber entscheiden, welche Schlüsselfaktoren er voraussagen muss. Mit ihrer Hilfe dann bestimmt er den inneren Wert eines von ihm ausgesuchten Index für die Gesamtbörse, z.B. den des S&P 500 oder des Standart & Poor 400 (Industrials). Bei der Analyse kann er die Aufmerksamkeit ganz auf die Überlegung für die Bewertung der Börse richten.

Bewertungsmodelle für die Gesamtbörse können nach demselben Muster wie für einzelne Aktien entwickelt werden. Der Investmentwert wird im Prinzip bestimmt durch das augenblickliche normale Niveau, Wachstum sowie Stabilität der Ertragskraft und schließlich die normale Auszahlungsrate (für Dividende, „Ausschüttungsquote“).

Die drei hauptsächlichen Schritte bei der Bewertung der Gesamtbörse sind: 1. Vorhersage von Gewinnen, 2. Schätzung der Auszahlungsrate für die Dividenden und 3. Auswahl einer Kapitalisierungsrate.
Antworten
MOTORMAN:

1 x informativ von mir o.T.

 
01.01.02 14:01
Antworten
Happy End:

1 x Danke von mir

 
01.01.02 14:04
Antworten
Happy End:

FOLHE 3? So spät war´s doch noch gar nicht ;-)

 
02.01.02 12:29
Sorry!
Antworten
Brummer:

Danke, sehr informativ o.T.

 
02.01.02 12:33
Antworten
Happy End:

FOLGE 4

 
05.01.02 21:28
In der vierten Folge geht es um die Sektoranalyse, die beim Aufspüren der Shooting Stars von morgen hilft.

Wie in Kapitel 1 schon ausgeführt, ist Sektoranalyse nicht eine selbstständige Art von Analyse, sondern dient mehr als Brücke zwischen Kapitalmarkt- und Wertpapieranalyse. Sie hat einige der Charakteristiken von beiden. Sie greift über Industriezweige hinaus und liefert Einsichten in die Aktienbörse; damit ist Sektoranalyse ein wichtiger Faktor für Entscheidungen über die großen Linien der Anlagepolitik.

Zum Management von Investmentportfolios gehört immer mehr die Auswahl von Aktien aus Bereichen, die jenseits des traditionellen S&P 500-Typs von großen, gut bekannten Qualitätsaktien liegen. Der Zweck dieser Erweiterung ist bessere Diversifizierung und das Auffinden von Börsensektoren, deren Aktien weniger effizient notiert sind als die Aktien mit großer Kapitalisierung. Außerdem erkennen Analysten zunehmend, dass die Börse aus zahlreichen großen Marktsektoren oder –segmenten besteht, die – ausgedrückt in der Kursbewegung der Gruppe und den Gesamterträgen – durch unterschiedliche Performance charakterisiert sind.

Die Börse ist nicht monolitisch

Auf verschiedene Weise werden die Folgerungen aus der Tatsache gezogen, dass die Börse nicht monolithisch beschaffen ist. Die Investoren sind daran interessiert, die Gesamtbörse in unterschiedlicher Weise in Segmente zu teilen. Dafür gibt es hauptsächlich vier Grundlagen:

die finanziellen Charakteristiken der einzelnen Werte, z. B. Kurs/Gewinnverhältnis, Dividendenertrag und Größe (Börsenkapitalisierung)
wirtschaftliche Sektoren, wie nichtdauerhafte Konsumgüter, dauerhafte (langlebige) Konsumgüter, Investitionsgüter, Verkehr, Finanz und Technologie
Aktienverhalten in bezug auf Gesamtertrag (statistisch gebildete homogene Gruppen), die auf dem Maße der Korrelation von Aktienerträgen beruhen
Fundamentale Eigenschaften von Unternehmen, z. B. Gruppen, die auf der Basis von Wachstum, zyklischem Verhalten oder Stabilität der Gewinne gebildet werden.
Antworten
das Zentrum d.:

toller Service Happy End !!!!

 
06.01.02 09:51
dieses Buch ist die Bibel der Kapitalanlage und jeder sollte sie gelesen haben. Wer der Meinung ist, das wäre zu theoretisch oder Schnee von gestern, hat einiges nicht verstanden insbesondere mit Blick auf die Börsenentwicklung der letzten 4 Jahre!
Antworten
imehl:

Danke,werd mir das Buch mal zu Gemüte führen. o.T. o.T.

 
06.01.02 10:27
Antworten
calexa:

@ zentrum der Macht

 
06.01.02 11:32
auch so haben einige viele nichts in den letzten 4 Jahren verstanden, wenn ich mich einfach mal ein bißchen hier im Board umsehe...

So long,
Calexa
Antworten
FloridaUSA:

Hätten die Analysten der Emissionshäuser

 
06.01.02 13:59
die kritisierende Funktion verstanden, wären einige Firmen nicht
an die Börse gekommen. Oder standen sie unter Druck?
Superarbeit - Gruß Flori
Antworten
Happy End:

FOLGE 5

 
15.01.02 09:57
Die Daten, die Anleger für eine Entscheidung heranziehen, müssen bedeutend und verlässlich sein. Wie Investoren diese Fakten finden, verrät die fünfte Folge.
 
Der Analyst muss einen Sinn für Proportionen bewahren, wenn er entscheidet, wie gründlich er sein will. Wenn man das Material für eine Analyse auswählt und behandelt, muss man nicht nur die darin steckende Bedeutung und Verlässlichkeit ins Auge fassen, sondern auch die Möglichkeit und Leichtigkeit des Zuganges. Der Analyst darf sich andererseits nicht durch die Verfügbarkeit einer Masse von Daten (...) dazu verleiten lassen, ausgedehnte Untersuchungen von Unwesentlichkeiten vorzunehmen.

Oft ist es jedoch erforderlich, sich mit dem Fehlen von einschlägigen Informationen abzufinden, weil sie nur mit mehr Mühe beschafft werden könnten, als man aufwenden kann oder als durch das Problem gerechtfertigt ist. Dies würde für einige Elemente einer vollständigen Unternehmensanalyse gelten – zum Beispiel das Ausmaß, bis zu dem ein Unternehmen von Patentschutz abhängig ist oder von geographischen Vorteilen oder günstigen Arbeitsbedingungen, die nicht andauern mögen. (...)

Quantitative und qualitative Elemente in der Analyse

Gelegentlich ist es gut, die Elemente einer Analyse unter zwei Überschriften einzuordnen: Die quantitativen und die qualitativen. Die ersteren könnte man als das statistische Bild der Gesellschaft ansehen. Dazu zählen alle die nützlichen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, in der Bilanz und in der Finanzbewegungsrechnung; dazu gehören weiter so spezielle Daten wie Produktion, Stückpreise, Kosten, Kapazität, Auftragsbestände und Pensionsverpflichtungen.

Die verschiedenen Posten könnte man noch unterteilen in:
1. Kapitalisierung

2. Gewinne und Dividenden
3. Vermögen und Verbindlichkeiten
4. Betriebsstatistik.

Die qualitativen Faktoren handeln von der Art des Geschäftes, der relativen Stellung der individuellen Gesellschaft in ihrem Industriezweig und der Intensität des Wettbewerbs auf ihrem Markt; (...) es sind weiter die physikalischen, geographischen und betrieblichen Charakteristiken des Unternehmens, Art des Management und schließlich der langfristige Ausblick für die Gesellschaft - dazu gehört auch der Trend der zukünftigen Gewinne für den Industriezweig und für die Wirtschaft im allgemeinen. Heute werden Fragen dieser Art in Geschäftsberichten der Gesellschaften häufiger besprochen als in der Vergangenheit. Für weitere Antworten jedoch muss der Analyst verschiedene Informationsquellen benutzen, die in ihrer Verlässlichkeit ganz erheblich variieren – einschließlich einer großen Beigabe von bloßen Meinungen.

Hoffnungen und Tatsachen

Im allgemeinen eignen sich die quantitativen Faktoren viel besser für eine präzise Untersuchung und Bewertung einer Gesellschaft als die qualitativen. Einschlägige Daten über die ersteren sind leichter erhältlich und besser geeignet für eindeutige Schlüsse. Außerdem reflektieren die finanziellen Ergebnisse auch qualitative Elemente wie etwa die Fähigkeiten eines langfristig tätigen Managements. Wir wollen hier nicht die Bedeutung von qualitativen Faktoren bei der Bewertung des Ergebnisses einer Gesellschaft herabsetzen, aber darauf hinweisen, dass eine detaillierte Untersuchung qualitativer Faktoren – wenn sie gerechtfertigt sein soll – ausreichende weitere Einsichten liefern müsste, um bei der Bewertung der Gesellschaft nennenswert zu helfen. Eine Untersuchung sollte den Analysten davon abhalten, Hoffnungen mit Tatsachen zu verwechseln.
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--