Mehrere Unternehmen in Belgien sind aufgrund der hohen Energiepreise gezwungen, ihre Produktionsanlagen zu schließen, so dass Tausende von Beschäftigten derzeit vorübergehend arbeitslos sind.
Der Edelstahlhersteller Aperam schließt seine Produktionsstätte in Genk aufgrund der hohen Energiepreise, während der Düngemittelhersteller Yara und der Bodenbelagskonzern Beaulieu ebenfalls ihren Betrieb einstellen, berichtet De Standaard.
Die hohen Energiepreise machen der Industrie zunehmend zu schaffen. Vor allem energieintensive Unternehmen, die auf dem Weltmarkt konkurrieren, sind in Schwierigkeiten.
Der Edelstahlhersteller Aperam gab bekannt, dass er die Produktion nach den Sommerferien noch nicht wieder aufgenommen hat, so dass mehrere Hundert der 1.250 Beschäftigten an seinem größten Standort in Genk vorübergehend arbeitslos sind. Der Standort in der Nähe von Charleroi ist ebenfalls teilweise geschlossen. In diesen beiden Werken schmilzt die luxemburgische Aperam Schrott zu rostfreiem Stahl.
"Wir sammeln alten Schrott und schmelzen ihn zu rostfreiem Stahl ein", sagt Bernard Hallemans, CEO von Aperam Europe. "Wir schmelzen diesen hauptsächlich bei hohen Temperaturen in Öfen, die mit Strom betrieben werden. Für bestimmte Vorgänge benötigen wir auch Gas, aber aufgrund der hohen Energiepreise arbeiten wir derzeit mit Verlust."
"In der Vergangenheit haben wir jährlich zweistellige Millionenbeträge für Gas und Strom ausgegeben; bei den derzeitigen Preisen sind es mehrere zehn Millionen Euro pro Monat."
Konkurrenz aus Europa und darüber hinaus
Gestern hat auch der Düngemittelhersteller Yara bekannt gegeben, dass er seinen Standort in Tertre in Wallonien ab dem 15. September schließen wird. Die Herstellung von Düngemitteln in Europa ist nicht mehr rentabel, da Erdgas der Schlüssel zu diesem Prozess ist.
Auch die Beaulieu International Group hat gestern bekannt gegeben, dass sie eine Garnabteilung aus dem wallonischen Komen in eine Niederlassung in Nordfrankreich verlagert, da dort die Energiepreise niedriger sind.
Hallemans zufolge wird Aperam Genk im September wieder anlaufen, um bestehende Aufträge zu erfüllen. Aber er fürchtet um die Zukunft:
"Wir können nicht mit Akteuren außerhalb Europas konkurrieren. Selbst innerhalb Europas gibt es große Unterschiede bei den Strompreisen".
Blablabla, wie auch immer, es zählt nur eins: Nimm das PUTIN!
-> zur Quelle:
www.brusselstimes.com/278843/...elgian-companies-to-shut-down