Das Kapital: Fürs Erste spricht viel für Zykliker
Die Rangliste des ersten Börsentages 2002 scheint bezeichnend. Von den zehn besten Sektoren im Stoxx zählen sieben zu den klassischen zyklischen Gewerben. Auf den letzten Plätzen dagegen befinden sich die defensiven Branchen wie Nahrungsmittel, Versorger, Pharma und Öl, wobei letztere eigenen Gesetzen folgt.
Wenn man wegen der stolzen Bewertung und der strukturellen Probleme der Weltwirtschaft bei der These bleibt, dass von Aktien - ähnlich wie zwischen 1965 und 1980 - über die nächsten Jahre per saldo nicht allzu viel zu erwarten ist, dann spielt die so genannte Sektorallokation eine besonders große Rolle. Denn gerade wenn die allgemein zu erwartende Aktienrendite niedrig ist und es dazu noch an Alternativen fehlt, ist mit hohen Schwankungen zu rechnen, weil die Investoren andauernd nach den nächsten als heiß empfundenen Marktsegmenten jagen.
Nach Sektoren betrachtet, spricht weiter viel für die Zykliker aus der Alten Ökonomie. Diese haben sich zwar schon zuletzt besser entwickelt als der Markt, sind aber im Verhältnis zu den stabilen Branchen noch billig. Auch das Umfeld ist wie geschaffen für die alten Industrien. Konjunkturpolitik und Ölpreis schüren Wachstumshoffnungen, die sich auch in der steilen Zinskurve ausdrücken. Die Frühindikatoren sind auf dem Weg der Besserung, wie der gestrige NAPM wieder gezeigt hat. Zudem passt der Lauf der Technologiewerte im Schlussquartal 2001 ins Bild, weil diese typischerweise als Vorläufer für die traditionellen Zykliker gelten können. Im Finanzsektor wären demnach die Banken den Versicherern vorzuziehen.
Der sehr teure TMT-Sektor könnte vor allem deshalb gesucht bleiben, weil viele dieser Werte stark mit dem Markt schwanken. Aber innerhalb des TMT-Sektor bietet die Telekombranche eine bessere Mischung zwischen Chancen und Risiken. Im Verhältnis zur Technologie sind die Telekoms attraktiver bewertet, auch im zeitlichen Vergleich. Während die Technologie - nach dem Umsatz bewertet - mit gut 130 Prozent einen deutlich höheren Marktaufschlag genießt als im Schnitt der letzten fünf Jahre (75), ist es bei den Telekoms umgekehrt. Mit den sinkenden Rabatten scheint zudem die Ertragskraft der Telekoms zu steigen, so dass die Verschuldung zurückgeführt werden kann.
Unter den defensiven Sektoren sieht die Pharmaindustrie am anfälligsten aus. Während die Entwicklung neuer Medikamente schwerer wird und die Forschungsausgaben steigen, reißt die öffentliche Debatte über die Medikamentenpreise angesichts knapper Budgets nicht ab. Zum Markt notiert die Branche dagegen mit einem Aufschlag von über 300 Prozent, gegenüber 190 Prozent in den letzten fünf Jahren. Die Nahrungmittelbranche ist deutlich billiger, im zeitlichen Vergleich dennoch teuer. Der Ölsektor unterdessen ist auf den ersten Blick bezahlbar, kämpft aber mit fallenden Gewinnen.
Das Hauptrisiko für dieses Szenario sind weitere Wachstumsenttäuschungen, denn die Weltwirtschaft ist - wie gesagt - strukurell überaus schwach. Auch sind schnelle Wechsel von Sektor zu Sektor zu befürchten, die man leicht verschlafen kann. Hier geht es um Taktik, nicht um Strategie. Und taktische Spielchen sind immer gefährlich.
Die Rangliste des ersten Börsentages 2002 scheint bezeichnend. Von den zehn besten Sektoren im Stoxx zählen sieben zu den klassischen zyklischen Gewerben. Auf den letzten Plätzen dagegen befinden sich die defensiven Branchen wie Nahrungsmittel, Versorger, Pharma und Öl, wobei letztere eigenen Gesetzen folgt.
Wenn man wegen der stolzen Bewertung und der strukturellen Probleme der Weltwirtschaft bei der These bleibt, dass von Aktien - ähnlich wie zwischen 1965 und 1980 - über die nächsten Jahre per saldo nicht allzu viel zu erwarten ist, dann spielt die so genannte Sektorallokation eine besonders große Rolle. Denn gerade wenn die allgemein zu erwartende Aktienrendite niedrig ist und es dazu noch an Alternativen fehlt, ist mit hohen Schwankungen zu rechnen, weil die Investoren andauernd nach den nächsten als heiß empfundenen Marktsegmenten jagen.
Nach Sektoren betrachtet, spricht weiter viel für die Zykliker aus der Alten Ökonomie. Diese haben sich zwar schon zuletzt besser entwickelt als der Markt, sind aber im Verhältnis zu den stabilen Branchen noch billig. Auch das Umfeld ist wie geschaffen für die alten Industrien. Konjunkturpolitik und Ölpreis schüren Wachstumshoffnungen, die sich auch in der steilen Zinskurve ausdrücken. Die Frühindikatoren sind auf dem Weg der Besserung, wie der gestrige NAPM wieder gezeigt hat. Zudem passt der Lauf der Technologiewerte im Schlussquartal 2001 ins Bild, weil diese typischerweise als Vorläufer für die traditionellen Zykliker gelten können. Im Finanzsektor wären demnach die Banken den Versicherern vorzuziehen.
Der sehr teure TMT-Sektor könnte vor allem deshalb gesucht bleiben, weil viele dieser Werte stark mit dem Markt schwanken. Aber innerhalb des TMT-Sektor bietet die Telekombranche eine bessere Mischung zwischen Chancen und Risiken. Im Verhältnis zur Technologie sind die Telekoms attraktiver bewertet, auch im zeitlichen Vergleich. Während die Technologie - nach dem Umsatz bewertet - mit gut 130 Prozent einen deutlich höheren Marktaufschlag genießt als im Schnitt der letzten fünf Jahre (75), ist es bei den Telekoms umgekehrt. Mit den sinkenden Rabatten scheint zudem die Ertragskraft der Telekoms zu steigen, so dass die Verschuldung zurückgeführt werden kann.
Unter den defensiven Sektoren sieht die Pharmaindustrie am anfälligsten aus. Während die Entwicklung neuer Medikamente schwerer wird und die Forschungsausgaben steigen, reißt die öffentliche Debatte über die Medikamentenpreise angesichts knapper Budgets nicht ab. Zum Markt notiert die Branche dagegen mit einem Aufschlag von über 300 Prozent, gegenüber 190 Prozent in den letzten fünf Jahren. Die Nahrungmittelbranche ist deutlich billiger, im zeitlichen Vergleich dennoch teuer. Der Ölsektor unterdessen ist auf den ersten Blick bezahlbar, kämpft aber mit fallenden Gewinnen.
Das Hauptrisiko für dieses Szenario sind weitere Wachstumsenttäuschungen, denn die Weltwirtschaft ist - wie gesagt - strukurell überaus schwach. Auch sind schnelle Wechsel von Sektor zu Sektor zu befürchten, die man leicht verschlafen kann. Hier geht es um Taktik, nicht um Strategie. Und taktische Spielchen sind immer gefährlich.