Liebe Leser,
anbei erhalten Sie die jüngsten Neuigkeiten aus dem bewegenden Leben
des SHARE-INFOS-Autors, Herrn Emil Kränzlein. Über die Stollwerck AG gibt
es nach meiner Kenntnis bisher nur wenig Research-Material, so daß die
Ausführungen für die Interessenten der Aktie sehr interessant sein
dürften.
Viel Spaß bei der Lektüre und ein frohes Osterfest wünscht Ihnen
Peer Share
Emil Kränzlein`s Ostergeschichte
- Auf den Spuren der Stollwerck AG -
Liebe Freunde, sehr geehrte Leser der Share-Infos,
wie schnell doch die Zeit vergeht. Der eine oder andere treue Leser
dieser Informationspostille mag sich noch an mich erinnern, denn seit
meinem letzten und beschwerlichen, aber sehr erholsamen Aus-flug nach
CARTHAGO ins Reich der Phönizier ist schon etwas Zeit ins Land gezogen.
Heute melde ich mich bei Ihnen zurück. Passend zur Osterzeit habe ich mich
auf die Spuren der STOLLWERCK AG gemacht, einem Schokoladenimperium im
Weltformat und klangvollen Namen im Sortiment.
Für diejenigen unter Ihnen, die mich nicht mehr kennen, Ihr Gedächtnis
im Gewittersturm der Welt-börsen verloren haben oder einfach noch zu
jung sind, um meine frühen Anekdoten aus der Wirt-schaftswelt gelesen zu
haben: Mein Name ist Kränzlein, Emil Kränzlein. ehemals
Bürstenfabrikant im Dienste seiner Majestät, den Königen von Bayern.
Ich war Bürstenfabrikant im Mittelfränkischen (BÜRSTENFABRIK EMIL
KRÄNZLEIN AG, Erlan-gen; lange Unternehmenstradition), doch habe ich mich
nach dem Verkauf meines Unternehmens an neue Verwalter (CRANZ.NET AG)
auf`s „Altenteil“ – welch ein ehrverletzendes Wort - zurückgezo-gen. Doch
wer denkt, ich raste, irrt gewaltig. Endlich habe ich wieder etwas mehr
Zeit und kann mich den schönen Dingen des Lebens widmen. Neben meiner
preisgekrönten Rosenzucht ist dies v.a. das Musizieren in Vereinen sowie
der Schützensport im Kreis von verdienten Kameraden (WW I und WW
II-Veteranen). In zahlreichen Vereinen kümmere ich mich ehrenamtlich um den
Dialog der Generatio-nen und das Miteinander von Jung und Alt. So kann
ich den „jungen Wilden“ – zu denen ich Ende des 19. Jahrhunderts auch
noch gehörte – etwas von meiner Erfahrung mit auf ihren Lebensweg geben.
Seit kurzem bin ich Zweiter Kassenprüfer des Verschönerungsvereins
„Unser Dorf soll schöner wer-den e.V.“ und Jugendbeauftragter des örtlichen
Isetta-Automobilclubs. Auch die örtliche Innung der Barbiere unter
ihrem Vorsitzenden Ottmar „Die Klinge“ Schnitzer hat mich als ehemaligen
Monopol-zulieferer in ihren Beirat aufgenommen und für die Verdienste um
die fränkische Friseur-Wirtschaft mit der „silbernen Schere“
ausgezeichnet.
Trotz all dieser Ehrungen bin ich ein bodenständiger und bescheidener
Mensch geblieben. Meine Wurststulle (Weißbrot mit Leberkäse oder
Blutwurst) schmiere ich noch am liebsten selbst und wenn es das Portemonnaie
des Bürstenfabrikanten a.D. erlaubt, wandere ich im Kreis der Familie
oder gehe auf große Fahrt. Gerne erinnere ich mich an interessante
Ausflüge: Der mühevolle Pilgermarsch nach Altötting (ESTERER AG), die
Zeit-Reise an den malerischen Tegernsee (TAG Tegernsee), die Ham-burger
Hafenrundfahrt mit Hindernissen (WCM AG) oder unterwegs mit Heidi in der
Schweiz (MAAG Holding AG)...! Das waren noch Zeiten, damals...Erinnern Sie
sich?
Auch wenn mich oft das Fernweh packt, ist es zu Hause doch am
Schönsten. Meiner geliebten Heimat Mittelfranken bin ich daher bis heute eng
verbunden, auch oder gerade weil ich den kantigen und knorrigen
Menschenschlag in dieser Region sehr schätze. Deshalb bleibe ich zu Ostern auch
zu Hause und schließe mich nicht den Wandervögeln an, die jetzt wieder
immer in alle Richtungen ziehen und die Fernstrassen hier im Süden
blockieren.
Nun – kurz vor Ostern - bin auch ich aus dem langen Winterschlaf
erwacht. Zuerst war ich einige Zeit in CARTHAGO, ehe ich noch einige Wochen
im JOD- UND THERMALBAD ENDORF AG im Sü-den Bayerns zur Kur verweilte.
In den alles andere als spartanisch eingerichteten Wüstensanatorien
Carthagos habe ich – wie erhofft – den Duft der Jugend inhalieren und
meinen HORIZONT während der Wintermonate abermals erwei-tern können. Jetzt
fühle ich mich wiedererstarkt für neue Abenteuer, die ich zuletzt als
90 Jähriger ohne hausärztlichen Beistand durchstehen konnte und von
denen ich Ihnen heute – pünktlich zur Osterzeit - berichten möchte...
Doch alles schön der Reihe nach. Die Osterzeit ist für meine Urenkel
und Enkel neben Weihnachten die schönste Jahreszeit, denn das Ritual der
gemeinsamen Eiersuche ist fester Bestandteil der österli-chen
Traditionen im Hause Kränzlein.
Seit einigen Jahren musste ich leider – auch auf Rat meines Hausarztes
– auf die aktive Teilnahme an dieser schönen Tradition der
Ostereiersuche verzichten. Ein Rückenleiden, Spätfolgen eines Unfalls mit einem
russischen Transporttrupp anno 1916 in der Nähe von Warschau, machten das
häufige Bük-ken und Aufheben von Gegenständen im Alter oft zur Qual.
Wie gerne wäre ich dabei gewesen, denn noch gut kann ich mich an meine
eigene Jugend erinnern, die stark von den preußischen Einflüssen
mütterlicherseits geprägt war. Damals hatten die Osterhasen noch blaue
Matrosenanzüge an und hörten meist auf die Namen Wilhelm oder Fritz... Manche
sind sogar mit einer Pickelhaube durch die Wälder gehopst und einem
flotten Liedlein auf den Lippen. Zwischen Zeitungsstapeln und in
Blumenvasen entdeckte man Ostergrüße aus Tsingtao oder Minia-turausgaben des
aktuellen Panzerkreuzers und auch sonst war für Spiel, Spaß und Spannung
stets ge-sorgt.
Carthago und dem Wüstensanatorium sei Dank, ich habe meine
Jugendlichkeit wieder. Fortan ist das Bücken nicht länger ein Problem und ich bin
sehr optimistisch, in diesem Jahr erstmals seit 1975 wie-der auf
Ostereiersuche mit den Urenkeln gehen zu können.
Um nichts dem Zufall zu überlassen, hatte ich vor einigen Tagen einen
geheimen Probedurchlauf in der Eiersuche absolviert. Meine liebe Frau
versteckte die Schokoladeneier und Schokoladentafeln zwischen Werkbänken,
im Geräteschuppen und im Gemüsegarten. Ein weiteres Osternest –
bestehend aus köstlichen Nougat- und Krokanteiern und einer
Vollmilch-Schokoladentafel– entdeckte ich erst nach mehr als dreistündiger Suche zwischen
meinen Rosenbeeten.
Erst ein gezielter Hinweis meiner Frau machte mich überhaupt erst auf
das Nest im Rosenbeet auf-merksam. Stellen Sie sich nur diese
Peinlichkeit vor, wenn die Urenkel dabei gewesen wären... Ich will lieber nicht
über ein solches Szenario nachdenken. Warum habe ich dieses Nest so spät
gesehen, fast übersehen?
An meinen Augen kann es nicht gelegen haben, da ich erst vor 26 Jahren
eine neue Brille bekommen habe. Den wahren Grund aber hatte ich schnell
gefunden: ALPIA! ALPIA ist der Name einer in rosa-lila gewandeten
Schokoladentafel, die - wie ein Soldat im Tarnanzug - in meinem ebenfalls
lila ge-färbten Zierrosenbeet lauerte. Die Tarnung war so perfekt, ich
konnte die Tafel nicht entdecken...
Die ganzen anderen Schokoladenprodukte – welche ich aus ihren
Verstecken zog - trugen wohlklin-gende Namen wie GUBOR, ESZET, ALPROSE, SAROTTI
oder SPRENGEL und leuchteten unüber-sehbar in allen Farben des
Regenbogens zwischen dem satten Rasengrün und den kräftigen Brauntö-nen des
fränkischen Mutterbodens. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für
einen alten Mann auf der Suche nach dem verlorenen Jugendglück...
Die Neugier des Unternehmers in mir war urplötzlich geweckt! Wer oder
was steckt eigentlich hinter diesen ganzen Markennamen? Nie zuvor hatte
ich beim Schokoladenkauf auf Markennamen geachtet, denn meine
Schokotafeln, Hasen, Nikoläuse oder Ostereier mussten einfach gut und preiswert
sein. Nun machte ich mich auf die Suche, um die Hintergründe von GUBOR,
ALPIA, STOLLWERCK, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL zu entdecken. Doch wo
fangen Sie an mit der Suche, wenn Sie nicht wissen, wo all diese Firmen
einzuordnen sind? Ich beschloß, den Einzelhändler Hans Spar vom
Eckkaufladen um seinen Rat zu bitten. Oder wollten Sie etwa die Verkäuferin
bei Ihrem WAL MARKT nach den wirtschaftlichen Hintergründen am deutschen
Schokoladenmarkt fragen? Nein, hierfür benötigt man Expertenwissen...
Hans Spar, ein gewiefter und alter Fuchs im Lebensmittelgeschäft,
konnte sich an verschiedene Arti-kel aus einer Wirtschaftszeitung erinnern
und fing mit dem Erzählen an. Demnach sind ALPIA, STOLLWERCK, WALDBAUR,
ESZET, SCHOKA-KOLA, ALPROSE, JACQUES, SAROTTI und SPRENGEL einige
Markenschokoladen der börsennotierten STOLLWERCK AG. Die in Köln ansäs-sige
und bereits 1839 gegründete STOLLWERCK AG AG gehört mit einem
Jahresumsatz von 1,3 Milliarden DM (1999) zu den größten europäischen
Herstellern von Tafel- und Hohlkörperschokola-den (z.B. Osterhasen,
Weihnachtsmänner, etc.), Pralinen, Erfrischungsstäbchen und anderer
Schokola-denspezialitäten. Die Schokoladenprodukte werden vorwiegend im nationalen und
internationalen Lebensmittelgroßhandel vertrieben.
Mein Herz schlug plötzlich höher. All diese Marken unter einem Dach?
Das hatte ich nicht erwartet! Mit manchen dieser Namen verbinde ich
schöne private und geschäftliche Erinnerungen, die zum Teil schon einige
Jahrzehnte zurückliegen. Können Sie sich auch noch an die legendären
Erfrischungs-stäbchen aus dem Hause SPRENGEL erinnern? Bereits seit den 50er
Jahren wurde diese klassische Schokoladenspezialität mit Orange- oder
Zitronencreme in Hannover produziert. Auch ich habe diese köstliche
Erfrischung oft in schwierigen Sitzungen auf kleinen Nierentischen in das
Verhandlungs-zimmer rollen lassen. Daraufhin lockerte die Stimmung
ungemein auf und manches lukrative Bürsten-geschäft konnte ich so für mich
entscheiden... Wie ich übrigens von meinen Urenkeln erfahren habe, sind
diese zeitlosen Stäbchen auch gerade „Kult“ in der jungen
Generation...Ende Juni 2001 soll die unrentable Schokoladenfabrik SPRENGEL in
Hannover aber geschlossen und die Produktion inner-halb des Konzerns
verlagert werden, nur der Markenname bleibt noch erhalten.
Hans Spar weiß noch mehr zu berichten. Großaktionär der STOLLWERCK AG
ist der Kölner Mäzen Dr. Hans IMHOFF über die IMHOFF INDUSTRIE HOLDING
GmbH, ein rheinisches Original, der auch in der jüngst im
Manager-Magazin veröffentlichten Liste der 100 reichsten Deutschen zu finden ist. Dr.
IMHOFF gehören 95% des Schokoladenimperiums, das an der Börse aktuell
mit knapp 500 Millionen DM (800.000 Aktien im Nennwert von je 50 DM,
aktueller Kurs 330 Euro) bewertet wird. Aus der rheinischen
Schokoladenfabrik ist in den letzten unter der Regie von Dr. IMHOFF ein
inter-nationales Großunternehmen geworden, das über Zukäufe und Akquisitionen
mittlerweile auf nahezu allen wichtigen Märkten vertreten ist. In der Schweiz
– dem Heimatland der Schokolade – verdient die STOLLWERCK AG mit
ALPROSE ihr Geld. In Belgien sind die Rheinländer seit der Akquisition im
Jahr 1982 mit der Marke JACQUES sehr erfolgreich vertreten. Beide Marken
sind auch in Deutsch-lands Ladenregalen erhältlich. In Frankreich,
Italien und Spanien wurden STOLLWERCK-Vertriebsniederlassungen gegründet und
auch in China, Japan und den USA werden STOLLWERCK Produkte verkauft.
Dr. IMHOFF`s Steckenpferd aber sind die noch jungen und wachstumsstarken
Märkte Osteuropas, die es in einem frühen Stadium zu erschließen gilt.
So erwarb die STOLLWERCK AG bereits 1992 – nur wenige Jahre nach dem
Fall des eisernen Vor-hangs- mit der Schokoladen- und Keksfabrik QUINTIE
KFT eine erste Fabrik in Budapest. Das Inve-stitionsvolumen lag bei 100
Millionen DM. Mittlerweile ist die STOLLWERCK AG uneingeschränk-ter
Marktführer auf dem ungarischen Schokoladenmarkt
Schlag auf Schlag ging es weiter:1995 eröffnete die STOLLWERCK AG eine
Schokoladenfabrik in Poznan, Polen. Mit der Marke ALPENGOLD und einem
Investitionsaufwand von 44 Mio. DM ist die STOLLWERCK AG auch hier zum
Marktführer geworden. Das Werk wirft mittlerweile hohe Gewin-ne ab.
Das vorläufige Meisterstück von Dr. IMHOFF – die Erschließung des
riesigen russischen Marktes - sollte mit der im Dezember 1996
fertiggestellten Schokoladenfabrik in Pokrov in der Nähe von Mos-kau vorangetrieben
werden. Anläßlich der Fabrikeinweihung– einem der Pionierprojekte
deutsch-russischer Kooperationen im Wirtschaftsbereich - folgten mit dem
ehemaligen deutschen Außenmini-ster Klaus Kinkel und seinem russischen
Amtskollegen Primakov zwei führende europäische Staats-männer den Ruf
IMHOFF`s in die russische Provinz. IMHOFF hatte die Russland-Rechnung
zunächst jedoch ohne die Wirte gemacht, die im Kreml saßen. Die Russlandkrise
des Jahres 1998 führte zu hohen Verlusten in der Bilanz der STOLLWERCK
AG. Um den Aktionären aber einen Dividenden-ausfall zu ersparen, griff
Großaktionär IMHOFF über die Imhoff Industrie Holding GmbH, Köln
großzügig in seine Privatschatulle – von 30 Millionen DM ist die Rede – und
glich die Bilanz zum Wohle der Aktionäre und zur Wahrung seiner *eigenen
Reputation in der Branche und in Köln* (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom
30.01.1999) aus. Ein solches Unternehmerverständnis dürfte in der Wirtschaft
nicht mehr oft zu finden sein...
Zwischen einigen Salatköpfen in der Schaufensterauslage entdeckte Spar
eine alte Ausgabe der LE-BENSMITTELZEITUNG vom Juni 2000, die sich
zufällig auch dem Thema STOLLWERCK AG widmete. Er wischte die
Salatschneckenspuren vom Deckblatt und blätterte nach dem Artikel.
„Schau´ Emil, ein HV-Bericht vom letzten Jahr!“ Interessiert wandte ich
mich von der Bild-Zeitung ab, die über eine junge Romanze eines
alternden Popstars in einem Teppichgeschäft berichtete.
„Stollwerck hat 1999 den Turnaround geschafft, da die 98er Probleme mit
der russischen Schokola-denfabrik als Folge der Russlandkrise endlich
beigelegt werden konnten. Die STOLLWERCK AG arbeitet seither wieder
profitabel und hatte 1999 auch einen deutlich erhöhten Jahresüberschuß von
30,2 Millionen DM aus eigener Kraft erzielt. Weiter heißt es in dem
Artikel, daß die jährliche Haupt-versammlung der STOLLWERCK AG Kultstatus
habe, da der Aufsichtsratsvorsitende Dr. IMHOFF in launiger
Büttenredner-Manier über die Geschäftsentwicklung schwadroniert und
Karnevalstimmung verbreitet. Im Jahr 2000 folgten 3 000 Kleinaktionäre IMHOFF`s Ruf
und pilgerten in den Kristallsaal der Köln-Messe.“ Ich war begeistert.
Eine Hauptversammlung, bei der die Großaktionäre in die Bütt steigen,
gibt`s nicht oft. Meist sind es doch die Kleinaktionäre, die an dieser
Front für Stimmung sor-gen...
Hans Spar lachte laut auf, als er die Einschätzung IMHOFF`s zum
Ausblick und zur Geschäftsent-wicklung 2000 las. „Wenn der Teufel nicht neben
die Tür scheißt, kriegen wir ein gutes Geschäfts-jahr!“ Das saß. Auch
ich musste schmunzeln.
„Der Finanzvorstand Friedrich teilte den Aktionären auf der letzten HV
mit, daß man das Jahr 2000 mit einem – ich zitiere die
LEBENSMITTELZEITUNG – deutlich über dem Vorjahr liegenden Er-gebnis abschließen werde.“
Das ließ mich aufhorchen. Besser als das eigentlich schon gute 99er
Ergebnis? Kritisch, wie ich nun einmal von Haus aus bin, hakte ich nach.
„Wo soll diese Ergebnissteigerung denn herkommen? Noch sind keine
offiziellen Zahlen veröffentlicht...!“
Hans Spar wusste auch hierauf eine Antwort: „Das Russland-Geschäft soll
sich offenbar prächtig ent-wickeln. IMHOFF sagte seinen Aktionären
bereits auf der letzten HV, daß Russland die beste Firma im Konzern sei und
sich zum Musterknaben entwickelt habe. Vorteilhaft sei dabei, daß in
Russland mittlerweile hohe Importsteuern auf westliche Konsumgüter
erhoben werden. Da die STOLLWERCK RUS aber im Land selbst produziere und
zudem einigen hundert Mitarbeitern Brot und Arbeit gebe, ist die
Gesellschaft von diesen Einschränkungen nicht betroffen und muß zudem westliche
Konkurrenz nicht fürchten. Die STOLLWERCK AG sei hier auf einem guten
Weg, die Marktführerschaft weiter auszubauen und vom hohen Wachstum des
russischen Marktes zu profitieren.“
Die Produktion des russischen Werkes lag 2000 bei ca. 29.000 t
jährlich. 300 Mitarbeiter wurden in Pokrov beschäftigt. Mit dem Hauptprodukt,
der 100g-*Alpengold*-Tafeln, ist die STOLLWERCK AG Marktführer (30%) auf
dem russischen Schokoladenmarkt, der nach Einschätzung von
Marktbeob-achtern eine sehr gute Zukunft haben soll. Neben konventionellen
Schokoladetafeln gehören Wodka-Pralinen zu den Rennern in dem Land und werden –
in der Aufmachung an Landestraditionen orien-tiert – vermarktet.
Das Werk in Pokrov arbeite aktuell an der Kapazitätsgrenze und soll
daher im Verlauf des Jahres 2001 erweitert werden, um die Produktion auf
35.000 t oder 20% zu erhöhen. Zunächst wird eine weitere
Produktionslinie für die Produktion von 4 000 t Luftschokolade und 2 500 t kleinen
Schoko-Riegel im Jahr eröffnet. Die Investitionskosten dieses Projekts
werden bei etwa 3 Mio. DM liegen. Die russische Finanzverwaltung hat den
deutschen Investoren auch erhebliche Steuervergünstigungen zugesichert.
Bis Ende 2001 wird die STOLLWERCK AG dann eine weitere Süßwarenfabrik
in Pogrov errichten, um die Produktion von Schokolade nochmals um
jährlich 30-35% zu erhöhen. Das Investitionsvolu-men für dieses Projekt ist
bei 32 Mio. DM angesiedelt.
Hans Spar konnte noch eine Anekdote von Herrn Dr. IMHOFF nachreichen,
die dieser den Aktionären auf der letztjährigen Hauptversammlung
berichtete. Auf die Frage warum es in Russland lange nicht vorangegangen sei,
antwortete IMHOFF, daß sich der deutsche Schokoladen-Topmanager vor Ort
„zunächst das teuerste Auto gekauft“ habe, dann „die schönste
Sekretärin engagiert“ und „nie vor zehn Uhr bei der Arbeit erschienen sei, um
nicht von den Vertretern belästigt zu werden*. So etwas könne nicht „ohne
Folgen“ bleiben“.
Wie es der Zufall wollte, betrat just in diesem Moment ein elegant
gekleideter Herr den kleinen Laden von Hans Spar. Der Mann stellte sich uns
als Geschäftsmann vor und wünschte eine genaue Wegbe-schreibung in den
Forchheimer Forst. Nachdem ich ihm diese gegeben hatte, brauste er in
einem schnellen Mercedes mit schwarzem Kennzeichen und weißer Schrift
auch schon davon...
Welch ein merkwürdiger Vorgang. In der Eile hatte er dabei einige
osteuropäische Wirtschaftsblätter und internationale Finanzzeitungen bei
Hans Spar auf der Wursttheke liegen lassen. Neugierig schau-ten wir nach.
In einem dieser Blätter (DAILY BUSINESS REPORT, INTERFAX NEWS AGENCY)
vom 27. 02.2001 erlebten wir dann eine faustdicke Überraschung: Dort war
zu lesen, daß die Vorsteu-ergewinne der russischen STOLLWERCK-Tochter
im Jahr 2000 um sagenhafte 150 % (!) angestiegen sind und jetzt bei
umgerechnet etwa 23 Mio. DM (300 Mio. Rubel, Wechselkurs ca. 1DM:13Rubel)
liegen. Die Umsatzerlöse in Russland lagen bei über 150 Mio. DM,
entsprechend ca. 2 Mrd. Rubel. Aufgrund steuerlicher Vergünstigungen sollte
sich auch der Nach-Steuer-Gewinn sehen lassen kön-nen.
Hans Spar denkt nach: „Das heißt doch, daß der 99er-Jahresüberschuß von
30 Mio. DM im Jahr 2000 schon fast alleine in Russland erwirtschaftet
wurde. Rechnet man dann noch damit, daß auch in Polen und Ungarn wieder
sehr gut verdient wurde, wird der STOLLWERCK-Konzern das letztjährige
Er-gebnis wohl tatsächlich übertreffen und seine Aktionäre mit einem
höheren Gewinn je Aktie überra-schen. Bei einem diesjährigen Überschuß von
vielleicht 40 Mio. DM läge das 2001 KGV aktuell bei 12. Bei einem
weiter deutlich zweistelligen Wachstum in Osteuropa und einem weiter guten
Ergebnis auf den mitteleuropäischen Märkten könnten wir im Jahr 2002 ein
einstellige KGV erreichen. Dann erscheint mir die Aktie als nicht zu
teuer. Immerhin notierte die STOLLWERCK Aktie Mitte 2000 um den HV-Termin
noch bei 650 Euro und hat sich jetzt auf 330 Euro vergünstigt“
Hans Spar könnte recht haben, doch waren meine Gedanken in diesem
Moment woanders. Eine noch in den Regalen liegende März 2001-Ausgabe des
MANAGER MAGAZINS hatte mein Interesse ge-weckt:
Das Magazin für anspruchsvolle Führungskräfte spekulierte dort, daß die
STOLLWERCK AG wegen gesundheitlicher Probleme des Mehrheitsaktionärs
Dr. IMHOFF möglicherweise verkauft werden soll und schon bald vor einem
Eigentümerwechsel steht. Der 78-jährige IMHOFF, so der Pressebericht,
hätte sich wegen eines Schlaganfalls aus der Firma etwas zurückgezogen
und gehe der Arbeit von zu Hause aus nach. Weiter will das Manager
Magazin erfahren haben, daß der IMHOFF-Vertraute Hans Rolf ein
Verhandlungsmandat zum Verkauf des Familienaktienpakets von 95 % habe. Als
Kaufinter-essent wurde der Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger (60)
genannt, dessen Firma in Bergisch-Gladbach mit Instant-Kaffee und
–Kakao sowie Pharmaprodukten und Süßwaren rund zwei Milliarden Mark umsetzt.
Krüger soll das Vertrauen IMHOFFS besitzen. Meiner Ansicht nach ist
da-von auszugehen, daß IMHOFF sein Lebenswerk im Fall der Fälle nur an
gute Hände verkauft und sein unternehmerisches Erbe in seinem Sinne – also
auch kleinaktionärsfreundlich – fortgesetzt wird.
Sollte Krüger keine Lust auf Öffentlichkeit verspüren, könnte es sogar
zu einem großzügigen Abfin-dungsangebot an die nur wenigen
außenstehenden Aktionäre kommen. Sollte ein Erwerber das Deli-sting anstreben, so
dürfte sich die STOLLWERCK AG im Sinne Dr. IMHOFF`s sicherlich mit
An-stand und Würde ins Privatleben verabschieden und den Streit mit
Kleinaktionären vermeiden wol-len...
Noch ist es nicht soweit und ich wünsche mir sehr, daß Dr. Hans IMHOFF
noch einige Hauptver-sammlungen der STOLLWERCK AG als
Aufsichtsratsvorsitzender leiten wird. Herr Dr. IMHOFF ist schließlich noch jung und
könnte fast mein Enkel sein. Nach den Vorlesungen des Hans Spar aus der
LEBENSMITTELZEITUNG werde ich aber in diesem Jahr vermutlich erstmals
nach Köln reisen, um mir dort das traditionelle „Schokoladenpaket“ für
Aktionäre abzuholen und der Büttenrede Dr. IM-HOFFS zu lauschen...
Im Mai 2001 wird es wieder soweit sein, die Hauptversammlungseinladung
wird sicherlich in den nächsten 2-3 Wochen veröffentlicht. Vielleicht
gibt es auf der Hauptversammlung weitere Neuigkeiten zur Zukunft des
Konzerns. Bei dieser Gelegenheit werde ich mir dann vielleicht auch den
Kölner Im-mobilienbesitz der traditionsreichen STOLLWERCK AG ansehen, der
zu niedrigen Werten in der Bilanz stehen dürfte und dessen aktueller
Verkehrwert eventuell über dem Bilanzansatz liegen könnte. Ich werde
Ihnen berichten, wenn ich hierüber neue Erkenntnisse gewonnen habe.
Plötzlich wurden meine Augenlider immer schwerer. Ich legte das Manager
Magazin zur Seite und verabschiedete mich von Hans Spar. Für 0,89 DM
erstand ich noch eine Tafel Schokolade - von SA-ROTTI natürlich, der
Premiummarke mit dem Mohr und machte mich auf den Heimweg, reich an
zahlreichen neuen Erkenntnissen über den Schokoladenmarkt und die Situation
der STOLLWERCK AG.
Nun steht also das Osterfest vor der Tür. In diesem Jahr werde ich die
Osterhasen verstecken und ich habe mir schon einige komplizierte
Verstecke überlegt. Schließlich will man es den Rackern auch nicht zu einfach
machen...
Und außerdem: Was gibt es denn Schöneres als leuchtende Kinderaugen
nach dem Fund eines Oster-nests zwischen Kunstblumengestecken und
Gartenabfällen in der Biotonne? So ist das eben, wenn man älter wird: Sie haben
manche Freiheiten, die man Ihnen in jungen Jahren noch zum Vorwurf
ma-chen würde. Bei mir aber hat meine Frau mittlerweile die Hoffnung
aufgegeben, daß ich irgendwann einmal erwachsen werde...Trotz meiner
mittlerweile mehr als 100 Lenze...
In diesem Sinne: Alter verpflichtet!
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Osterfest und einige erholsame Tage,
ob mit oder ohne STOLL-WERCK-Schokolade...
Herzlichst
Ihr Emil Kränzlein
(emil_kraenzlein@yahoo.de)
anbei erhalten Sie die jüngsten Neuigkeiten aus dem bewegenden Leben
des SHARE-INFOS-Autors, Herrn Emil Kränzlein. Über die Stollwerck AG gibt
es nach meiner Kenntnis bisher nur wenig Research-Material, so daß die
Ausführungen für die Interessenten der Aktie sehr interessant sein
dürften.
Viel Spaß bei der Lektüre und ein frohes Osterfest wünscht Ihnen
Peer Share
Emil Kränzlein`s Ostergeschichte
- Auf den Spuren der Stollwerck AG -
Liebe Freunde, sehr geehrte Leser der Share-Infos,
wie schnell doch die Zeit vergeht. Der eine oder andere treue Leser
dieser Informationspostille mag sich noch an mich erinnern, denn seit
meinem letzten und beschwerlichen, aber sehr erholsamen Aus-flug nach
CARTHAGO ins Reich der Phönizier ist schon etwas Zeit ins Land gezogen.
Heute melde ich mich bei Ihnen zurück. Passend zur Osterzeit habe ich mich
auf die Spuren der STOLLWERCK AG gemacht, einem Schokoladenimperium im
Weltformat und klangvollen Namen im Sortiment.
Für diejenigen unter Ihnen, die mich nicht mehr kennen, Ihr Gedächtnis
im Gewittersturm der Welt-börsen verloren haben oder einfach noch zu
jung sind, um meine frühen Anekdoten aus der Wirt-schaftswelt gelesen zu
haben: Mein Name ist Kränzlein, Emil Kränzlein. ehemals
Bürstenfabrikant im Dienste seiner Majestät, den Königen von Bayern.
Ich war Bürstenfabrikant im Mittelfränkischen (BÜRSTENFABRIK EMIL
KRÄNZLEIN AG, Erlan-gen; lange Unternehmenstradition), doch habe ich mich
nach dem Verkauf meines Unternehmens an neue Verwalter (CRANZ.NET AG)
auf`s „Altenteil“ – welch ein ehrverletzendes Wort - zurückgezo-gen. Doch
wer denkt, ich raste, irrt gewaltig. Endlich habe ich wieder etwas mehr
Zeit und kann mich den schönen Dingen des Lebens widmen. Neben meiner
preisgekrönten Rosenzucht ist dies v.a. das Musizieren in Vereinen sowie
der Schützensport im Kreis von verdienten Kameraden (WW I und WW
II-Veteranen). In zahlreichen Vereinen kümmere ich mich ehrenamtlich um den
Dialog der Generatio-nen und das Miteinander von Jung und Alt. So kann
ich den „jungen Wilden“ – zu denen ich Ende des 19. Jahrhunderts auch
noch gehörte – etwas von meiner Erfahrung mit auf ihren Lebensweg geben.
Seit kurzem bin ich Zweiter Kassenprüfer des Verschönerungsvereins
„Unser Dorf soll schöner wer-den e.V.“ und Jugendbeauftragter des örtlichen
Isetta-Automobilclubs. Auch die örtliche Innung der Barbiere unter
ihrem Vorsitzenden Ottmar „Die Klinge“ Schnitzer hat mich als ehemaligen
Monopol-zulieferer in ihren Beirat aufgenommen und für die Verdienste um
die fränkische Friseur-Wirtschaft mit der „silbernen Schere“
ausgezeichnet.
Trotz all dieser Ehrungen bin ich ein bodenständiger und bescheidener
Mensch geblieben. Meine Wurststulle (Weißbrot mit Leberkäse oder
Blutwurst) schmiere ich noch am liebsten selbst und wenn es das Portemonnaie
des Bürstenfabrikanten a.D. erlaubt, wandere ich im Kreis der Familie
oder gehe auf große Fahrt. Gerne erinnere ich mich an interessante
Ausflüge: Der mühevolle Pilgermarsch nach Altötting (ESTERER AG), die
Zeit-Reise an den malerischen Tegernsee (TAG Tegernsee), die Ham-burger
Hafenrundfahrt mit Hindernissen (WCM AG) oder unterwegs mit Heidi in der
Schweiz (MAAG Holding AG)...! Das waren noch Zeiten, damals...Erinnern Sie
sich?
Auch wenn mich oft das Fernweh packt, ist es zu Hause doch am
Schönsten. Meiner geliebten Heimat Mittelfranken bin ich daher bis heute eng
verbunden, auch oder gerade weil ich den kantigen und knorrigen
Menschenschlag in dieser Region sehr schätze. Deshalb bleibe ich zu Ostern auch
zu Hause und schließe mich nicht den Wandervögeln an, die jetzt wieder
immer in alle Richtungen ziehen und die Fernstrassen hier im Süden
blockieren.
Nun – kurz vor Ostern - bin auch ich aus dem langen Winterschlaf
erwacht. Zuerst war ich einige Zeit in CARTHAGO, ehe ich noch einige Wochen
im JOD- UND THERMALBAD ENDORF AG im Sü-den Bayerns zur Kur verweilte.
In den alles andere als spartanisch eingerichteten Wüstensanatorien
Carthagos habe ich – wie erhofft – den Duft der Jugend inhalieren und
meinen HORIZONT während der Wintermonate abermals erwei-tern können. Jetzt
fühle ich mich wiedererstarkt für neue Abenteuer, die ich zuletzt als
90 Jähriger ohne hausärztlichen Beistand durchstehen konnte und von
denen ich Ihnen heute – pünktlich zur Osterzeit - berichten möchte...
Doch alles schön der Reihe nach. Die Osterzeit ist für meine Urenkel
und Enkel neben Weihnachten die schönste Jahreszeit, denn das Ritual der
gemeinsamen Eiersuche ist fester Bestandteil der österli-chen
Traditionen im Hause Kränzlein.
Seit einigen Jahren musste ich leider – auch auf Rat meines Hausarztes
– auf die aktive Teilnahme an dieser schönen Tradition der
Ostereiersuche verzichten. Ein Rückenleiden, Spätfolgen eines Unfalls mit einem
russischen Transporttrupp anno 1916 in der Nähe von Warschau, machten das
häufige Bük-ken und Aufheben von Gegenständen im Alter oft zur Qual.
Wie gerne wäre ich dabei gewesen, denn noch gut kann ich mich an meine
eigene Jugend erinnern, die stark von den preußischen Einflüssen
mütterlicherseits geprägt war. Damals hatten die Osterhasen noch blaue
Matrosenanzüge an und hörten meist auf die Namen Wilhelm oder Fritz... Manche
sind sogar mit einer Pickelhaube durch die Wälder gehopst und einem
flotten Liedlein auf den Lippen. Zwischen Zeitungsstapeln und in
Blumenvasen entdeckte man Ostergrüße aus Tsingtao oder Minia-turausgaben des
aktuellen Panzerkreuzers und auch sonst war für Spiel, Spaß und Spannung
stets ge-sorgt.
Carthago und dem Wüstensanatorium sei Dank, ich habe meine
Jugendlichkeit wieder. Fortan ist das Bücken nicht länger ein Problem und ich bin
sehr optimistisch, in diesem Jahr erstmals seit 1975 wie-der auf
Ostereiersuche mit den Urenkeln gehen zu können.
Um nichts dem Zufall zu überlassen, hatte ich vor einigen Tagen einen
geheimen Probedurchlauf in der Eiersuche absolviert. Meine liebe Frau
versteckte die Schokoladeneier und Schokoladentafeln zwischen Werkbänken,
im Geräteschuppen und im Gemüsegarten. Ein weiteres Osternest –
bestehend aus köstlichen Nougat- und Krokanteiern und einer
Vollmilch-Schokoladentafel– entdeckte ich erst nach mehr als dreistündiger Suche zwischen
meinen Rosenbeeten.
Erst ein gezielter Hinweis meiner Frau machte mich überhaupt erst auf
das Nest im Rosenbeet auf-merksam. Stellen Sie sich nur diese
Peinlichkeit vor, wenn die Urenkel dabei gewesen wären... Ich will lieber nicht
über ein solches Szenario nachdenken. Warum habe ich dieses Nest so spät
gesehen, fast übersehen?
An meinen Augen kann es nicht gelegen haben, da ich erst vor 26 Jahren
eine neue Brille bekommen habe. Den wahren Grund aber hatte ich schnell
gefunden: ALPIA! ALPIA ist der Name einer in rosa-lila gewandeten
Schokoladentafel, die - wie ein Soldat im Tarnanzug - in meinem ebenfalls
lila ge-färbten Zierrosenbeet lauerte. Die Tarnung war so perfekt, ich
konnte die Tafel nicht entdecken...
Die ganzen anderen Schokoladenprodukte – welche ich aus ihren
Verstecken zog - trugen wohlklin-gende Namen wie GUBOR, ESZET, ALPROSE, SAROTTI
oder SPRENGEL und leuchteten unüber-sehbar in allen Farben des
Regenbogens zwischen dem satten Rasengrün und den kräftigen Brauntö-nen des
fränkischen Mutterbodens. Ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für
einen alten Mann auf der Suche nach dem verlorenen Jugendglück...
Die Neugier des Unternehmers in mir war urplötzlich geweckt! Wer oder
was steckt eigentlich hinter diesen ganzen Markennamen? Nie zuvor hatte
ich beim Schokoladenkauf auf Markennamen geachtet, denn meine
Schokotafeln, Hasen, Nikoläuse oder Ostereier mussten einfach gut und preiswert
sein. Nun machte ich mich auf die Suche, um die Hintergründe von GUBOR,
ALPIA, STOLLWERCK, ALPROSE, SAROTTI oder SPRENGEL zu entdecken. Doch wo
fangen Sie an mit der Suche, wenn Sie nicht wissen, wo all diese Firmen
einzuordnen sind? Ich beschloß, den Einzelhändler Hans Spar vom
Eckkaufladen um seinen Rat zu bitten. Oder wollten Sie etwa die Verkäuferin
bei Ihrem WAL MARKT nach den wirtschaftlichen Hintergründen am deutschen
Schokoladenmarkt fragen? Nein, hierfür benötigt man Expertenwissen...
Hans Spar, ein gewiefter und alter Fuchs im Lebensmittelgeschäft,
konnte sich an verschiedene Arti-kel aus einer Wirtschaftszeitung erinnern
und fing mit dem Erzählen an. Demnach sind ALPIA, STOLLWERCK, WALDBAUR,
ESZET, SCHOKA-KOLA, ALPROSE, JACQUES, SAROTTI und SPRENGEL einige
Markenschokoladen der börsennotierten STOLLWERCK AG. Die in Köln ansäs-sige
und bereits 1839 gegründete STOLLWERCK AG AG gehört mit einem
Jahresumsatz von 1,3 Milliarden DM (1999) zu den größten europäischen
Herstellern von Tafel- und Hohlkörperschokola-den (z.B. Osterhasen,
Weihnachtsmänner, etc.), Pralinen, Erfrischungsstäbchen und anderer
Schokola-denspezialitäten. Die Schokoladenprodukte werden vorwiegend im nationalen und
internationalen Lebensmittelgroßhandel vertrieben.
Mein Herz schlug plötzlich höher. All diese Marken unter einem Dach?
Das hatte ich nicht erwartet! Mit manchen dieser Namen verbinde ich
schöne private und geschäftliche Erinnerungen, die zum Teil schon einige
Jahrzehnte zurückliegen. Können Sie sich auch noch an die legendären
Erfrischungs-stäbchen aus dem Hause SPRENGEL erinnern? Bereits seit den 50er
Jahren wurde diese klassische Schokoladenspezialität mit Orange- oder
Zitronencreme in Hannover produziert. Auch ich habe diese köstliche
Erfrischung oft in schwierigen Sitzungen auf kleinen Nierentischen in das
Verhandlungs-zimmer rollen lassen. Daraufhin lockerte die Stimmung
ungemein auf und manches lukrative Bürsten-geschäft konnte ich so für mich
entscheiden... Wie ich übrigens von meinen Urenkeln erfahren habe, sind
diese zeitlosen Stäbchen auch gerade „Kult“ in der jungen
Generation...Ende Juni 2001 soll die unrentable Schokoladenfabrik SPRENGEL in
Hannover aber geschlossen und die Produktion inner-halb des Konzerns
verlagert werden, nur der Markenname bleibt noch erhalten.
Hans Spar weiß noch mehr zu berichten. Großaktionär der STOLLWERCK AG
ist der Kölner Mäzen Dr. Hans IMHOFF über die IMHOFF INDUSTRIE HOLDING
GmbH, ein rheinisches Original, der auch in der jüngst im
Manager-Magazin veröffentlichten Liste der 100 reichsten Deutschen zu finden ist. Dr.
IMHOFF gehören 95% des Schokoladenimperiums, das an der Börse aktuell
mit knapp 500 Millionen DM (800.000 Aktien im Nennwert von je 50 DM,
aktueller Kurs 330 Euro) bewertet wird. Aus der rheinischen
Schokoladenfabrik ist in den letzten unter der Regie von Dr. IMHOFF ein
inter-nationales Großunternehmen geworden, das über Zukäufe und Akquisitionen
mittlerweile auf nahezu allen wichtigen Märkten vertreten ist. In der Schweiz
– dem Heimatland der Schokolade – verdient die STOLLWERCK AG mit
ALPROSE ihr Geld. In Belgien sind die Rheinländer seit der Akquisition im
Jahr 1982 mit der Marke JACQUES sehr erfolgreich vertreten. Beide Marken
sind auch in Deutsch-lands Ladenregalen erhältlich. In Frankreich,
Italien und Spanien wurden STOLLWERCK-Vertriebsniederlassungen gegründet und
auch in China, Japan und den USA werden STOLLWERCK Produkte verkauft.
Dr. IMHOFF`s Steckenpferd aber sind die noch jungen und wachstumsstarken
Märkte Osteuropas, die es in einem frühen Stadium zu erschließen gilt.
So erwarb die STOLLWERCK AG bereits 1992 – nur wenige Jahre nach dem
Fall des eisernen Vor-hangs- mit der Schokoladen- und Keksfabrik QUINTIE
KFT eine erste Fabrik in Budapest. Das Inve-stitionsvolumen lag bei 100
Millionen DM. Mittlerweile ist die STOLLWERCK AG uneingeschränk-ter
Marktführer auf dem ungarischen Schokoladenmarkt
Schlag auf Schlag ging es weiter:1995 eröffnete die STOLLWERCK AG eine
Schokoladenfabrik in Poznan, Polen. Mit der Marke ALPENGOLD und einem
Investitionsaufwand von 44 Mio. DM ist die STOLLWERCK AG auch hier zum
Marktführer geworden. Das Werk wirft mittlerweile hohe Gewin-ne ab.
Das vorläufige Meisterstück von Dr. IMHOFF – die Erschließung des
riesigen russischen Marktes - sollte mit der im Dezember 1996
fertiggestellten Schokoladenfabrik in Pokrov in der Nähe von Mos-kau vorangetrieben
werden. Anläßlich der Fabrikeinweihung– einem der Pionierprojekte
deutsch-russischer Kooperationen im Wirtschaftsbereich - folgten mit dem
ehemaligen deutschen Außenmini-ster Klaus Kinkel und seinem russischen
Amtskollegen Primakov zwei führende europäische Staats-männer den Ruf
IMHOFF`s in die russische Provinz. IMHOFF hatte die Russland-Rechnung
zunächst jedoch ohne die Wirte gemacht, die im Kreml saßen. Die Russlandkrise
des Jahres 1998 führte zu hohen Verlusten in der Bilanz der STOLLWERCK
AG. Um den Aktionären aber einen Dividenden-ausfall zu ersparen, griff
Großaktionär IMHOFF über die Imhoff Industrie Holding GmbH, Köln
großzügig in seine Privatschatulle – von 30 Millionen DM ist die Rede – und
glich die Bilanz zum Wohle der Aktionäre und zur Wahrung seiner *eigenen
Reputation in der Branche und in Köln* (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom
30.01.1999) aus. Ein solches Unternehmerverständnis dürfte in der Wirtschaft
nicht mehr oft zu finden sein...
Zwischen einigen Salatköpfen in der Schaufensterauslage entdeckte Spar
eine alte Ausgabe der LE-BENSMITTELZEITUNG vom Juni 2000, die sich
zufällig auch dem Thema STOLLWERCK AG widmete. Er wischte die
Salatschneckenspuren vom Deckblatt und blätterte nach dem Artikel.
„Schau´ Emil, ein HV-Bericht vom letzten Jahr!“ Interessiert wandte ich
mich von der Bild-Zeitung ab, die über eine junge Romanze eines
alternden Popstars in einem Teppichgeschäft berichtete.
„Stollwerck hat 1999 den Turnaround geschafft, da die 98er Probleme mit
der russischen Schokola-denfabrik als Folge der Russlandkrise endlich
beigelegt werden konnten. Die STOLLWERCK AG arbeitet seither wieder
profitabel und hatte 1999 auch einen deutlich erhöhten Jahresüberschuß von
30,2 Millionen DM aus eigener Kraft erzielt. Weiter heißt es in dem
Artikel, daß die jährliche Haupt-versammlung der STOLLWERCK AG Kultstatus
habe, da der Aufsichtsratsvorsitende Dr. IMHOFF in launiger
Büttenredner-Manier über die Geschäftsentwicklung schwadroniert und
Karnevalstimmung verbreitet. Im Jahr 2000 folgten 3 000 Kleinaktionäre IMHOFF`s Ruf
und pilgerten in den Kristallsaal der Köln-Messe.“ Ich war begeistert.
Eine Hauptversammlung, bei der die Großaktionäre in die Bütt steigen,
gibt`s nicht oft. Meist sind es doch die Kleinaktionäre, die an dieser
Front für Stimmung sor-gen...
Hans Spar lachte laut auf, als er die Einschätzung IMHOFF`s zum
Ausblick und zur Geschäftsent-wicklung 2000 las. „Wenn der Teufel nicht neben
die Tür scheißt, kriegen wir ein gutes Geschäfts-jahr!“ Das saß. Auch
ich musste schmunzeln.
„Der Finanzvorstand Friedrich teilte den Aktionären auf der letzten HV
mit, daß man das Jahr 2000 mit einem – ich zitiere die
LEBENSMITTELZEITUNG – deutlich über dem Vorjahr liegenden Er-gebnis abschließen werde.“
Das ließ mich aufhorchen. Besser als das eigentlich schon gute 99er
Ergebnis? Kritisch, wie ich nun einmal von Haus aus bin, hakte ich nach.
„Wo soll diese Ergebnissteigerung denn herkommen? Noch sind keine
offiziellen Zahlen veröffentlicht...!“
Hans Spar wusste auch hierauf eine Antwort: „Das Russland-Geschäft soll
sich offenbar prächtig ent-wickeln. IMHOFF sagte seinen Aktionären
bereits auf der letzten HV, daß Russland die beste Firma im Konzern sei und
sich zum Musterknaben entwickelt habe. Vorteilhaft sei dabei, daß in
Russland mittlerweile hohe Importsteuern auf westliche Konsumgüter
erhoben werden. Da die STOLLWERCK RUS aber im Land selbst produziere und
zudem einigen hundert Mitarbeitern Brot und Arbeit gebe, ist die
Gesellschaft von diesen Einschränkungen nicht betroffen und muß zudem westliche
Konkurrenz nicht fürchten. Die STOLLWERCK AG sei hier auf einem guten
Weg, die Marktführerschaft weiter auszubauen und vom hohen Wachstum des
russischen Marktes zu profitieren.“
Die Produktion des russischen Werkes lag 2000 bei ca. 29.000 t
jährlich. 300 Mitarbeiter wurden in Pokrov beschäftigt. Mit dem Hauptprodukt,
der 100g-*Alpengold*-Tafeln, ist die STOLLWERCK AG Marktführer (30%) auf
dem russischen Schokoladenmarkt, der nach Einschätzung von
Marktbeob-achtern eine sehr gute Zukunft haben soll. Neben konventionellen
Schokoladetafeln gehören Wodka-Pralinen zu den Rennern in dem Land und werden –
in der Aufmachung an Landestraditionen orien-tiert – vermarktet.
Das Werk in Pokrov arbeite aktuell an der Kapazitätsgrenze und soll
daher im Verlauf des Jahres 2001 erweitert werden, um die Produktion auf
35.000 t oder 20% zu erhöhen. Zunächst wird eine weitere
Produktionslinie für die Produktion von 4 000 t Luftschokolade und 2 500 t kleinen
Schoko-Riegel im Jahr eröffnet. Die Investitionskosten dieses Projekts
werden bei etwa 3 Mio. DM liegen. Die russische Finanzverwaltung hat den
deutschen Investoren auch erhebliche Steuervergünstigungen zugesichert.
Bis Ende 2001 wird die STOLLWERCK AG dann eine weitere Süßwarenfabrik
in Pogrov errichten, um die Produktion von Schokolade nochmals um
jährlich 30-35% zu erhöhen. Das Investitionsvolu-men für dieses Projekt ist
bei 32 Mio. DM angesiedelt.
Hans Spar konnte noch eine Anekdote von Herrn Dr. IMHOFF nachreichen,
die dieser den Aktionären auf der letztjährigen Hauptversammlung
berichtete. Auf die Frage warum es in Russland lange nicht vorangegangen sei,
antwortete IMHOFF, daß sich der deutsche Schokoladen-Topmanager vor Ort
„zunächst das teuerste Auto gekauft“ habe, dann „die schönste
Sekretärin engagiert“ und „nie vor zehn Uhr bei der Arbeit erschienen sei, um
nicht von den Vertretern belästigt zu werden*. So etwas könne nicht „ohne
Folgen“ bleiben“.
Wie es der Zufall wollte, betrat just in diesem Moment ein elegant
gekleideter Herr den kleinen Laden von Hans Spar. Der Mann stellte sich uns
als Geschäftsmann vor und wünschte eine genaue Wegbe-schreibung in den
Forchheimer Forst. Nachdem ich ihm diese gegeben hatte, brauste er in
einem schnellen Mercedes mit schwarzem Kennzeichen und weißer Schrift
auch schon davon...
Welch ein merkwürdiger Vorgang. In der Eile hatte er dabei einige
osteuropäische Wirtschaftsblätter und internationale Finanzzeitungen bei
Hans Spar auf der Wursttheke liegen lassen. Neugierig schau-ten wir nach.
In einem dieser Blätter (DAILY BUSINESS REPORT, INTERFAX NEWS AGENCY)
vom 27. 02.2001 erlebten wir dann eine faustdicke Überraschung: Dort war
zu lesen, daß die Vorsteu-ergewinne der russischen STOLLWERCK-Tochter
im Jahr 2000 um sagenhafte 150 % (!) angestiegen sind und jetzt bei
umgerechnet etwa 23 Mio. DM (300 Mio. Rubel, Wechselkurs ca. 1DM:13Rubel)
liegen. Die Umsatzerlöse in Russland lagen bei über 150 Mio. DM,
entsprechend ca. 2 Mrd. Rubel. Aufgrund steuerlicher Vergünstigungen sollte
sich auch der Nach-Steuer-Gewinn sehen lassen kön-nen.
Hans Spar denkt nach: „Das heißt doch, daß der 99er-Jahresüberschuß von
30 Mio. DM im Jahr 2000 schon fast alleine in Russland erwirtschaftet
wurde. Rechnet man dann noch damit, daß auch in Polen und Ungarn wieder
sehr gut verdient wurde, wird der STOLLWERCK-Konzern das letztjährige
Er-gebnis wohl tatsächlich übertreffen und seine Aktionäre mit einem
höheren Gewinn je Aktie überra-schen. Bei einem diesjährigen Überschuß von
vielleicht 40 Mio. DM läge das 2001 KGV aktuell bei 12. Bei einem
weiter deutlich zweistelligen Wachstum in Osteuropa und einem weiter guten
Ergebnis auf den mitteleuropäischen Märkten könnten wir im Jahr 2002 ein
einstellige KGV erreichen. Dann erscheint mir die Aktie als nicht zu
teuer. Immerhin notierte die STOLLWERCK Aktie Mitte 2000 um den HV-Termin
noch bei 650 Euro und hat sich jetzt auf 330 Euro vergünstigt“
Hans Spar könnte recht haben, doch waren meine Gedanken in diesem
Moment woanders. Eine noch in den Regalen liegende März 2001-Ausgabe des
MANAGER MAGAZINS hatte mein Interesse ge-weckt:
Das Magazin für anspruchsvolle Führungskräfte spekulierte dort, daß die
STOLLWERCK AG wegen gesundheitlicher Probleme des Mehrheitsaktionärs
Dr. IMHOFF möglicherweise verkauft werden soll und schon bald vor einem
Eigentümerwechsel steht. Der 78-jährige IMHOFF, so der Pressebericht,
hätte sich wegen eines Schlaganfalls aus der Firma etwas zurückgezogen
und gehe der Arbeit von zu Hause aus nach. Weiter will das Manager
Magazin erfahren haben, daß der IMHOFF-Vertraute Hans Rolf ein
Verhandlungsmandat zum Verkauf des Familienaktienpakets von 95 % habe. Als
Kaufinter-essent wurde der Bergisch-Gladbacher Unternehmer Willibert Krüger (60)
genannt, dessen Firma in Bergisch-Gladbach mit Instant-Kaffee und
–Kakao sowie Pharmaprodukten und Süßwaren rund zwei Milliarden Mark umsetzt.
Krüger soll das Vertrauen IMHOFFS besitzen. Meiner Ansicht nach ist
da-von auszugehen, daß IMHOFF sein Lebenswerk im Fall der Fälle nur an
gute Hände verkauft und sein unternehmerisches Erbe in seinem Sinne – also
auch kleinaktionärsfreundlich – fortgesetzt wird.
Sollte Krüger keine Lust auf Öffentlichkeit verspüren, könnte es sogar
zu einem großzügigen Abfin-dungsangebot an die nur wenigen
außenstehenden Aktionäre kommen. Sollte ein Erwerber das Deli-sting anstreben, so
dürfte sich die STOLLWERCK AG im Sinne Dr. IMHOFF`s sicherlich mit
An-stand und Würde ins Privatleben verabschieden und den Streit mit
Kleinaktionären vermeiden wol-len...
Noch ist es nicht soweit und ich wünsche mir sehr, daß Dr. Hans IMHOFF
noch einige Hauptver-sammlungen der STOLLWERCK AG als
Aufsichtsratsvorsitzender leiten wird. Herr Dr. IMHOFF ist schließlich noch jung und
könnte fast mein Enkel sein. Nach den Vorlesungen des Hans Spar aus der
LEBENSMITTELZEITUNG werde ich aber in diesem Jahr vermutlich erstmals
nach Köln reisen, um mir dort das traditionelle „Schokoladenpaket“ für
Aktionäre abzuholen und der Büttenrede Dr. IM-HOFFS zu lauschen...
Im Mai 2001 wird es wieder soweit sein, die Hauptversammlungseinladung
wird sicherlich in den nächsten 2-3 Wochen veröffentlicht. Vielleicht
gibt es auf der Hauptversammlung weitere Neuigkeiten zur Zukunft des
Konzerns. Bei dieser Gelegenheit werde ich mir dann vielleicht auch den
Kölner Im-mobilienbesitz der traditionsreichen STOLLWERCK AG ansehen, der
zu niedrigen Werten in der Bilanz stehen dürfte und dessen aktueller
Verkehrwert eventuell über dem Bilanzansatz liegen könnte. Ich werde
Ihnen berichten, wenn ich hierüber neue Erkenntnisse gewonnen habe.
Plötzlich wurden meine Augenlider immer schwerer. Ich legte das Manager
Magazin zur Seite und verabschiedete mich von Hans Spar. Für 0,89 DM
erstand ich noch eine Tafel Schokolade - von SA-ROTTI natürlich, der
Premiummarke mit dem Mohr und machte mich auf den Heimweg, reich an
zahlreichen neuen Erkenntnissen über den Schokoladenmarkt und die Situation
der STOLLWERCK AG.
Nun steht also das Osterfest vor der Tür. In diesem Jahr werde ich die
Osterhasen verstecken und ich habe mir schon einige komplizierte
Verstecke überlegt. Schließlich will man es den Rackern auch nicht zu einfach
machen...
Und außerdem: Was gibt es denn Schöneres als leuchtende Kinderaugen
nach dem Fund eines Oster-nests zwischen Kunstblumengestecken und
Gartenabfällen in der Biotonne? So ist das eben, wenn man älter wird: Sie haben
manche Freiheiten, die man Ihnen in jungen Jahren noch zum Vorwurf
ma-chen würde. Bei mir aber hat meine Frau mittlerweile die Hoffnung
aufgegeben, daß ich irgendwann einmal erwachsen werde...Trotz meiner
mittlerweile mehr als 100 Lenze...
In diesem Sinne: Alter verpflichtet!
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Osterfest und einige erholsame Tage,
ob mit oder ohne STOLL-WERCK-Schokolade...
Herzlichst
Ihr Emil Kränzlein
(emil_kraenzlein@yahoo.de)