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Für alle! ! Einschätzung zur internetbranche 2002


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Für alle! ! Einschätzung zur internetbranche 2002

 
13.12.01 11:06
vwd Extra/Dommermuth: Konsolidierung der Internetbranche geht 2002 weiter

Frankfurt (vwd) - Die Konsolidierung in der Internetbranche wird sich
nach Einschätzung von Rolf Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United
Internet AG, 2002 fortsetzen. Es werde noch eine ganze Zeit weitergehen wie
2001, sagte Dommermuth im Gespräch mit vwd*. Im abgelaufenen Jahr habe sich
ein differenziertes Bild ergeben: Dadurch, dass kein neues Geld in diesen
Markt gekommen sei, seien vor allem kleine Unternehmen und jene mit
verlustintensiven Businessmodellen und dünner Kapitaldecke an den Rand
gedrängt worden bis zur Insolvenz.

Auf der anderen Seite stünden größere, möglicherweise profitable
Unternehmen mit einer gewissen Marktposition. Diese hätten ihre Lage allein
dadurch verbessert, dass die Konkurrenz geringer geworden sei, betonte der
Vorstandsvorsitzende des in Montabaur ansässigen Unternehmens. Schließlich
seien neben einigen Insolvenzen auch weniger neue Internet-Unternehmen in
den Markt gekommen. Die Knappheit an Risikokapital sollte zumindest in den
nächsten Monaten noch anhalten, da sich zu viele Financiers die Finger
verbrannt hätten. Viele kleinere Unternehmen dürften den fortgesetzten
Konsolidierungsprozess nicht überleben bzw Unterschlupf bei Größeren suchen.

Diese dürften die Situation nutzen - "der Internetmarkt insgesamt wächst
ja" - ihre Position auszubauen und ihr Geschäft zu stabilisieren, erwartet
der Vorstandschef. Chancen ergäben sich schon allein aus der Tatsache, dass
das Internetgeschäft immer noch am Anfang seiner Entwicklung stehe. Chancen
böten sich auch in der zunehmenden Versorgung von Massenmärkten mit
breitbandigen Anschlüssen. Die stark wachsende DSL-Technologie ermögliche

größere Datenübertragungsvolumen und damit den Transport neuer vielfältiger
Anwendungen und Inhalte. Dies werde auf jeden Fall ein Wachstumstreiber für
die Branche sein.

Risiken im Markt selbst sehe er 2002 trotz der wahrscheinlich nicht
berauschenden Konjunktur zur Zeit nicht, sagte Dommermuth. Es gebe nach wie
vor ein großes Interesse am Internet, der Markt sei noch nicht gesättigt.
Das Risiko werde eher bei den einzelnen Unternehmen selbst liegen.
Gesellschaft für Gesellschaft müsse sich überlegen, wie sie profitabel
werde, wie sie sich vernünftig finanziere, auch wenn kein frisches Geld von
Venture-Capital-Gesellschaften oder von der Börse komme, und welcher Markt
adressiert werden solle. Diese Aspekte müsse man sich vor Augen halten, "um
nicht zu weit hinaus zu schwimmen".

Für United Internet sei 2001 ein schwieriges, für das Management ein
anspruchsvolles und herausforderndes Jahr gewesen. Nachdem das Geschäft im
Vorjahr mit der Netzwerkstrategie in eine neue Richtung gebracht worden sei,
sei der Netzwerkgedanke 2001 "gerade wieder zusammengefaltet" worden. Man
sei zurückgekommen zur Besinnung auf das Kerngeschäft, "auf Geschäfte, die
uns zu 100 Prozent gehören, die wir seit Jahren kennen, die profitabel sind.
Weg von Investments in junge Start-Ups, an denen wir
Minderheitsbeteiligungen hielten", sagte der Unternehmenslenker.

Ein Grund für die gescheiterte Netzwerkstrategie sei die teilweise
falsche Markteinschätzung gewesen. So seien beispielsweise die
Finanzierungserlöse aus Online-Werbung weit unter den Erwartungen in den
Businessplänen geblieben. Zudem seien die Erwartungen an das Management der
übernommenen Gesellschaften zum Teil nicht erfüllt worden. Der dritte Grund
sei die veränderte Kapitalmarktwahrnehmung. In den Jahren 1998 bis 2000 habe
man im Internetgeschäft eher mit Anlaufverlusten argumentieren können mit
Blick auf die Schaffung eines Wertes. In diesem Jahr habe dagegen wieder
eine traditionelle Firmenbewertung vorgeherrscht.
(mehr/vwd/eh/zwi)
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Teil 2 !

 
13.12.01 11:09

vwd Extra/Dommermuth: Konsolidierung  ... (zwei)

Den aktuellen Schuldenstand von United Internet bezeichnete Dommermuth
als stabil. Gegenüber dem Quartalsstichtag 30. September - damals sind in
der AG-Bilanz Verbindlichkeiten von 83,3 Mio EUR angefallen - habe sich
nichts geändert. Davon abzuziehen seien rund vier Mio EUR aus
Verwertungserlösen und rund 25 Mio EUR aus Gewinnabführungsverträgen mit
Tochtergesellschaften. Hinzu kämen rund 30 Mio EUR, sofern die
Verkaufsoption für 15 Prozent der AdLINK-Anteile gezogen werde. Dies
bedeute, die 83 Mio EUR könnten schon im ersten Quartal 2002 sicher um 59
Mio EUR abgebaut werden.

Der voraussichtliche Schuldenrest von 24 Mio EUR werde im weiteren
Jahresverlauf komplett abgebaut. Dies könne aus dem Verkauf "der einen oder
anderen werthaltigen Beteiligung" bzw aus dem "sehr positiven" Cashflow
finanziert werden. Welche Beteiligungen zur Disposition stehen, wollte der
Vorstandsvorsitzende allerdings nicht verraten: "So viele haben wir ja nicht
mehr." Branchenkennern zufolge ist eine Trennung vom Online-Stellenmarkt
jobpilot, vom Softwareentwickler fun communications oder von NT plus, einem
Telekommunikations-Distributor, möglich.

Es gebe immer wieder Gespräche, mal intensiver, mal weniger, "wir stehen
aber unter keinerlei Verkaufsdruck", meinte Dommermuth und verwies auf die
nicht ausgeschöpfte Kreditlinie von 35 Mio EUR. Wenn sich jedoch eine gute
Verkaufsgelegenheit ergeben sollte, werde nicht daran festgehalten. Den
Vorwurf aus Analystenkreisen, United Internet habe seit dem Börsengang über
150 Mio EUR in den Sand gesetzt, lässt Dommermuth nicht gelten. Wenn man

sehe, welchen Wert die noch verbliebenen Beteiligungen hätten, sei unter dem
Strich kein Geld verbrannt, sondern verdient worden, wenn auch nicht in dem
Maße wie geplant.

Zur Zukunft der ebenfalls börsennotierten 77-prozentigen Tochter AdLINK
äußerte sich der Vorstandschef optimistisch. "Was ich von den
Integrationsteams so höre, bin ich ganz guter Dinge, dass 2002 ein
vernünftiges Ergebnis hingelegt wird." Allerdings dürfte der
Online-Werbemarkt, in dem AdLINK operiert, auch nächstes Jahr noch kein
Wachstum aufweisen. Der Werbevermarkter hatte kürzlich bekanntgegeben, das
europäische Media-Geschäft des Branchenführers Doubleclick samt Schulden im
einstelligen Mio-EUR-Bereich für 30,5 Mio EUR zu übernehmen.

United Internet kann laut der Vereinbarung bis Ende März 15 Prozent der
AdLINK-Anteile für 35,5 Mio EUR an Doubleclick verkaufen. Die Amerikaner
haben zudem eine Kaufoption auf weitere 21 Prozent an AdLINK und müssten
dafür nichts mehr bezahlen. Noch sei keine Entscheidung über die Ausübung
der Put-Option gefallen. Dies werde frühestens im März geschehen, kündigte
Dommermuth an. Je später entschieden werde, umso besser wisse man, in
"welche Richtung der Zug fahre".

Die ursprünglich geplanten Börsengänge der profitablen Kerngesellschaften
1&1 Internet und twenty4help sind für den Vorstandsvorsitzenden kein Thema
mehr. Nachdem diese beiden Mehrheitsbeteiligungen und jene an GMX auf 100
Prozent aufgestockt worden seien, werde ein IPO in den nächsten Jahren nicht
stattfinden, versicherte Dommermuth. Zu den weiteren Aussichten hieß es,
United Internet werde im vierten Quartal operativ profitabel sein, d.h. vor
Restrukturierungs- bzw Integrationskosten des AdLINK/Doubleclick-Deals.

Bekräftigt wurden auch die Prognosen für das Gesamtjahr 2001. Demnach
werden der Umsatz zwischen 230 Mio und 240 Mio EUR und das EBITDA bei rund
23 Mio EUR liegen. Das Vorsteuerergebnis soll minus 40 Mio EUR betragen,
worin Wertberichtigungen von Minderheitsbeteiligungen, die auf Null
abgeschrieben wurden, eingeschlossen sind. Im kommenden Jahr sei beim
Ergebnis vor Steuern mit einem hohen zweistelligen Mio-EUR-Gewinn zu
rechnen. Genauere Schätzungen wollte Dommermuth mit Verweis auf eine
bevorstehende Aufsichtsratssitzung, auf der die Planzahlen noch
verabschiedet werden müssen, nicht nennen.
*Das Gespräch führte vwd Korrespondent Eddy Holetic
 vwd/13.12.2001/eh/zwi
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