Geringe Impulse für die Börsen
13. Dez. 2001 Wenig Impulse am deutschen Aktienmarkt
Nach den wenig inspirierenden Vorgaben aus den USA dürften die europäischen Märkte relativ richtungslos tendieren. Banken könnten von den Neuigkeiten um die Kirchgruppe profitieren und sich leicht von den Kursverlusten vom Mittwoch leicht erholen.
Bund-Future freundlich erwartet
Die Fantasie für starke Kursgewinne scheint zumidest kurzfristig die Börsen verlassen zu haben. Vor diesem Hintergrund könnten die Rentemärkte weiter leicht freundlich tendieren. Marktteilnehmer könnten die drastischen Kursverluste der vergangenen Tage als übertrieben betrachten und wieder Papiere kaufen.
Euro in Asien gut behauptet
Gut behauptet zeigt sich der Euro am Donnerstag im Tokioter Handel. Um 6.50 Uhr MEZ kostet ein Euro 0,8986 Dollar nach 0,8980 Dollar am Vorabend in New York. Zum Yen notiert der US-Dollar mit 126,13 Yen nach 125,94 Yen im späten New Yorker Handel am Mittwoch. Gerüchte, dass die amerikanische Administration einer weiteren Abschwächung des Yen zustimmt, könnte die japanische Währung weiter unter Druck setzen. Längerfristig könnte die dadurch stimulierte Exportwirtschaft Japan aus der Krise führen.
Aktien in Tokio schließen sehr schwach
Sehr schwach sind die Aktienkurse am Donnerstag in Tokio aus dem Handel gegangen. Der Nikkei-225-Index verlor 3,4 Prozent auf 10.433,45 Yen. Der Topix-Index fiel um 2,2 Prozent auf 1.013,17 Yen. Vor allem die Banken standen unter Druck unter der Befürchtung, dass eine weiter schrumpfende Wirtschaft zu mehr Unternehmensinsolvenzen führen wird. Mizuho fiel um 4,6 Prozent auf 252.000 Yen und überkompensierte damit den Kursanstieg vom Mittwoch um 3,1 Prozent. Mitsubishi Tokyo Financial fiel um 3,4 Prozent und Sumitomo Mitsui Banking gaben 6,5 Prozent nach. Aber auch die Chipwerte gaben nach.
Aktien Hongkong am Mittag schwach
Schwach tendieren die Aktienkurse am Donnerstagmittag (Ortszeit) in Hongkong. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Hang-Seng-Index (HSI) 1,4 Prozent auf 11.677,22. HSBC und China Mobile seien für die Verluste verantwortlich, sagen Händler. Die Anleger flüchteten in sichere Häfen wie den Versorgungssektor, heißt es. Der Markt werde seine Konsolidierung fortsetzen und sich bis zu den Weihnachtsfeiertagen in einer Spanne zwischen 11.500 bis 12.000 Zählern bewegen, prognostiziert ein Marktteilnehmer.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Nachbörslich stiegen die Aktien von HotJobs um 62 Prozent von 6,47 Dollar auf 10,5 Dollar. Bei der Kursbewegung dürfte es sich um einen Bieterwettstreit zwischen TMP Worldwide und Yahoo handeln, die beide das Online-Unternehmen übernehmen wollen. Yahoo hat mit 10,5 Dollar je Aktie - halb in Bar und halb in Aktien - ein früheres Angebot von TMP Worldwide überboten. Stark gestiegen sind auch die Papiere von Verity, nämlich von 17,87 Dollar auf 20,5 Dollar. Dort ist der Verlust im zweiten Quartal des Geschäftsjahres geringer ausgefallen als befürchtet. Von 34,4 Dollar auf 37,3 Dollar sind die Aktien von Vector Tobacco gestiegen. Der Zigarettenhersteller konnte Tests vorlegen, nach denen eine neu entwickelte Zigarette weniger krebserzeugend sein soll als vergleichbare Produkte.
Dagegen verloren die Aktien von Macromedia 26 Prozent auf 20 Dollar nach der Mitteilung, es dauere länger als erwartet, bis die Gewinnzone erreicht wird. Die Papiere von Macrovision fielen von 37,8 Dollar auf 30,83. Das Unternehmen kündigte einen Abbau von Arbeitsplätzen in Höhe von zehn Prozent an und gab neue - positive - Ergebnisprognosen für das vierte Quartal und das Jahr 2002 ab.
Wall Street schließt gut behauptet - Nasdaq etwas fester
Mit gut behaupteten Kursen sind die Standardwerte an der Wall Street am Mittwoch aus der Sitzung gegangen. Die Technologietitel an der Nasdaq gingen nach einer kleinen Schlussrally noch etwas deutlicher im Plus aus dem Handel. Der Dow Jones stieg um 0,1 Prozent auf 9.894,81 Punkte. Die Nasdaq kletterte um 0,5 Prozent auf 2.011,39 Stellen.
Zuversichtlichere Gewinnaussichten aus dem Bereich Konsumprodukte und Bauunternehmen hätten am Markt im Verlauf doch noch ein wenig die Oberhand bekommen und nach einer kleinen Schlussrally die beiden wichtigsten Indizes ins Plus getragen, hieß es. Procter & Gamble kletterten um 4,2 Prozent auf das 52-Wochen-Hoch von 79,95 Dollar, nachdem der Konzern seine Gewinnprognosen für das zweite Quartal angehoben und die Erwartungen für 2002 bestätigt hatte.
Der Bausektor profitierte von den Quartalszahlen von Toll Brothers, die die Markterwartungen weit übertroffen hatten. Toll Brothers haussierten um 6,9 Prozent auf 42,16 Dollar. Im Nachgang folgten Centex mt einem Aufschlag von 7,9 Prozent auf 54,60 und Ryland Group um 5,2 Prozent auf glatt 67 Dollar.
Im Verlauf hatten noch die negativen Nachrichten von Merck am Vorabend und von American Express die Börse belastet. Merck reduzierten sich nach der Gewinnwarnung und dem Neun-Prozent-Absturz vom Dienstag nochmals um 3,6 Prozent auf das 52-Wochen-Tief von 58,52 Dollar. Bristol-Myers Squibb verbilligten sich um 6,1 Prozent auf 50,45 Dollar und Schering-Plough um 4,6 Prozent auf 36,86 Dollar. Im Finanzsektor gaben American Express den Ton an und büßten 2,5 Prozent auf 33,42 Dollar ein, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal zu verfehlen.
An der Nasdaq stachen Check Point Software mit einem Plus von 5,2 Prozent auf 43,02 Dollar hervor. Nokia will die seit vier Jahren bestehende strategische Allianz mit Check Point ausdehnen. Augenblicklich erzielt Check Point bereits 15 Prozent seines Umsatzes mit Nokia. EchoStar gewannen nach einer überschwänglichen Empfehlung von Merrill Lynch 2,5 Prozent auf 26,60 Dollar. Die Aktien von Ciena standen hingegen im Vorfeld der Quartalszahlen unter Druck und sanken um 5,1 Prozent auf 17,97 Dollar. Analysten verwiesen darauf, dass inzwischen allgemein erwartet werde, dass der Hersteller optischer Netzwerktechnologie am Donnerstag seine Planung für 2002 senke.
US-Anleihen schließen fester
Mit festeren Notierungen haben die US-Anleihen am Mittwoch im späten Geschäft in New York notiert. Zehnjährige Papiere mit einer Zinsausstattung von fünf Prozent gewannen 16/32 auf 100-3/32. Die Rendite fiel damit auf 4,983 Prozent ( Vortag: 5,069 Prozent). Der Longbond mit einem Kupon von 5-3/8 Prozent stieg um 1-2/32 auf 98-22/32 und rentierte mit 5,463 Prozent (5,551 Prozent). Tagesgeld ging mit 1-13/16 Prozent um. Händler begründeten die Aufschläge bei den Treasurys aller Laufzeiten mit den anhaltend positiven Nachwirkungen der Zinssenkung der Federal Reserve am Vortag.
Auch die Gewinnwarnungen von Merck und American Express habe die Anleihen beflügelt, weil es die insgesamt noch düstere Gewinnsituation der Unternehmen wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt habe, hieß es. Die lange Zeit schwachen Aktienmärkte hatten zunächst auch ihr übriges für die positive Stimmung getan. Im späten Handel wurden einige Gewinne am Anleihemarkt mit dem Anstieg der Börsenindizes aber wieder abgegeben
Medienschau
13. Dez. 2001
Unternehmensnachrichten
Kamps stellt Finanzierungspaket vor
Kamps hat ein umfassendes Finanzierungspaket von verbindlich zugesagten Fremdmitteln in Höhe von 700 Millionen Euro geschnürt. Hiermit ist der geplante Finanzierungsbedarf der Kamps AG abgedeckt. Durch dieses Vorgehen erreicht die Gesellschaft hohe finanzielle Flexibilität und eine stabile Basis für ihre langfristige und international orientierte Strategie. Das Finanzierungspaket wird sowohl zur Finanzierung eines Rückkaufangebots für die derzeitig ausstehende Wandelanleihe der Kamps AG als auch zur Refinanzierung von bestehenden Bankverbindlichkeiten genutzt und erhöht deshalb die ausstehenden Anleihe- und Bankverbindlichkeiten nicht. Zudem hat Kamps durch die verbindlich zugesagten Mittel bereits heute die Finanzierung der Übernahme der restlichen Anteile an Harry's, dem wachstumsstarken französischen Markenartikler für Backwaren, im Jahr 2003 sichergestellt (Ad-hoc)
Liberty Media will Kirch Gruppe unterstützen
Liberty Media hat mit der Kirch Gruppe über Wege gesprochen, das verschuldete Unternehmen bei der Erfüllung von Kreditverpfichtungen zu unterstützen. Die Dresdner Bank hat daraufhin den ausstehenden Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro verlängert. anfang der Woche hatte sie die Rückzahlung zum Jahresende verlangt. (FT, S. 15)
WCM arbeitet an feindlicher Übernahme für ThyssenKrupp
ThyssenKrupp droht nach Informationen der “Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“ (NRZ) möglicherweise der Versuch einer feindlichen Übernahme durch die WCM. Wie die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe und auf der Homepage berichtet, arbeiten Frankfurter Banken bereits an einem so genannten “Plan Alpha“. ThyssenKrupp selbst liegen nach Angaben eines Sprechers “keinerlei Erkenntnisse vor, dass Dritte eine unfreundliche Übernahme oder eine Zerschlagung des Konzerns anstreben“. Der Sprecher hält dies laut dem Bericht wegen der Aktionärsstruktur bei ThyssenKrupp für nicht möglich. Knapp 70 Prozent der Aktien befänden sich im Streubesitz, darunter 50.000 Belegschaftsaktionäre, schreibt die NRZ. Knapp 18 Prozent halte die Krupp-Stiftung, knapp fünf Prozent die Thyssen-Stiftung und 7,7 Prozent die iranische IFIC Holding. (vwd)
MVV steigert Ergebnis um 36 Prozent auf 260 Millionen Mark
Die MVV Energie steigerte ihr EBIT im Geschäftsjahr 2000/01 gegenüber dem Vorjahr nach vorläufigen Bilanzzahlen des IAS-Abschlusses um 36 Prozent auf 260 (191,5) Millionen Mark. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, wuchs der Umsatz um 82 Prozent auf 2,3 (1,269) Milliarden Mark. Sowohl Umsatz als auch Betriebsergebnis liegen damit über den eigenen Prognosen, wird betont. Das Unternehmen bekräftigt gleichzeitig seine bereits im Oktober veröffentlichten Wirtschaftsplan-Daten für das laufende Geschäftsjahr, in dem es seinen Umsatz auf über drei Milliarden und das Betriebsergebnis auf 275 Millionen Mark steigern will. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Japanischer Leistungsbilanzüberschuss im Oktober steigt um 14,0 Prozent
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz ist im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,0 Prozent auf 865,1 Milliarden Yen gestiegen. Ökonomen hatten dagegen einen leichten Rückgang auf 758,2 Milliarden Yen erwartet. Wie das Finanzministerium am Donnerstag weiter berichtet, wurde der Rückgang des Handelsbilanzüberschusses um 26,6 Prozent von einem Sprung beim Einkommensüberschuss auf 804,6 (524,9) Milliarden Yen ausgeglichen. Die kombinierte Handels- und Dienstleistungsbilanz verzeichnete einen Einbruch um 54,4 Prozent auf 140,9 Milliarden Yen. Das Finanzministerium begründete die Verschlechterung der japanischen Leistungsbilanz mit der weltwirtschaftlichen Abschwächung sowie mit Produktionsverlagerungen von japanischen Unternehmen ins Ausland. (vwd)
